Kuba: Miguel Díaz-Canel warnt Donald Trump/USA vor militärischer Eskalation - DER SPIEGEL
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Karibikstaat unter Druck Kubas Präsident zeichnet düsteres Szenario für den Fall einer US-Invasion

Im Interview mit einem US-Sender bekräftigt Kubas Präsident, er wolle keinen Krieg mit Washington. Zugleich gibt er sich kämpferisch: »Wenn wir sterben müssen, werden wir sterben.«
Kubas Präsident Díaz-Canel (am 20. März in Havanna): »Eine Invasion Kubas hätte ihren Preis«
Kubas Präsident Díaz-Canel (am 20. März in Havanna): »Eine Invasion Kubas hätte ihren Preis«

Kubas Präsident Díaz-Canel (am 20. März in Havanna): »Eine Invasion Kubas hätte ihren Preis«

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Adalberto Roque / REUTERS

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat die USA davor gewarnt, den Konflikt zwischen den beiden Ländern militärisch zu eskalieren. »Eine Invasion Kubas hätte ihren Preis«, sagte er in einem Interview  mit dem US-Sender NBC News in Havanna. »Sie würde die Sicherheit Kubas, der Vereinigten Staaten und der gesamten Region beeinträchtigen.« Sollte es dazu kommen, werde es Kämpfe geben, und Kuba werde sich verteidigen. »Wenn wir sterben müssen, werden wir sterben«, sagte Díaz-Canel. »Denn wie unsere Nationalhymne sagt: ›Für das Vaterland zu sterben, heißt, zu leben‹.«

Der kubanische Präsident zeigte sich zugleich offen für Gespräche mit Washington. »Wir wollen keinen Krieg«, erklärte er. Auf die Frage nach zentralen Forderungen der USA – darunter die Freilassung politischer Gefangener, Mehrparteienwahlen sowie die Anerkennung von Gewerkschaften und einer freien Presse – sagte Díaz-Canel, solche Forderungen seien an Kuba nicht gestellt worden. Mit Blick auf das politische System und die verfassungsmäßige Ordnung seien diese Fragen »nicht Gegenstand von Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten«.

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Die Aussagen des kubanischen Präsidenten fallen in eine Phase wachsender Spannungen zwischen den beiden Ländern. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mit schärferem Vorgehen gegenüber Kuba gedroht und von einer möglichen »Übernahme« gesprochen. Am 16. März erklärte er: »Ich glaube, ich werde die Ehre haben, Kuba einzunehmen.« Und: »Ob ich es nun befreie oder einnehme. Ich glaube, ich kann damit machen, was ich will.« Eine Chronik der Feindschaft zwischen den USA und Kuba können Sie hier nachlesen .

Der sozialistische Inselstaat steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die seit drei Monaten durch ein US-Ölembargo dramatisch verschärft wird. Seinen wichtigsten Öllieferanten Venezuela hat Kuba verloren, nachdem die USA dort Anfang Januar mit der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro den Machtwechsel forciert hatten.

Kuba leidet unter akuter Energieknappheit, häufigen Stromausfällen und Versorgungsengpässen (mehr dazu hier ). Ende März erhielt das Land erstmals seit Monaten wieder eine Öllieferung aus Russland, nachdem andere Lieferanten unter US-Druck abgesprungen waren. Das Schiff brachte laut Medienberichten rund 100.000 Tonnen Rohöl nach Kuba.

Die Lieferung war zuvor von der US-Regierung genehmigt worden. Nach Angaben aus Washington bedeutete dies jedoch keine Änderung der bestehenden Sanktionspolitik gegenüber Havanna; entsprechende Entscheidungen würden weiterhin von Fall zu Fall getroffen.

Mehr Hintergründe hier: Kuba steckt in einer existenziellen Krise, der US-Präsident will sich die Karibikinsel »nehmen«. Und die Menschen? Viele flüchten lieber, als zu revoltieren .

aar/dpa