Die Erkenntnisse aus Putins Militärshow Putin protzt mit Militärgerät, deutet Geschichte um und umgarnt China
Traditionell feiert Russland am 9. Mai den »Tag des Sieges« über Nazideutschland. Präsident Putin nutzt den Anlass, der Welt sein Waffenarsenal zu präsentieren, auch wenn dabei getrickst wird. Die Liveanalyse.
Von
Ann-Dorit Boy,
Alexander Chernyshev,
Georg Fahrion,
Janita Hämäläinen,
Christina Hebel,
Bertolt Hunger,
Oliver Imhof,
Miriam Khan,
Fedir Petrov,
Janko Tietz und
Anika Zeller sowie Kseniya Apresian und Niklas Hausser (Bildredaktion)
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So ordnen SPIEGEL-Experten Putins Protzparade ein
Was bleibt von diesem Tag und dem Militärgeprotze in Moskau? Meine Kolleg:innen ordnen die Lage noch einmal für Sie ein. Hier sind ihre Beobachtungen:
- »Die russische Kriegswirtschaft kommt langsam auf Touren. Der Kreml zeigt bei der Parade zumindest teilweise sein bestes Gerät. Das deckt sich mit Berichten, dass die Industrie manche Verluste in der Ukraine mittlerweile kompensieren kann«, resümiert Oliver Imhof aus dem Auslandsressort.
- Ann-Dorit Boy, beim SPIEGEL unter anderem für die Berichterstattung über Russland zuständig, schreibt: »Putin beansprucht den Sieg der Sowjetunion über Hitlers Truppen nun offiziell für Russland. Die Vertreter unterschiedlicher Nationen in der Roten Armee, die daran beteiligt waren, würden als russische Soldaten in die Geschichte eingehen, behauptet er. Das dürfte nicht nur der Ukraine gar nicht gefallen.«
- »Wladimir Putin wollte der Welt Russlands militärische Stärke demonstrieren. Mit Erfolg, es gab keine bekannten Zwischenfälle«, schreibt Christina Hebel, unsere Korrespondentin in Russland, die die Parade in Moskau live verfolgt hat. »Allerdings ist der Preis für diesen Kriegs- und Siegeskult hoch: Damit die 11.000 Soldaten über den Roten Platz marschieren, die Dutzenden Waffen durch das Zentrum rollen konnten, hat der Kreml das Leben in Moskau weitgehend lahmlegen lassen – und das nicht nur heute. Das mobile Internet wurde aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen für Stunden abgeschaltet, in vielen Geschäften und Cafés funktionierte auch das Wlan nicht. In den letzten Tagen wurde der Flugverkehr an den Moskauer Airports für Stunden eingestellt, das sind hohe Einbußen für die Wirtschaft. Dazu kommen die massiven Sicherheitsmaßnahmen der Behörden durch Absperrungen, die ich so noch nicht in Moskau erlebt habe. Diese nehmen die meisten Menschen hier aber so hin – genauso wie die Erzählung Putins, dass der Überfall auf die Ukraine angeblich die logische Fortsetzung des Krieges der Roten Armee gegen Nazideutschland sei. Viele stimmten heute hier in ›Hurra‹-Rufe ein, als an ihnen russische Raketen und Drohnen, die täglich für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt werden, vorbeifuhren.«
- Unser Korrespondent in Peking, Georg Fahrion, analysiert: »China und Russland stehen Schulter an Schulter. Auf der Ehrentribüne hatte Xi den besten Platz direkt neben Putin und trug das russische Sankt-Georgs-Band am Revers; in den Tagen vor der Parade hatte er – in einem gemeinsamen Statement mit Putin sowie einem Namensartikel – gleich zwei Solidaritätsadressen an seinen Gastgeber gerichtet. Symbolisch geht es nicht eindeutiger. Es soll ja immer noch Leute geben, die glauben, man könnte Xi dafür gewinnen, Putin in der Ukraine zum Einlenken zu zwingen oder einen Frieden zu vermitteln. Wenig, sehr wenig spricht dafür. ›Es vollziehen sich Veränderungen, wie wir sie seit 100 Jahren nicht mehr erlebt haben. Und wir sind es, die diese Veränderungen gemeinsam vorantreiben‹, sagte Xi bereits 2023 bei einem Moskaubesuch zu Putin. Das war sowohl Glaubenssatz als auch Programm. Davon wird Xi nicht abrücken. Erst recht nicht jetzt, wo US-Präsident Donald Trump den Westen in Chaos stürzt.«
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Liebe Leserinnen und Leser, an dieser Stelle beenden wir unsere Live-Berichterstattung über Putins Militärparade und die Geschehnisse in Moskau. Vielen Dank fürs Mitlesen. Weitere Informationen und Hintergründe finden Sie wie gewohnt auf SPIEGEL.de.
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Oliver Imhof
Auslandsressort

