Österreich: Was das neue Dreierbündnis plant – Podcast - DER SPIEGEL
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Historisches Dreierbündnis Österreichs neue Kompromissregierung

Nach 155 Tagen politischen Ringens hat Österreich eine Regierung: Erstmals koalieren ÖVP, SPÖ und Neos miteinander. Doch auf das neue Bündnis warten große Herausforderungen.

Nach der längsten Regierungsbildung in der Geschichte der Zweiten Republik hat Österreich eine neue Bundesregierung. Am Montagvormittag wurde das Kabinett aus konservativer Volkspartei, sozialdemokratischer SPÖ und liberalen Neos in der Wiener Hofburg von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt.

An der Spitze des historischen Dreierbündnisses steht Christian Stocker. Der 64-jährige ÖVP-Politiker hatte selbst nicht damit gerechnet, Bundeskanzler zu werden. Er gilt als pragmatischer Vermittler. Vizekanzler ist SPÖ-Chef Andreas Babler, der sich in der Vergangenheit als Marxist bezeichnete. Die Vorsitzende der liberalen Neos, Beate Meinl-Reisinger, übernimmt das Außenministerium.

Die Koalition ist aus der Not geboren. Bei den Nationalratswahlen im September 2024 wurde die rechtsgerichtete FPÖ stärkste Kraft. Da die ÖVP eine Koalition mit FPÖ-Chef Herbert Kickl ablehnte, musste eine Alternative her. Ein erster Versuch für ein Dreierbündnis scheiterte im Januar. Doch nach dem Rücktritt von ÖVP-Chef Karl Nehammer und eindringlichen Appellen vom Bundespräsidenten gelang im zweiten Anlauf der Durchbruch.

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen neben Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos)

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen neben Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos)

Foto: Leonhard Foeger / REUTERS

Die Prioritäten der neuen Regierung liegen klar auf der Budgetsanierung. Mit Einsparungen von 6,4 Milliarden Euro bis 2025 soll ein EU-Defizitverfahren verhindert werden. Gleichzeitig trägt das Regierungsprogramm die Handschrift aller drei Parteien: Die ÖVP setzt auf schärfere Asylregeln, die SPÖ konnte eine Bankenabgabe durchsetzen, die Neos konzentrieren sich auf Bildungsreformen.

In dieser Folge von »Inside Austria« stellen wir die wichtigsten Personen im neuen Kabinett vor. Und wir zeigen, wo schon jetzt Konfliktpotenzial für die neue Regierung liegt. Wird Österreichs Drei-Parteien-Koalition es besser machen als zuletzt die Ampelregierung in Deutschland?

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Im wöchentlichen Podcast »Inside Austria« blicken der SPIEGEL und der »Standard« gemeinsam auf die großen und kleinen Skandale in Österreich. Zusammen mit Journalistinnen und Journalisten beider Redaktionen rekonstruieren wir Fälle und Ereignisse, die das Land bewegen. Wir schauen in politische Abgründe, verfolgen die Ermittlungen rund um die Causa Sebastian Kurz und seine ÖVP und informieren über ein wichtiges österreichisches Thema der Woche.

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