Haft in Myanmar Sohn sorgt sich um Gesundheit von Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi
Aung Sann Suu Kyi mit ihrem Sohn Kim Aris im Jahr 2011
Foto: Nyein Chan Naing / dpaSorge um Aung San Suu Kyi: Die 80-jährige Friedensnobelpreisträgerin leidet nach Angaben ihres Sohnes Kim Aris unter »sich verschlimmernden Herzkomplikationen«. Er habe allerdings nur wenig aktuelle Informationen über ihren Zustand.
In einem Video auf Facebook appellierte der 48-Jährige an die internationale Öffentlichkeit. Die inhaftierte Suu Kyi habe demnach um eine Behandlung durch einen Arzt gebeten, doch niemand wisse, wo sie festgehalten oder ob sie angemessen versorgt werde.
Das Vorgehen des Militärs sei »grausam, lebensbedrohlich und inakzeptabel«, sagte Aris. Er forderte die Freilassung seiner Mutter sowie aller politischen Gefangenen in Myanmar.
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Die damalige De-Facto-Regierungschefin Suu Kyi war bei einem Militärputsch vor viereinhalb Jahren gestürzt und festgenommen worden. Die Junta verurteilte sie wegen angeblicher Vergehen zu langjähriger Haft. Über ihren genauen Aufenthaltsort gibt es weiterhin keine verlässlichen Informationen. Internationale Organisationen kritisieren die fehlende Transparenz und haben wiederholt ihre Freilassung gefordert.
Details zu ihren Haftbedingungen oder ihrer gesundheitlichen Situation geraten nur sporadisch an die Öffentlichkeit. Neben Herzproblemen leidet sie Berichten zufolge auch unter Zahnproblemen. Ihren Bitten nach ärztlicher Versorgung soll die Militärregierung nur unzureichend nachgekommen sein.
Suu Kyi engagierte sich bereits in den Achtzigerjahren für einen gewaltlosen Demokratisierungsprozess in Myanmar und verbrachte dafür insgesamt 15 Jahre unter Hausarrest. 1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis.
International ist sie wegen ihres Umgangs mit der Rohingya-Krise umstritten. Sie wies Vorwürfe, dass es einen Genozid gegen die muslimische Minderheit in Myanmar gegeben habe, vor ihrer Haft wiederholt zurück. Hunderttausende vertriebene Rohingya leben inzwischen im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch.
Lesen Sie hier mehr zum Vorgehen des Internationalen Strafgerichtshofs in dem Fall.