DER SPIEGEL
Lage in Syrien Hunderttausende feiern auf den Straßen von Damaskus
SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter erlebt in Damaskus feiernde Menschen und teilweise absurde Szenen. In ganz Syrien gibt es seit 54 Jahren die ersten Freitagsgebete ohne die Assads. Der Tag zum Nachlesen.
Mit
Nadine Wolter,
Alexander Kauschanski,
Asia Haidar,
Fritz Schaap,
Alexander Sarovic und
Jan Petter, Martin Jäschke (Videoredaktion) und Niklas Hausser (Bildredaktion)
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Damit verabschieden wir uns für heute. Über die weiteren Entwicklungen aus Syrien und der ganzen Welt informieren wir Sie natürlich den ganzen Abend und das gesamte Wochenende weiter bei SPIEGEL.de.
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Sie feiern mit Hähnchen und Kalaschnikows
In Damaskus verfolgt SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter, wie die Menschen das Ende der ersten Woche ohne Assad feiern. Lesen Sie hier, was er erlebt hat:
»Zehntausende sind zum ersten Freitagsgebet seit dem Sturz der Diktatur zur legendären Omajjaden-Moschee im Herzen von Damaskus geströmt. Sie füllen den riesigen Bau, der einst schon Kathedrale und zuvor römischer Jupiter-Tempel gewesen ist, bis auf den letzten Platz. Sie füllen den ebenso großen Vorplatz, stehen in den Straßen der Altstadt, hören der Predigt eines Imams zu, der zehn-, 15-mal von Freiheit spricht, von Rechten und Güte, vom Sturz des Tyrannen. Nicht von Demokratie, aber auch nicht von Dschihad und Rache.
Männer und Frauen werden vom Gedränge gemeinsam in alle Richtungen geschoben, streng getrennt wie sonst üblich verläuft das Gebet nicht mehr. Dass durch den Saal der Moschee irgendwann rot-grün blinkend in drei Meter Höhe eine Kameradrohne ihre Kreise zieht, stört niemanden. Ebenso wenig, dass kurz vor Ende mit einem kreischenden Kurzschluss der Strom ausfällt und nicht mehr viel zu hören ist. Egal. Alles scheint an diesem Mittag nebensächlich zu sein angesichts der alles durchdringenden Stimmung aus Erleichterung, Durchatmen und immer-noch-nicht-fassen-können, dass die bleiernen Schreckensjahrzehnte wirklich vorbei sind. Es ist der sechste Tag, seit Baschar al-Assad diskret in einem Flugzeug gen Moskau verschwand. Die Zukunft ist ungewiss, aber »wir können endlich wieder atmen, atmen, atmen«, sagt eine junge Frau.
»Zehntausende sind zum ersten Freitagsgebet seit dem Sturz der Diktatur zur legendären Omajjaden-Moschee im Herzen von Damaskus geströmt. Sie füllen den riesigen Bau, der einst schon Kathedrale und zuvor römischer Jupiter-Tempel gewesen ist, bis auf den letzten Platz. Sie füllen den ebenso großen Vorplatz, stehen in den Straßen der Altstadt, hören der Predigt eines Imams zu, der zehn-, 15-mal von Freiheit spricht, von Rechten und Güte, vom Sturz des Tyrannen. Nicht von Demokratie, aber auch nicht von Dschihad und Rache.
Männer und Frauen werden vom Gedränge gemeinsam in alle Richtungen geschoben, streng getrennt wie sonst üblich verläuft das Gebet nicht mehr. Dass durch den Saal der Moschee irgendwann rot-grün blinkend in drei Meter Höhe eine Kameradrohne ihre Kreise zieht, stört niemanden. Ebenso wenig, dass kurz vor Ende mit einem kreischenden Kurzschluss der Strom ausfällt und nicht mehr viel zu hören ist. Egal. Alles scheint an diesem Mittag nebensächlich zu sein angesichts der alles durchdringenden Stimmung aus Erleichterung, Durchatmen und immer-noch-nicht-fassen-können, dass die bleiernen Schreckensjahrzehnte wirklich vorbei sind. Es ist der sechste Tag, seit Baschar al-Assad diskret in einem Flugzeug gen Moskau verschwand. Die Zukunft ist ungewiss, aber »wir können endlich wieder atmen, atmen, atmen«, sagt eine junge Frau.