Zum Schluss noch ein Update zu den Fliegerstaffeln: Beide waren auch tatsächlich am Himmel, im Fall der zweiten Staffel aus Su-30 und Mig-29 entschied sich das russische Fernsehen aber, eine Computeranimation einzuspielen, welche die Jets in der Rundumsicht zeigt.
Reuters
Die Animation ist nach SPIEGEL-Informationen bereits mehrere Jahre alt: Sie soll 2020 entstanden sein. Erkennbar ist das unter anderem daran, dass darauf Teile von Moskau zu sehen sind, die mittlerweile mit neuen oder anderen Gebäuden bebaut sind.
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Unser Fotograf Dmitrij Serebrjakow hat einige Eindrücke aus Moskau festgehalten.
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Das »Unsterbliche Regiment« marschiert wieder
Zum ersten Mal seit Russland 2022 die Ukraine angriff, werden heute wieder Russinnen und Russen am Tag des Sieges mit Fotos ihrer Vorfahren auf die Straße gehen. Diese beliebten Gedenkmärsche, die unter dem Namen »Unsterbliches Regiment« seit 2012 durchgeführt werden, finden in Dutzenden russischen Städten statt.

»Unsterbliches Regiment«-Marsch im Mai 2022 in Moskau. Foto: Alexandr Kryazhev / Imago
In Moskau, in den Regionen an der Grenze zur Ukraine und in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine wird allerdings aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet, wie russische Medien berichteten. Auch im Ausland versammeln sich Russinnen und Russen am 9. Mai oft zu diesen Demonstrationen im Andenken an ihre Vorfahren. In Deutschland sind bei derlei Gedenkveranstaltungen russische Fahnen verboten.
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Oliver Imhof
Auslandsressort

Flog die Fliegerstaffel live oder am Computer?
Verwirrung herrscht über die Fliegerstaffel, die im russischen TV zu sehen war: Während die Su-25, welche die russische Fahne versprühten, echt waren, wurden die Jets vom Typ Mig-29 und Su-30 offensichtlich am Computer animiert und in die Übertragung eingefügt. Ein Video dazu sehen Sie weiter unten.
Auch Bilder, die die staatliche Nachrichtenagentur Ria Novosti veröffentlichte, sorgen für Irritationen. Es gibt Spekulationen, wonach es sich bei einem Teil der gezeigten Flugzeuge der Fliegerstaffel um dasselbe Modell handeln könnte, das gegebenenfalls mehrfach ins Foto kopiert wurde.
Auch Bilder, die die staatliche Nachrichtenagentur Ria Novosti veröffentlichte, sorgen für Irritationen. Es gibt Spekulationen, wonach es sich bei einem Teil der gezeigten Flugzeuge der Fliegerstaffel um dasselbe Modell handeln könnte, das gegebenenfalls mehrfach ins Foto kopiert wurde.
Ein Telegram-Kanal aus dem Umfeld der Luftwaffe beschwert sich zudem über den Umgang mit den Piloten. Sie hätten die Generalprobe erfolgreich bestanden, daher sei nicht nachvollziehbar, warum man sie nicht eingesetzt habe: »Livebilder sind immer besser als die teuerste Grafik.«
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Familien flanieren durchs Zentrum
Auf dem Arbat, einer der wichtigsten Straßen im Zentrum Moskaus, herrscht Festtagsstimmung: Familien flanieren, machen Fotos von sich vor roten Nelken – und mit dem chinesischen Staatschef Xi.
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Fedir Petrov
Kyjiw

