Oktoberfest ohne Männer mit »Bier, Boobs und Brezn« – die guten News der Woche - DER SPIEGEL
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Lebkuchenherz: »Boobs for president«

Lebkuchenherz: »Boobs for president«

Foto: Judith Stoop
Anna Ehlebracht

Alles Gute vom SPIEGEL Oktoberfest mit »Bier, Boobs und Brezn« – ohne Männer

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O’zapft is! Es ist Oktoberfest. Wenn Sie aus Bayern kommen, muss ich Ihnen das wohl nicht sagen. Wenn Sie aus einer anderen, nördlicheren Region kommen, wie ich, und bisher wenig Berührungspunkte mit dem größten Volksfest der Welt hatten, entgegnen Sie vielleicht: »Na und?«

Im vergangenen Jahr lief ich das erste Mal während der Festivitäten über die Theresienwiese. In Zivil. Und, was soll ich sagen, Kulturschock könnte man es wohl nennen. Aber spannend allemal. Viele Menschen haben dort eine wahnsinnig gute Zeit!

Das Problem: Bei dermaßen vielen besoffenen Männergruppen wird es schon mal unangenehm und mitunter gefährlich, vor allem für Frauen.

Und das dachten sich wohl auch Sina Scherer und Silke Völling. Denn die beiden wollen Wiesntraditionen und die stark männlich geprägte bayerische Stammtischkultur weiblich interpretieren. Das schreibt meine Kollegin Anna Clauß in ihrem Text über die auf dem Oktoberfest im Wiesnzelt »Bräurosl« erste Party für ausdrücklich lesbische Frauen und Flinta-Personen – nach 191 Jahren. Flinta steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Menschen.

Dass das Ganze eine politische Dimension hat, wurde schnell klar, wie mir meine Kollegin schreibt. So erzählten Frauen Anna, dass sie noch immer kurz überlegten, bevor sie ihre Partnerin in der Öffentlichkeit küssten oder ihre Hand nähmen – weil sonst mitunter Sprüche, Belästigungen, Anfeindungen folgten. Veranstalterin Scherer fasste es so zusammen: »Wir sind wieder so weit, dass wir uns als Frau in dieser Gesellschaft Räume erkämpfen müssen.«

Es geht um lesbische Sichtbarkeit. »Eigentlich sollte ein Kuss zwischen zwei Frauen im Bierzelt ungefähr so aufregend sein wie eine Brezn auf dem Tisch. Ist er offenbar noch nicht«, schreibt mir Anna. »Und genau deshalb braucht es Veranstaltungen wie diese.« Scherer will mit der Party einen »Safe Space« schaffen, einen sicheren Raum, in dem Frauen im Dirndl nicht sexualisiert und als verfügbar wahrgenommen werden.

Anfangs sei meine Kollegin mit Blick auf vor allem betrunkene Männer selbst skeptisch gewesen, was das Oktoberfest angehe. Mittlerweile sei sie aber großer Fan – und fühle sich meistens wirklich sicher, schreibt mir Anna weiter. »Aber besonders sicher fühlte ich mich auf der Flinta-Wiesn. Vielleicht gehe ich nächstes Jahr privat hin.«

Annas Text lege ich Ihnen sehr ans Herz: »Busen an die Macht« .

Was diese Woche noch gut war – für die Welt:

Kalifornien hat künftig einen »Dolly Parton Day«
Machen wir doch direkt mit Frauen weiter. Und zwar mit dieser posthumen Würdigung für Dolly Parton: Kalifornien erinnert künftig am 25. September mit einem Ehrentag an die Sängerin. Das Datum wurde in Anlehnung an einen Songtitel gewählt. Lesen Sie hier mehr darüber.

Dolly Parton 2014 auf dem Glastonbury Festival in England

Dolly Parton 2014 auf dem Glastonbury Festival in England

Foto: Will Oliver / EPA

OECD rechnet mit deutlich stärkerem Aufschwung in Deutschland
Nach den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten hebt auch die OECD ihre Konjunkturprognose für Deutschland an. Zugleich warnen die Ökonomen aber, wie Sie hier lesen.

US-Richter hebt Trumps Medienbann auf
Trump vs. Pressefreiheit, nächste Runde: Ein US-Bundesrichter hat das Weiße Haus angewiesen, das gegen Journalistinnen und Journalisten von CNN, MS NOW und »Politico« verhängte Hausverbot außer Kraft zu setzen und ihnen umgehend wieder Zutritt zu gewähren. Die Meldung lesen Sie hier.