Feiernde Menschen in Damaskus. Foto: Leo Correa / AP / dpa
Im uralten Noufara-Cafe neben der Moschee unterhält sich ein Mann in Stammeskluft aus Deir al-Sor ganz im Osten mit einem aus Latakia an der Küste, zwei aus Idlib im Norden tauschen Kindheitserinnerungen aus von Reisen nach Damaskus. Sie alle sind quer durchs Land gefahren, um heute hier zu sein. Aus vormaligen Rebellengebieten, Regimegebieten und Deir al-Sor, dessen eine Hälfte von kurdischen Milizionären, die andere von irakischen Söldnern beherrscht wurde. Vorbei. »Und dass ich mit dem Auto einfach so einmal durchs ganze Land fahren konnte, toll«, sagt einer der beiden aus Idlib. Freundliche Neugierde scheint alles Misstrauen zu überwiegen.
Alle brechen im Laufe des Nachmittags auf zur großen Demonstration am westlichen Rand des Zentrums, die am Omajjaden-Platz stattfinden soll, der größten Verkehrskreisel der Neustadt. Doch bald stauen sich die Autos kilometerweit vorher, verwandeln sich die Magistralen in Feiermeilen. Männer, Frauen, Familien schieben sich in Autos, zu Fuß durch die Menge. Junge Frauen mit Make-up und frisch aufgelegtem Lippenstift fragen erst zögernd, dann forscher die bärtigen Wachleute von Haiat Tahrir al-Scham, der siegreichen Islamistenformation, ob sie sich kurz deren Kalaschnikow für ein Foto leihen könnten.
Es sind leicht surreale Szenen: Die Männer in Militärkluft stehen daneben, während sich die Frauen reihenweise mit deren Waffen für ihre Instagram-Accounts ablichten. Eine muss ihrer Freundin erst mal erklären, dass sie den Finger auf den Abzug, aber nicht auf den Sicherungshebel legen soll. »Ich bin ein Mädchen, ich habe so was doch noch nie in der Hand gehabt«, erwidert die andere.
Als die Sonne untergeht, steht alles, geht es nur alle paar Minuten für wenige Meter weiter. Eine neunköpfige Familie sitzt in einem amerikanischen Straßenkreuzer aus den Sechzigerjahren, die Mädchen lehnen hähnchenschwingend aus den Fenstern, aus dem offenen Kofferraum winken zwei Kinder. Normalerweise mögen auch Damaszener es nicht, endlos im Stau zu stehen. Aber diesmal, sagt der Vater mit Nickelbrille, »könnte es nichts Schöneres geben«.
Niemand weiß, was werden wird. »Aber von dieser Freude jetzt werden wir lange zehren können«, sagt eine junge Frau ohne Kopftuch.«
Alle brechen im Laufe des Nachmittags auf zur großen Demonstration am westlichen Rand des Zentrums, die am Omajjaden-Platz stattfinden soll, der größten Verkehrskreisel der Neustadt. Doch bald stauen sich die Autos kilometerweit vorher, verwandeln sich die Magistralen in Feiermeilen. Männer, Frauen, Familien schieben sich in Autos, zu Fuß durch die Menge. Junge Frauen mit Make-up und frisch aufgelegtem Lippenstift fragen erst zögernd, dann forscher die bärtigen Wachleute von Haiat Tahrir al-Scham, der siegreichen Islamistenformation, ob sie sich kurz deren Kalaschnikow für ein Foto leihen könnten.
Es sind leicht surreale Szenen: Die Männer in Militärkluft stehen daneben, während sich die Frauen reihenweise mit deren Waffen für ihre Instagram-Accounts ablichten. Eine muss ihrer Freundin erst mal erklären, dass sie den Finger auf den Abzug, aber nicht auf den Sicherungshebel legen soll. »Ich bin ein Mädchen, ich habe so was doch noch nie in der Hand gehabt«, erwidert die andere.
