Keir Starmer, britischer Premier:
»Der Weg bis dahin war nicht einfach.«
Ist das ein Gottesdienst? Nein, es ist die Rücktrittserklärung des britischen Premiers Keir Starmer.
Während der Labour-Vorsitzende gerade seinen Rückzug ankündigt, ist die berühmte Neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven zu hören, die auch Hymne der Europäischen Union ist. Laut britischen Medien soll dafür ein Aktivist verantwortlich gewesen sein, der bereits mehrfach bei politischen Ereignissen für Störungen gesorgt hat. Die Musik setzt dann aber wieder aus, genau als Starmer zum Kern seiner Rede kommt:
Keir Starmer, britischer Premier:
»Die Frage, die meine Partei jetzt stellt, lautet, ob ich am besten geeignet bin, uns in die nächsten Parlamentswahlen zu führen. Deshalb werde ich als Vorsitzende der Labour-Partei zurücktreten.«
Damit steht Großbritannien der nächste Regierungswechsel bevor. Überraschend kommt das nicht. Bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai musste Labour deutliche Verluste hinnehmen. Zudem sorgten die Epstein-Kontakte des von Starmer zum Botschafter in Washington ernannten Diplomaten Peter Mandelson für Kritik. Zuletzt wandten sich mehrere Minister von ihrem Premier ab. Nun zieht Starmer die Konsequenzen:
Keir Starmer, britischer Premier:
»Ich habe heute Morgen mit Seiner Majestät dem König gesprochen, um ihn über meine Entscheidung zu informieren. Ich werde den Nationalen Exekutivausschuss der Labour-Partei bitten, einen Zeitplan festzulegen, wonach die Nominierungsfrist am 9. Juli beginnt und bis zur Sommerpause abgeschlossen sein soll.«
Wer Starmer nachfolgen könnte, ist noch offen. Zuletzt brachte sich sein parteiinterner Rivale Andy Burnham in Stellung. Bis zur Wahl eines neuen Labour-Vorsitzenden bleibt Starmer noch im Amt.
Keir Starmer, britischer Premier:
»Ich werde meinem Nachfolger meine uneingeschränkte und bedingungslose Unterstützung zukommen lassen, in dem Wissen, dass er ein Großbritannien übernehmen wird, das weitaus stärker und gerechter ist als das, das ich vor zwei Jahren übernommen habe, das besser auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet ist und besser in der Lage ist, der Labour-Partei eine zweite Amtszeit zu sichern.«
Starmer war erst im Juli 2024 ins Amt gekommen, nachdem er seine Labour-Partei nach 14 Jahren in der Opposition zu einem erdrutschartigen Wahlsieg über die Tories geführt hatte. Mit der Übergabe an einen Nachfolger bekommt Großbritannien innerhalb von nur zehn Jahren schon seinen siebten Premierminister.