Österreich: Betäubt, vergewaltigt, gefilmt – neue Details zu Missbrauchsserie - DER SPIEGEL
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Demonstration gegen sexualisierte Gewalt in Paris: Kein Einzelfall

Demonstration gegen sexualisierte Gewalt in Paris: Kein Einzelfall

Foto: Ian Langsdon / AFP
Oliver Das Gupta

Die Lage: Inside Austria Österreichs Fall Pelicot?

Betäubt, vergewaltigt, gefilmt: In Niederösterreich und in Tirol sollen Männer Frauen systematisch misshandelt haben. Ein Täter bekam offenbar Hilfe aus Deutschland.

Der Fall Gisèle Pelicot erschütterte die Welt. Die Französin war von ihrem Ehemann regelmäßig betäubt worden. Dann ließ er sie von fremden Männern vergewaltigen und filmte den Missbrauch. Das Verbrechen war jedoch offenkundig kein Einzelfall. Wie unsere »Standard«-Kollegin Clara Wutti berichtet, existieren ähnliche Missbrauchsmuster auch in Österreich .

Das Bundeskriminalamt teilte mit, dass es neben einem bereits bekannten Täter in Niederösterreich auch in Tirol einen Verdachtsfall gibt. Die Wiener Anwältin Sonja Aziz erwartet, dass es bei dem Phänomen, das auch »chemische Unterwerfung« genannt wird, eine hohe Dunkelziffer gibt. Aziz vertritt das Opfer aus Niederösterreich.

Tipp aus Deutschland

Auf die Spur dieses Falls kamen die österreichischen Ermittler durch einen Tipp aus Deutschland. Ein Mann aus Niedersachsen, der seine betäubte Ehefrau vergewaltigte und die Videos seiner Taten im Internet verbreitete, war aufgeflogen. Zwei Journalistinnen des NDR hatten die Clips entdeckt und die deutschen Behörden eingeschaltet.

Der Täter aus Norddeutschland wiederum stand in Kontakt mit dem Täter aus Niederösterreich. Er beriet ihn, schickte ihm sogar sedierende Mittel. Anfang 2025 durchsuchte die Polizei das Wohnhaus im Bezirk Bruck an der Leitha und nahm den Mann fest. Das Opfer ahnte bis dahin nichts. Opferanwältin Aziz spricht vom »niederösterreichischen Fall Pelicot, natürlich nicht in diesem Ausmaß«. (Hören Sie hier die Podcastserie »Avignon: Der Prozess Pelicot«)

Der bloße Besitz von Vergewaltigungsaufnahmen ist aktuell weder in Deutschland noch in Österreich strafbar. In Niedersachsen will die Landesregierung gesetzlich nachschärfen, in Österreich ist man noch nicht so weit. Das Justizministerium wolle die »geltende Rechtslage« überprüfen, heißt es auf Anfrage des »Standard« .

Podcast-Folge zu rechtsextremer Gewalt

In der Studentenstadt Leoben in der Steiermark schlagen Männer einen Taxifahrer  zusammen. Vor einem Keller in Wien sieht eine Anwohnerin, wie ein unbekanntes Opfer verprügelt  wird. Zwei mutmaßliche Angriffe die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Doch es gibt einige Parallelen. Beide Fälle spielen sich im Dunstkreis der »Identitären Bewegung« ab. Und im Fall des verprügelten Taxifahrers war ein Verdächtiger parlamentarischer Mitarbeiter der FPÖ.

Im »Inside Austria«-Podcast geht es diese Woche um zwei mutmaßliche rechtsextreme Übergriffe. Wir wollen wissen, ob die rechte Gewalt in Österreich eskaliert. Und, welche politischen Folgen die Vorfälle noch haben könnten.

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Oliver Das Gupta, Autor für SPIEGEL und STANDARD


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