Als die Sonne untergeht, steht alles, geht es nur alle paar Minuten für wenige Meter weiter. Eine neunköpfige Familie sitzt in einem amerikanischen Straßenkreuzer aus den Sechzigerjahren, die Mädchen lehnen hähnchenschwingend aus den Fenstern, aus dem offenen Kofferraum winken zwei Kinder. Normalerweise mögen auch Damaszener es nicht, endlos im Stau zu stehen. Aber diesmal, sagt der Vater mit Nickelbrille, »könnte es nichts Schöneres geben«.
Niemand weiß, was werden wird. »Aber von dieser Freude jetzt werden wir lange zehren können«, sagt eine junge Frau ohne Kopftuch.«
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Zehntausende Schiiten flüchten aus Syrien
Seit dem Umsturz haben sich offenbar Zehntausende zumeist schiitische Muslime aus Syrien in das Nachbarland Libanon abgesetzt. Trotz anderslautender Beteuerungen der führenden syrischen Rebellengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) hätten sie Angst vor Verfolgung durch die sunnitischen Islamisten, teilte ein Vertreter der libanesischen Regierung mit. Schiitische Muslime seien zumeist über soziale Medien und vereinzelt auch persönlich bedroht worden, berichteten sie der Nachrichtenagentur Reuters an der syrisch-libanesischen Grenze.
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EU-Staaten suchen Kontakt zur neuen Führung in Syrien
Die Europäische Union plant nach dem Umsturz in Syrien offenbar, schnell Kontakt zur neuen Führung des Landes aufzunehmen. Ein hochrangiger EU-Beamter sagte der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel, man wolle die Erwartungen Europas rasch verdeutlichen. Im Fokus stünden der Schutz von Minderheiten wie Kurden und Christen sowie die Risiken durch die verbleibenden russischen Militärstützpunkte.
Die Islamisten-Gruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS), die den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt hat, wird in Europa bislang als Terrorgruppe eingestuft. Die EU plant laut dem Bericht nun, erste Kontakte auf der Arbeitsebene zu knüpfen, um die Lage zu sondieren. Der für Syrien zuständige EU-Botschafter, derzeit in Beirut stationiert, könnte bald nach Damaskus zurückkehren.
Bereits am Samstag wird die neue EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas beim internationalen Außenministertreffen in Jordanien erwartet. Dort sind auch die Chefdiplomaten zahlreicher arabischer Länder, der Türkei und US-Außenminister Antony Blinken anwesend. Kallas betonte, dass Syrien nicht zu einem zweiten Irak, Libyen oder Afghanistan werden dürfe. Die EU wolle eine neue Flüchtlingskrise vermeiden und die Unabhängigkeit Syriens wahren.
Die EU-Außenminister wollen am Montag in Brüssel über weitere Pläne beraten.
Die Islamisten-Gruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS), die den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt hat, wird in Europa bislang als Terrorgruppe eingestuft. Die EU plant laut dem Bericht nun, erste Kontakte auf der Arbeitsebene zu knüpfen, um die Lage zu sondieren. Der für Syrien zuständige EU-Botschafter, derzeit in Beirut stationiert, könnte bald nach Damaskus zurückkehren.
Bereits am Samstag wird die neue EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas beim internationalen Außenministertreffen in Jordanien erwartet. Dort sind auch die Chefdiplomaten zahlreicher arabischer Länder, der Türkei und US-Außenminister Antony Blinken anwesend. Kallas betonte, dass Syrien nicht zu einem zweiten Irak, Libyen oder Afghanistan werden dürfe. Die EU wolle eine neue Flüchtlingskrise vermeiden und die Unabhängigkeit Syriens wahren.
Die EU-Außenminister wollen am Montag in Brüssel über weitere Pläne beraten.
