»Wir sind in Sudscha. Es ist ein historischer Moment…«
»Ruhm der Ukraine!«
»Ruhm unseren Helden!«
»…die russische Flagge fällt zu Boden.«
Diese Szene wurde am Mittwoch im ukrainischen Fernsehen gezeigt. Die Journalistin berichtet aus der russischen Stadt Sudscha, etwa zehn Kilometer von der Grenze mit der Ukraine entfernt.
Fedir Petrov, DER SPIEGEL:
»Vor neun Tagen gelang es der ukrainischen Armee hier an der ukrainisch-russischen Grenze in der Region Sumy und Kursk die Grenze zu überschreiten. Mit einem Überraschungsangriff sind ukrainische reguläre Truppen in die Richtung der russischen Grenze durchgebrochen. Wir stehen gerade auf einem Grenzübertritt Sudscha. Die Straße führt weiter in die Stadt Sudscha, die offenbar unter ukrainischer Kontrolle ist. Das ist der ukrainische Teil des Grenzübergangs, 500 Meter weiter hinten ist der russische Teil. Mittlerweile sind die ukrainischen Truppen relativ weit vorgerückt. Die Rede ist von 30 bis 40 Kilometern insgesamt. Der Kommandeur der ukrainischen Armee Syrskyj sagte, dass die Ukraine etwa 1000 Quadratkilometer unter Kontrolle in der russischen Region Kursk hat.«
Diese Aufnahmen sollen von einer ukrainischen Einheit stammen und zeigen, wie die Soldaten durch Sudscha fahren. Durch die Stadt verläuft unter anderem eine Pipeline, mit der noch immer Gas aus Russland in EU-Länder geliefert wird.
Auch dieses Video wurde in Russland aufgenommen. Es soll ukrainische Soldaten bei einer Patrouille im grenznahen Plekhovo zeigen. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Ort der Aufnahme verifizieren.
Putins Truppen haben in der Region Kursk Schützengräben ausgehoben, zu sehen auf diesen Satellitenbildern.
Fedir Petrov, DER SPIEGEL:
»Erstmals scheint die ukrainische Operation in Kursk ein Erfolg zu sein. Eine weitere Frage wäre, ob die Ukraine es schafft, diese neu eroberten Gebiete zu halten. Auch eine große Frage ist, was die eigentlichen Ziele dieser Operation sind. Es gibt viele unterschiedliche Meinungen und potenzielle Strategien, ob diese neuen Gebiete irgendeine Rolle in Verhandlungen spielen werden. Eigentlich weiß das niemand hier. Auch die Soldaten mit denen wir hier sprechen. Die Zeit wird zeigen, wie es sich hier weiterentwickelt.«
Man wolle eine »Sicherheitszone« in der Grenzregion einrichten, heißt es aus Kyiv. Damit soll ein Fluchtkorridor für Zivilisten und die Versorgung mit humanitären Gütern sichergestellt werden. Das Rote Kreuz und die Vereinten Nationen sollen Zugang zu dem Gebiet erhalten.
In der Ukraine wächst derweil die Angst vor einem russischen Gegenschlag. An der Grenze zwischen der russischen Region Kursk und der ukrainischen Region Sumy errichten Kyivs Truppen neue Befestigungsanlagen.