Ostsee: Russische Fregatte feuerte Leuchtkörper auf dänischen Hubschrauber - DER SPIEGEL
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Provokation in der Ostsee Russische Fregatte feuerte Leuchtkörper auf dänischen Hubschrauber

Leuchtmunition wird von einem russischen Schiff abgefeuert und fliegt nur knapp an einem dänischen Militärhelikopter vorbei. Kopenhagen verurteilt die Provokation in der Ostsee und bestellt den russischen Botschafter ein.
Russische Fregatte (Symbolbild)
Russische Fregatte (Symbolbild)

Russische Fregatte (Symbolbild)

Foto: Russian Navy Northern Fleet Pres / ZUMA Press / IMAGO

Ein russisches Kriegsschiff in der Ostsee hat offenbar zwei Leuchtkörper auf einen Hubschrauber der dänischen Streitkräfte abgefeuert. Eine der abgefeuerten sogenannten Flares habe den Helikopter nur knapp verfehlt, hieß es aus dem dänischen Verteidigungsministerium.

Der Vorfall ereignete sich am Montagabend »in Verbindung mit einer routinemäßigen Fotoaufklärung« der Fregatte in internationalen Gewässern vor dem dänischen Hafenort Gedser, teilte das Ministerium mit . Der Besatzung sei nichts passiert.

Bei derartiger Leuchtmunition handele ​es ‌sich um Pyrotechnik, die auf See üblicherweise als Aufmerksamkeits- oder Notsignale eingesetzt werde, hieß es in der Mitteilung weiter. Nach Einschätzung des Forschers Peter Viggo Jakobsen von der dänischen Verteidigungsakademie ist bei diesem Vorfall aber von Warnschüssen oder einer Machtdemonstration auszugehen. »Die Russen sagen damit: Lasst es sein, uns zu fotografieren, und fliegt nicht so dicht an uns heran«, erklärte Jakobsen gegenüber der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau.

Dänemark bestellt russischen Botschafter ein

Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen bezeichnete den Vorfall bei X  als »absolut inakzeptabel« und bestellte den russischen Botschafter in Dänemark ein. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme an den dänischen Rundfunk, sie sei nicht überrascht: »Denn das ist ein Muster, das wir in ganz Europa sehen. Ein immer aggressiveres und selbstbewusster auftretendes Russland, das seinen hybriden Krieg gegen Europa intensiviert hat und die Nato testet und herausfordert.«

Am Montag hatten bereits Nato-Kampfjets litauischen Angaben zufolge eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen Landes eingedrungen war. Frederiksen forderte, Europa müsse als Reaktion auf die Vorfälle enger zusammenrücken und die Verteidigung stärken.

jmm/dpa