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»Wenn meine Söhne irgendwann das Land verlassen, dann aus freien Stücken«
Unter den Feiernden in Aleppo sind auch Samah, 36, und ihre Söhne Mohammed, 19, (l.) und Zein, 17. Sie haben den ganzen Krieg in der über Jahre heftig umkämpften Stadt Aleppo verbracht. Mein Kollege Alexander Sarovic hat die drei heute kennengelernt. Ihm hat Samah erzählt, dass sie zwei Jahre lang versucht hat, ihren Sohn Mohammed über die Balkanroute nach Europa zu bringen, weil er im armeepflichtigen Alter war. Doch ein Schmuggler habe sie um das Geld geprellt, berichtet Samah, die früher als Model arbeitete. Die 36-Jährige ist erleichtert. »Nun muss ich es aber nicht mehr versuchen, weil Assad gestürzt ist«, sagt sie. »Wenn meine Söhne irgendwann das Land verlassen, dann aus freien Stücken und nicht weil sie müssen.«
Samah, 36, und ihre Söhne Mohammed, 19, (links) und Zein, 17. Foto: Alexander Sarovic/ DER SPIEGEL
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So berichtet der SPIEGEL über den Umsturz in Syrien
Zum ersten Mal in 54 Jahren findet das Freitagsgebet in Syrien nicht mehr unter Herrschaft der Assads statt. Gleichzeitig beginnt die Aufarbeitung. Die syrische Diaspora überlegt sich, ob sie zurückkehren soll. Und der ganze Nahe Osten verändert sich rasant. Der SPIEGEL beschäftigt sich mit all diesen Themen auch in seiner aktuellen gedruckten Ausgabe.
Alternativ finden Sie hier bereits jetzt die wichtigsten SPIEGEL-Texte, die zuletzt erschienen:
Alternativ finden Sie hier bereits jetzt die wichtigsten SPIEGEL-Texte, die zuletzt erschienen:
- Foltergefängnis Saidnaja: Das kalte Herz der Mordmaschinerie
- Migrationsforscherin: »Die Mehrheit der Syrer möchte langfristig bleiben«
- Syrien nach Assad: Wer jetzt im Nahen Osten herrscht
- Rebellenführer Abu Mohammad al-Julani: Der Mann, der Assad stürzte
- Syrer in Deutschland: »Mit Kindern geht man nicht in ein Land, das explodieren kann«
SPIEGEL-Cover für Ausgabe 51/2024. Foto: Hussein Malla / AP / dpa
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Meine Kollegin Şebnem Arsu hat in Aleppo mit vielen Menschen über ihre Not gesprochen.
Moharrem Bereket, 49, Stoffhändler im Suk, sagte ihr: »Wir haben so harte Zeiten hinter uns, dass nichts härter sein kann. Das Regime hat 2017 versprochen, den Markt wiederzubeleben, aber nichts ist geschehen. Ich wette, 99 Prozent der Assad-Anhänger wollten das Regime nicht mehr. Alle haben gelitten, wir wollen nicht mehr kämpfen. Der größte Test für die neue Regierung wird darin bestehen, dafür zu sorgen, dass die öffentlichen Bediensteten ordnungsgemäß arbeiten. Sie sagen, dass sie das machen werden, aber wir haben viele Versprechen gehört. Jetzt rufen meine Freunde aus dem Suk an und fragen, ob sie zurückkehren sollen. Ich sage ihnen, sie sollen kommen, wenn sie alleinstehend sind, und warten, wenn sie Familien haben. Schauen Sie sich um. Wir brauchen junge Leute, um das Land aufzubauen.«
Moharrem Bereket, 49, Stoffhändler im Suk, sagte ihr: »Wir haben so harte Zeiten hinter uns, dass nichts härter sein kann. Das Regime hat 2017 versprochen, den Markt wiederzubeleben, aber nichts ist geschehen. Ich wette, 99 Prozent der Assad-Anhänger wollten das Regime nicht mehr. Alle haben gelitten, wir wollen nicht mehr kämpfen. Der größte Test für die neue Regierung wird darin bestehen, dafür zu sorgen, dass die öffentlichen Bediensteten ordnungsgemäß arbeiten. Sie sagen, dass sie das machen werden, aber wir haben viele Versprechen gehört. Jetzt rufen meine Freunde aus dem Suk an und fragen, ob sie zurückkehren sollen. Ich sage ihnen, sie sollen kommen, wenn sie alleinstehend sind, und warten, wenn sie Familien haben. Schauen Sie sich um. Wir brauchen junge Leute, um das Land aufzubauen.«
Moharrem Bereket aus Aleppo. Foto: Şebnem Arsu / DER SPIEGEL
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Israels Armee will in Syrien erneut Waffen sichergestellt haben
Israel hat nach eigenen Angaben in Syrien erneut Waffen beschlagnahmt. Fallschirmjäger hätten in den von Israel besetzten Golanhöhen und in angrenzenden Gebieten unter anderem Panzerabwehrraketen und Munition sichergestellt, hieß es von der Armee. Bereits in den vergangenen Tagen hatte Israel von Waffenfunden berichtet.
Die israelische Armee hatte nach der Machtübernahme durch islamistische Rebellen in Syrien Truppen in die entmilitarisierte Zone auf dem Golan geschickt und war danach noch weiter auf syrisches Staatsgebiet vorgerückt. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu soll es eine vorübergehende Maßnahme sein, zuletzt war von einem Jahr Präsenz die Rede.
Das Vorgehen sorgte für Kritik. Es gebe »absolut keine völkerrechtliche Grundlage, um ein Land, das man nicht mag, präventiv ... zu entwaffnen«, sagte der Uno-Sonderberichterstatter Ben Saul am Mittwoch in Genf. »Wenn das der Fall wäre, wäre das ein Rezept für weltweites Chaos.«
Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat Israels Armee inzwischen auf rund 300 Quadratkilometern syrischen Gebiets Soldaten stationiert.
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Sechs Frauen feiern das Ende der Tyrannei
Syrische Frauen in Aleppo. Foto: Asia Haidar / DER SPIEGEL
Meine Kollegin Asia Haidar hat in Aleppo heute diese sechs Frauen kennengelernt. Sie alle sind Mütter in ihren Vierzigern und haben beschlossen, heute gemeinsam als Frauengruppe zu einer Versammlung auf dem Saadallah-al-Dschabiri-Platz zu gehen, um das Ende der Tyrannei unter Baschar al-Assad zu feiern und weil sie auf eine bessere Zukunft für ihr Land hoffen. Die Einladung zu der Veranstaltung hatten die sechs auf Facebook gesehen.
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Gehen oder bleiben?
Sollen sie jetzt zurückgehen, ihr Land wiederaufbauen? Oder hierbleiben, in der neuen Heimat? Hunderttausende Syrerinnen und Syrern in Deutschland stehen in diesen Tagen vor dieser Frage. Ein SPIEGEL-Team hat recherchiert, wie sie nach der ersten Euphorie auf ihre Zukunft schauen – und was das deutsche Asylrecht sagt.
Hier können Sie den Text lesen.
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Hussein Al-Ebrahem aus Dresden. Foto: Sven Döring / DER SPIEGEL
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Autokorso in Aleppo
Auf den Straßen Aleppos ist unser Kollege Alexander Sarovic unterwegs. Nach dem Freitagsgebet feiern die Menschen auf den Straßen der Stadt.
Foto: Alexander Sarovic/ DER SPIEGEL
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Gipfeltreffen am Samstag in Jordanien
Die Außenminister der arabischen Staaten treffen sich am Samstag in Akaba am Roten Meer, um über die Zukunft Syriens und der Region zu sprechen. An dem von Jordanien ausgerichteten Gipfeltreffen sollen auch Vertreter der USA, der Türkei, der Uno sowie die EU-Außenbeauftragte teilnehmen. Es wird die größte derartige Zusammenkunft seit dem Sturz des Assad-Regimes.
Der Uno-Sondergesandte für Syrien, Geir Pedersen, sagte am Freitag, die Lage in Syrien bleibe sehr unbeständig. Zwar deute die Entwicklung in einigen Bereichen auf eine Stabilisierung hin. »Aber es gibt weiterhin viele Herausforderungen.«
Der Uno-Sondergesandte für Syrien, Geir Pedersen, sagte am Freitag, die Lage in Syrien bleibe sehr unbeständig. Zwar deute die Entwicklung in einigen Bereichen auf eine Stabilisierung hin. »Aber es gibt weiterhin viele Herausforderungen.«
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Assads letzte Stunden in Damaskus
Der gestürzte syrische Machthaber Baschar al-Assad hat seine Fluchtpläne offenbar kaum jemandem anvertraut. Stattdessen habe Assad Berater, Beamte und sogar Verwandte getäuscht, berichteten mehr als ein Dutzend mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Am Samstag, Stunden vor seiner Flucht nach Moskau, habe Assad vor 30 Armee- und Sicherheitschefs gesprochen. Er habe ihnen versichert, militärische Unterstützung von Russland sei auf dem Weg, die syrische Armee solle durchhalten.