Wie läuft Putins Waffenruhe?
Während in Moskau mit Militärs und Geräten geprotzt wird, gilt an der Front in der Ukraine seit gestern die von Wladimir Putin angekündigte dreitägige Waffenruhe. Etwas Ähnliches hatte es zu Ostern gegeben: Damals gingen die Kämpfe spürbar zurück, auch wenn beide Seiten einander vorwarfen, den Waffenstillstand gebrochen zu haben.
Auch diesmal ist die Lage vergleichbar. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte die einseitig von Russland erklärte Waffenruhe als »Theateraufführung« ab. Stattdessen forderte er, wie von den USA vorgeschlagen, einen bedingungslosen 30-tägigen Waffenstillstand.
Dennoch ging die Intensität der Kämpfe an mehreren Frontabschnitten zurück. Ukrainischen Medien zufolge erhielten einige Brigaden den Befehl, nicht als Erste das Feuer zu eröffnen. Trotzdem meldete die Ukraine allein am ersten Tag 734 Verstöße gegen die Waffenruhe: Russland habe mit Fliegerbomben, Drohnen und Artillerie angegriffen, mehrere zivile Fahrzeuge sind beschossen worden.
Auch diesmal ist die Lage vergleichbar. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte die einseitig von Russland erklärte Waffenruhe als »Theateraufführung« ab. Stattdessen forderte er, wie von den USA vorgeschlagen, einen bedingungslosen 30-tägigen Waffenstillstand.
Dennoch ging die Intensität der Kämpfe an mehreren Frontabschnitten zurück. Ukrainischen Medien zufolge erhielten einige Brigaden den Befehl, nicht als Erste das Feuer zu eröffnen. Trotzdem meldete die Ukraine allein am ersten Tag 734 Verstöße gegen die Waffenruhe: Russland habe mit Fliegerbomben, Drohnen und Artillerie angegriffen, mehrere zivile Fahrzeuge sind beschossen worden.
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Grafischer Überblick
Unsere Übersicht zeigt noch einmal, wo der Hauptteil der großen Parade heute stattfand.
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Schon Kinder müssen marschieren
Die Parade heute zeigt einmal mehr, wie wichtig Putin die Zurschaustellung militärischer Stärke ist. Schon Kinder und Jugendliche werden in Russland zunehmend militarisiert – an den Universitäten, in den Schulen, wo der wöchentliche Patriotismus-Unterricht zur Pflicht geworden ist, sogar in den Kindergärten. Wie das russische Exilmedium »Agentstwo« berichtet, fanden im Vorfeld des 9. Mai in mehr als 20 russischen Regionen Militärparaden mit Kindern statt. Kinder in Militäruniformen, mit Panzer- oder Matrosenmützen marschierten durch Stadien, Straßen und Plätze russischer Städte.