Innenstädte werden laut Studie wieder attraktiver
Leerstände, Pleiten, Müll: Seit Jahren verlieren deutsche Stadtzentren ihren Reiz. Eine Umfrage zeigt nun, dass sich die Stimmung bei den Besuchern bessert. Hier entlang.

Passanten auf der Zeil: Einkaufen in Frankfurt am Main

Passanten auf der Zeil: Einkaufen in Frankfurt am Main

Foto: Zoonar.com / Claudia Nass / Zoonar / IMAGO

Kellnerinnen retten Wiesnbesucher
Und noch einmal zurück zum Oktoberfest: Ein 78-Jähriger ist dort zusammengebrochen, zwei Kellnerinnen sahen das und reagierten sofort. Ihr Einsatz rettete dem Mann das Leben. Lesen Sie hier mehr zur gelungenen Rettungsaktion.

Was gut ist – für Sie:

Diese Übungen machen Männer zu Yogafans
Die einen denken, sie seien zu unbeweglich. Die anderen fürchten Unterforderung. Dabei liegt das Problem für Männer beim Yoga woanders: Wie der Einstieg in eine Bewegungsform gelingt, bei der sogar die Muskeln wachsen, lesen Sie hier .

»Wir müssen unsere Gefühle verstehen und nutzen«
Emotionen steuern unser Handeln – im Meeting, beim Shoppen und bei der Geldanlage. Harvard-Psychologin Jennifer Lerner erklärt hier , wie man sie als Information nutzt, statt sich von ihnen beherrschen zu lassen.

Harvard-Professorin Lerner: »Oft gibt es keine objektiv richtige Antwort«

Harvard-Professorin Lerner: »Oft gibt es keine objektiv richtige Antwort«

Foto:

Tony Luong / DER SPIEGEL

Diese Region ist Spaniens Campingparadies – und das sind die besten Plätze
Ein Platz lockt mit einem Observatorium, ein anderer hat ein angeschlossenes Weingut: Hier sehen Sie , wo Sie in Spanien Ihre Zelte aufschlagen sollten.

»Je höher der Drachen fliegt, desto stabiler wird der Wind«
Der Herbst ist da. Und Drachensteigen vereint Spaß, Geschicklichkeit und Technik. Mit den richtigen Materialien, einem guten Wind und etwas Übung ist es ein unvergessliches Erlebnis, wie Sie hier lesen .

Tipps fürs Drachensteigen

Tipps fürs Drachensteigen

Foto: mrs / Moment / Getty Images

»Für mich ist irgendwie jeder Tag ein Sonntag«
Forscher haben für eine große Studie die Generation 55 plus befragt. Was beschäftigt Menschen am Übergang vom Berufsleben zur Rente? Das können Sie hier lesen. 

Und sonst?

Geben wir zum Abschluss noch mal Männern die Aufmerksamkeit, aber sagen Sie es nicht weiter! Und zwar dem Fußball der Männer. Denn: Die DFB-Elf bestreitet ihre ersten Spiele unter Bundestrainer Jürgen Klopp. Das erste endete zumindest nicht mit einer Niederlage. 1:1 spielten die Deutschen gegen die Niederländer, wenn auch der Ausgleich unglücklich in der Nachspielzeit fiel. Mein Kollege Florian Haupt hat sich mit der Erfolgsformel im Fußball beschäftigt. Die hat etwas mit Spanien zu tun. Lesen Sie hier mehr. 

Bundestrainer Jürgen Klopp: Verlorene Gewissheiten

Bundestrainer Jürgen Klopp: Verlorene Gewissheiten

Foto: Agustin Marcarian / REUTERS

Und bei der Fußball-EM in der Schweiz im vergangenen Jahr stimmte Wolfgang Petry die Spielerinnen mit seinen Hits auf das Turnier ein. Nun, muss ich einräumen, hatte ich in meiner Kindheit und Jugend – neben dem Oktoberfest – auch wenig Berührungspunkte mit Petry. »Wahnsinn«, sagen Sie jetzt? Das würde wohl auch mein Kollege Florian Pütz erwidern. Denn er hat dem Sänger nun eine sehr rührende Liebeserklärung zum 75. Geburtstag verfasst. Mit der fulminanten Überschrift: »Wolfgang Petry, deutsche Oasis.« Hier entlang.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

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Ihre Anna Ehlebracht, Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL