Kaschmirkonflikt Ewige Rivalen
Die Lage im Himalaja spitzt sich zu: Indien und Pakistan beschuldigen einander, eine Welle von Drohnen- und Raketenangriffen gestartet zu haben. In der Nacht zum 8. Mai kommt es in der umkämpften Himalajaregion Kaschmir zu heftigem Artilleriebeschuss und Schusswechseln. Pakistan meldet, 25 indische Drohnen abgeschossen zu haben. Indien wiederum erklärt, ein pakistanisches Flugabwehrsystem zerstört zu haben. In Pakistan sterben laut Armeeangaben mehr als 30 Menschen, Dutzende werden verletzt. Die Angst wächst, dass sich der jahrzehntelange Konflikt erneut zu einem Krieg auswächst. Internationale Stimmen rufen zur Besonnenheit beider Seiten auf.
Hier in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad treten Kinder in Uniform während einer Militärzeremonie auf. Porträts und Kerzen gedenken der jungen Opfer der indischen Angriffe. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif droht mit Vergeltung »zu einem Zeitpunkt und an einem Ort unserer Wahl«.
Auslöser der Unruhen ist ein Anschlag vom 22. April im indischen Teil Kaschmirs, bei dem 26 Menschen, vor allem Touristen, ums Leben kamen. Neu-Delhi macht Pakistan für den Angriff verantwortlich, das Land weist den Vorwurf entschieden zurück. Indien reagiert mit gezielten Schlägen: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden Stellungen und Flugabwehrsysteme in Pakistan und im pakistanisch kontrollierten Kaschmir getroffen.
Die Rivalität zwischen Indien und Pakistan ist so alt wie ihre Unabhängigkeit. Als 1947 Britisch-Indien geteilt wurde, entstanden zwei Nationen: Indien, mehrheitlich hinduistisch, und Pakistan, mehrheitlich muslimisch. Kaum gegründet, standen sie sich schon als Feinde gegenüber. Seitdem haben die Atommächte drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir – die Grenze gilt als eine der gefährlichsten der Welt. Ein Erbe aus Gewalt und Misstrauen prägt die Beziehung der Nachbarn bis heute.