Russische Kinder auf der Kinderparade in Wladiwostok. Foto: Telegram / shestakovblog
Eine der größten dieser Kinderparaden wurde in der Stadt Orsk, 1700 km südöstlich von Moskau, abgehalten. Dort imitierte ein Junge den russischen Verteidigungsminister, der bei der Militärparade auf dem Roten Platz die Soldatenregimenter stehend in einer offenen, dunklen Limousine abfährt. Der Junge in Orsk fuhr in Uniform und ebenfalls stehend in einem Plastikkinderauto vor und hielt anschließend eine Ansprache. In anderen Städten Russlands haben Kinder mit ihren Eltern Modelle von Waffen und Militärfahrzeugen für die Paraden vorbereitet und nachgebaut.
In Wladiwostok im Fernen Osten wurde eine Parade russischer Kinder von Veteranen des Kriegs gegen die Ukraine angeführt. Auch nordkoreanische Schüler, in rote Uniformen gekleidet, nahmen an der Parade teil. Der Gouverneur der Region, Oleg Koschemjako, betonte in seiner Rede die Rolle der nordkoreanischen Soldaten, die »aktiv an der Niederlage der ukrainischen Kämpfer in der Region Kursk beteiligt waren«. Nordkoreaner hatten mit der russischen Armee in der russischen Grenzregion gekämpft, die neun Monate lang von der ukrainischen Armee teilweise besetzt worden war. Mehr dazu lesen Sie hier.
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»Hurra«-Rufe, als die Panzer vorbeifahren
Am Neuen Arbat im Zentrum Moskaus ist es sehr voll. Hunderte Menschen haben die Parade allein hier verfolgt, wo wir stehen. Sie begrüßten die vorbeifahrenden Panzer und Militärfahrzeuge mit »Hurra«-Rufen.
Zuschauer bei der Militärparade in Moskau. Dmitrij Serebrjakow / DER SPIEGEL
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Sieg der Russen?
Ein Gedanke noch zu Putins Rede, deren vollständiger Text nun auf der Website des Kreml nachzulesen ist. Er deutet den Sieg der Sowjetunion über Hitlers Armee zu einem russischen Sieg um. »Es ist unsere Pflicht, die Ehre der Kämpfer und Kommandeure der Roten Armee zu verteidigen«, sagt Putin, »die große Leistung der Vertreter verschiedener Nationalitäten, die in die Weltgeschichte als russische Soldaten eingegangen sind.« Dieser Sichtweise dürften andere Nachfolgestaaten der Sowjetunion sehr deutlich widersprechen, nicht nur die Ukraine.
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Hintergrund: Das Grab des unbekannten Soldaten
Das Grab des unbekannten Soldaten wurde 1967 im Alexandergarten, zu Füßen der Kremlmauer, angelegt und ist heute ein großer Publikumsmagnet. Zum Gedenken an die Opfer des Krieges enthält es die Gebeine eines Soldaten, der im Krieg gefallen war. Darüber brennt die Ewige Flamme. Im Alltag findet jeweils zur vollen geraden Stunde eine feierliche Wachablösung statt. Zu besonderen Anlässen – wie dem heutigen – legt Putin hier Blumen nieder.
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Es ist trotz des strahlenden Sonnenscheins kühl in Moskau, Putin zieht einen Kurzmantel über sein Jackett und läuft zum Grab des unbekannten Soldaten vor den Kremlmauern. Dort brennt eine ewige Flamme im Gedenken an die mehr als sechs Millionen Toten der Roten Armee. Die Staatsgäste haben sich dort bereits aufgestellt und erhalten nun rote Rosen, die sie ablegen werden.

Foto: Evgenia Novozhenina / REUTERS
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Verwirrung über Rolle Nordkoreas bei der Parade
Da sind sie also doch, die Nordkoreaner: Nachdem Putin die Hände hoher Militärs und teilnehmender internationaler Soldaten geschüttelt hat, quert er den Platz und findet in einer anderen Ecke mehrere nordkoreanische Militärs, über und über mit Orden behängt. Herzliche Begrüßung.
Putin bedankt sich bei nordkoreanischen Militärs. Reuters
Über die Teilnahme der nordkoreanischen Waffenbrüder, die Diktator Kim Jong-un in den russischen Krieg geschickt hat, hatte es Verwirrung gegeben: Erst sollten sie bei der Parade mitmarschieren, dann folgte die Absage, dann hieß es, sie kämen doch. Nun also eine Begegnung mit Putin am Rande der Veranstaltung.

Nordkoreanische Soldaten bei der Parade in Moskau. Foto: Ramil Sitdikov / Ria Novosti
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Oliver Imhof
Auslandsressort

