Konflikt mit Iran Straße von Hormus – Saudi-Arabien drängt offenbar auf Ende der US-Blockade
US-Kampfjet nach einem Einsatz Anfang April
Foto: Mcs Zamirah Connor / U.S. Navy / picture allianceLaut einem Bericht des »Wall Street Journals« drängt Saudi-Arabien die USA offenbar, ihre Blockade der Straße von Hormus zu beenden. Riad fürchte, dass diese Maßnahme der Trump-Regierung den Kriegsgegner Iran zu einer weiteren Eskalation bewegen könne. Die wiederum könne dann auch andere Seewege gefährden.
Furcht vor weiterer Blockade
Die US-Blockade zielt darauf, den Druck auf Irans bereits geschwächte Wirtschaft zu erhöhen. Nicht näher genannte Vertreter Saudi-Arabiens hätten jedoch gewarnt, Iran könne als Vergeltung versuchen, den Bab al-Mandab zu schließen oder stärker zu stören. Die Meerenge liegt am Übergang vom Roten Meer in Richtung Indischer Ozean. Sie gilt als zentrale Route für Schiffe auf dem Weg zum Suezkanal.
LNG-Tanker in der Straße von Hormus
Foto: Shady Alassar / Anadolu Agency / IMAGOSchon jetzt ist die Lage im Persischen Golf angespannt: Iran hatte die Straße von Hormus früh im Krieg faktisch dichtgemacht. Dadurch sollen rund 13 Millionen Barrel pro Tag an Ölexporten gestoppt worden sein. Die Terminpreise sind zeitweise über 100 Dollar je Barrel gestiegen. Seit Montag blockieren nun auch die USA iranische Häfen, nachdem Gesprächsversuche am Wochenende gescheitert waren.
Saudis müssen um eigenes Ölgeschäft fürchten
Das Weiße Haus versicherte laut dem Bericht, US-Präsident Trump wolle die Straße von Hormus »vollständig offen« halten, um den freien Energiefluss zu sichern. Regierungssprecherin Anna Kelly erklärte dem WSJ, die USA stünden in engem Kontakt mit ihren Golfpartnern. Iran solle niemanden »erpressen« können.
Saudi-Arabien habe seine Exporte zuletzt trotz der Blockade wieder auf etwa sieben Millionen Barrel täglich gesteigert, indem das Königreich Öl per Pipeline zum Rotmeerhafen Yanbu leite, berichtet das Blatt weiter. Genau diese Ausweichroute könne jedoch ins Visier geraten, falls auch die Meerenge Bab al-Mandab weiter im Fokus stehe.
-
2 Min
-
5 Min
-
meinung meinung •Irankrieg als Wendepunkt: Donald Trump entgleitet die Macht Der SPIEGEL-Leitartikel von Ralf Neukirch
3 Min
3 Min -
5 Min
Eine Schlüsselrolle könnten dabei die mit Iran verbündeten Huthi-Milizen im Jemen spielen. Sie kontrollieren Küstenabschnitte nahe der Meerenge und hatten mit Angriffen bereits gezeigt, dass sie die Schifffahrt dort massiv beeinträchtigen könnten. Ein Jemen-Experte sagte dem Blatt, die Huthis seien der »offensichtliche« Partner, falls Iran die Meerenge attackieren wollte.
Irans halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor gemeldet, eine US-Blockade könne dazu führen, dass Teheran den Zugang zum Roten Meer behindere. Irans Militär drohte außerdem, bei einem Einsatz gegen iranische Häfen sei »kein Hafen« in der Region sicher.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde ein abgebildetes Schiff fälschlicherweise als Öltanker bezeichnet. Es handelt sich jedoch um einen LNG-Tanker. Wir haben die Bildunterschrift korrigiert.