Putins lässt sein bestes Gerät auffahren
Im Gegensatz zum vergangenen Jahr präsentiert Russland heute auf dem Roten Platz und in der Luft mitunter sein bestes Gerät.
Die Parade zeigt, dass sich Militär und Industrie langsam von den hohen Verlusten in der Ukraine erholen und die Einheiten wieder mit modernen Waffen versorgen können.
2024 waren nur alte Panzer zu sehen, dieses mal gleich mehrere T-90. Auch modernste Artillerie war heute dabei, darunter die neue Haubitze Malva.
2024 waren nur alte Panzer zu sehen, dieses mal gleich mehrere T-90. Auch modernste Artillerie war heute dabei, darunter die neue Haubitze Malva.
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»Ich möchte, dass mein Sohn die Parade sieht. Das ist Familientradition. Vielleicht geht er zur Armee«
Wladimir, 45 Jahre, wartet mit seinem Sohn Gawriil, dass bald die Panzer, Militärfahrzeuge und Interkontinentalraketen am Alten Arbat auf ihrem Weg vom Roten Platz zurück vorbeifahren. Der 13-jährige Gawriil hält ein Bild seines Urgroßvater in der Hand, der mit 20 Jahren im Zweiten Weltkrieg gegen Nazideutschland kämpfte. Sechs Mal sei sein Opa verletzt worden, zweimal eingekesselt worden, erzählt Vater Wladimir, er hat extra eine große Fahne zum 9. Mai gekauft.
Er komme jedes Jahr zur Militärparade. »Ich möchte, dass mein Sohn die Parade sieht. Das ist Familientradition, sie zu besuchen. Vielleicht geht er zur Armee, wie so viele in meiner Familie.« Der sagt, er wisse es noch nicht, Gawriil lächelt schüchtern, schaut auf das Bild seines Urgroßvaters.
Er komme jedes Jahr zur Militärparade. »Ich möchte, dass mein Sohn die Parade sieht. Das ist Familientradition, sie zu besuchen. Vielleicht geht er zur Armee, wie so viele in meiner Familie.« Der sagt, er wisse es noch nicht, Gawriil lächelt schüchtern, schaut auf das Bild seines Urgroßvaters.

Foto: Dmitrij Serebrjakow / DER SPIEGEL
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Damit ist die Parade beendet. Putin verlässt die Tribüne, geht über den Roten Platz und begrüßt noch einige Militärs persönlich.
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Das putinfreundliche Hollywood ist da
Ganz ohne amerikanische Gäste muss Putin heute nicht auskommen. Regisseur Oliver Stone ist gekommen. Der Mann, der den russischen Machthaber für einen Dokumentarfilm stundenlang interviewen durfte, hatte seine Teilnahme angekündigt und berichtet, er habe diese »beeindruckende Parade« vor vielen Jahren schon einmal besucht. Auch Actionschauspieler Steven Seagal gibt sich die Ehre. Er ist Putins Beauftragter für die humanitären Beziehungen mit den USA.

US-Regisseur Oliver Stone in Moskau. Foto: Ilya Pitalev / RIA Novosti / AP / dpa
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Oliver Imhof
Auslandsressort

Auch die Nuklearstreitkräfte sind dabei. Die RS-24 Jars ist eine nuklear bestückte Interkontinentalrakete mit bis zu 12.000 Kilometer Reichweite.
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Die Panzer waren ganz offensichtlich doch noch nicht der Höhepunkt der Show. Das visuelle Highlight wird aus der Luft geliefert – allerdings scheinen die Aufnahmen zumindest teilweise am Computer entstanden zu sein.
Militärparade in Moskau. Reuters
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Oliver Imhof
Auslandsressort

Es folgt die russische Flugabwehr. Die S-400 ist ein hochmodernes System, das vor Raketen und Fliegern auf der Langstrecke schützen soll.
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Oliver Imhof
Auslandsressort

Auch Drohnen sind dieses Jahr vertreten: Die Aufklärungsdrohne Orlan liefert Bilder in Echtzeit von der Front. Die Geran stammt ursprünglich aus dem Iran, wird aber mittlerweile von Russland als Lizenznehmer gefertigt und fliegt regelmäßig Kamikazeangriffe auf ukrainische Städte.
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Oliver Imhof
Auslandsressort

Es folgen ballistische Raketen vom Typ Iskander. Diese treffen in der Ukraine regelmäßig zivile und militärische Ziele.
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An seinem eigenen Militär daheim hat Xi derzeit übrigens nicht besonders viel Freude: Die chinesische Volksbefreiungsarmee wird von einer Säuberungswelle durchgerüttelt. Wenn überhaupt, begründet China sie meist mit »schweren Verletzungen der Disziplin«. In einigen Fällen wurde konkret, dass Korruption dahinterstecke, die betroffenden Militärs sich also die Taschen vollgemacht hätten. Zu ihnen gehören:
- ein ehemaliger und ein amtierender Verteidigungsminister,
- Kommandeure der Raketentruppe, der Chinas Nuklearwaffen unterstehen
- und zuletzt offenbar der zweitranghöchste General Chinas überhaupt, Vizechef der Zentralen Militärkommission, der Xi persönlich vorsitzt.
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Mit Agenturmaterial