Auch Assads zivile Mitarbeiter seien ahnungslos gewesen. Bevor Assad am Sonntag zum Flughafen gefahren sei, habe er seinem Büroleiter im Präsidentenamt mitgeteilt, er fahre nach Hause. Seine Medienberaterin habe Assad gebeten, zu seinem Haus zu kommen, eine Rede zu schreiben. Bei ihrem Eintreffen habe sie niemanden vorgefunden.
Zerrissenes Poster von Ex-Diktator Baschar al-Assad in Damaskus. Foto: Getty Images
Assads letzter Ministerpräsident Mohammed Dschalali will noch am späten Samstagabend mit seinem Chef telefoniert haben. »In unserem letzten Gespräch sagte ich, wie schwierig die Situation sei... dass Panik und Entsetzen auf den Straßen herrschten«, sagte Dschalali im saudischen Fernsehen. Assad habe geantwortet: »Morgen werden wir sehen. Morgen.« Am Sonntagmorgen habe Dschalali versucht, seinen Chef anzurufen. Er habe Assad nicht mehr erreicht.
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Scholz: Viele geflüchtete Syrer sollten in Deutschland bleiben
Bundeskanzler Olaf Scholz spricht sich dafür aus, dass viele geflüchtete Syrer in Deutschland bleiben sollten. »Ich finde, dass wir sehr stolz sein können, dass wir so viele aufgenommen haben; dass wir sehr stolz sein können, dass wir es geschafft haben, dass so viele super integriert in Deutschland sind und mitarbeiten«, sagte er in einem am Freitag veröffentlichten Podcast. Sehr viele hätten mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft, und viele würden perfekt Deutsch sprechen.
Syrer, die gut integriert seien und einen Arbeitsvertrag hätten, seien willkommen, sagte Scholz. »Die werden wir auch nicht auffordern, ihre Arbeit zu kündigen und zu gehen.« Der SPD-Politiker betonte aber, dass Menschen ohne Aufenthaltsrecht Deutschland wieder verlassen müssten. Das gelte besonders für Straftäter.
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Mein Kollege Alexander Sarovic berichtet aus Aleppo: »Nach dem Freitagsgebet feiern Tausende auf den Straßen. Ich höre Sprechchöre und Gesänge: ›Haltet den Kopf hoch, ihr seid Syrer‹ und ›Baschar ist ein Hund Irans‹.«
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US-Außenminister Blinken zu Überraschungsbesuch im Irak
Der scheidende US-Außenminister Antony Blinken ist zu einem unangekündigten Besuch im Irak eingetroffen. Er traf sich dort zu Gesprächen mit Premierminister Mohammed Shia Al Sudani. Das US-Außenministerium teilte später mit, Blinkens Besuch unterstreiche das Engagement »für die Sicherheit, Stabilität und Souveränität des Landes«.
Ein nicht namentlich genannter US-Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Washington sehe den Wandel in Syrien als Chance, Irans Einfluss in der Region weiter zurückzudrängen. Blinken war zuvor bereits für Gespräche in Jordanien und der Türkei.
Ein nicht namentlich genannter US-Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Washington sehe den Wandel in Syrien als Chance, Irans Einfluss in der Region weiter zurückzudrängen. Blinken war zuvor bereits für Gespräche in Jordanien und der Türkei.
Antony Blinken bei seiner Ankunft in Bagdad. Foto: Andrew Caballero-Reynolds / REUTERS
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Ukraine bereit zu Getreidelieferungen nach Syrien
Der ukrainische Landwirtschaftsminister Witalij Kowal hat erklärt, dass sein Land bereit sei, Getreide nach Syrien zu liefern. Das sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach zwei russische Frachtschiffe nicht wie geplant in Syrien angekommen seien. Sie hätten Nahrungsmittel in das Land bringen sollen. Nach dem Sturz des Assad-Regimes hieß es aus zunächst nicht namentlich zitierten russischen Kreisen, man habe die Getreidetransporte nach Syrien gestoppt. Angeblich aufgrund von Unsicherheiten und Zahlungsproblemen. Das Regime in Damaskus war bis zum Machtwechsel wichtiger Partner des Kreml.
Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach zwei russische Frachtschiffe nicht wie geplant in Syrien angekommen seien. Sie hätten Nahrungsmittel in das Land bringen sollen. Nach dem Sturz des Assad-Regimes hieß es aus zunächst nicht namentlich zitierten russischen Kreisen, man habe die Getreidetransporte nach Syrien gestoppt. Angeblich aufgrund von Unsicherheiten und Zahlungsproblemen. Das Regime in Damaskus war bis zum Machtwechsel wichtiger Partner des Kreml.
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Russische Truppenfahrzeuge rollen in Richtung Militärbasen des Kreml
Auf der syrischen Autobahn fahren russische Truppenfahrzeuge aus Richtung Homs. Diese Szenen beobachtete mein SPIEGEL-Kollege Fritz Schaap. Die Fahrzeuge mit russischen Flaggen rollen in Richtung Westküste. Dort unterhält der Kreml seine einzigen militärischen Außenposten außerhalb der ehemaligen Sowjetunion: den Militärflughafen im syrischen Latakia und die Marinebasis im Hafen von Tartus. Russland nutzte die Stützpunkte als Drehscheibe, um russische Kräfte in Afrika zu versorgen. Russland plant offenbar, seine Militärbasen in Syrien zu räumen, berichtet die dpa.
Russische Truppen in Richtung Tartus. Video: Fritz Schaap
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EU-Kommission startet Luftbrücke für Syrien
Die Europäische Kommission startet eine neue humanitäre Luftbrücke zur medizinischen Notversorgung und mit lebenswichtigen Gütern für die Menschen in Syrien. Mit von der EU finanzierten Hilfsflügen sollen insgesamt 50 Tonnen medizinischer Hilfsgüter aus EU-Lagerbeständen in Dubai nach Adana in der Türkei gebracht werden, teilte die Brüsseler Behörde mit. In den kommenden Tagen würden sie von dort über die Grenze verteilt werden.
Außerdem werden der Kommission zufolge 46 weitere Tonnen an Gesundheits- und Bildungsmaterialien sowie Unterkünften per Lastwagen nach Adana transportiert. Dort sollen sie zur Verteilung an das Uno-Kinderhilfswerk Unicef und die Weltgesundheitsorganisation in Syrien übergeben werden. Die humanitäre Hilfe für Syrien im Jahr 2024 beläuft sich nach Angaben der Behörde auf insgesamt 163 Millionen Euro.
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Wer jetzt im Nahen Osten herrscht
Durch den Sturz der Assad-Diktatur wird die Macht in Nahost umverteilt: Iran verliert, die Türkei und Israel gewinnen. Und die Europäer suchen nach ihrer Rolle. Aus Moskau, Berlin und Tel Aviv analysieren Christina Hebel, Maximilian Popp und Thore Schröder die neuen Machtverhältnisse im Nahen Osten.
In Istanbul feiern Syrer den Sturz Assads und den türkischen Präsidenten Erdoğan . Foto: Tolga Uluturk / ZUMA Press Wire / action press
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Riesiges Drogenlabor bei Damaskus entdeckt
Am westlichen Stadtrand von Damaskus sollen die nun in Syrien regierenden Rebellen ein industrielles Drogenlabor entdeckt haben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. In den höhlenartigen Lagerhallen in der Stadt Duma sollen die Rebellen eigenen Angaben nach Tausende Pillen gefunden haben, die in Möbeln, Obst, dekorativen Kieselsteinen und Spannungsstabilisatoren versteckt gewesen sein sollen.
Video: Martin Jäschke/ Der SPIEGEL, Material: Reuters
Unter dem Assad-Regime war Syrien zu einem Narco-Staat geworden: Das Regime finanzierte sich maßgeblich durch den Handel mit Captagon, es ließ die Droge in regimetreuen Gebieten produzieren. Der Schmuggel in die Golfstaaten und nach Afrika, wo Captagon als Partydroge und leistungssteigerndes Mittel beliebt ist, generierte erhebliche Deviseneinnahmen. Damit umging das Regime internationale Sanktionen und finanzierte den Krieg. Dabei profitierten hochrangige Funktionäre und Milizen direkt von den Gewinnen.
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»Wenn sie das täten, würde sich die Zahl der Rückkehrer mindestens verdoppeln«
Die Debatte über eine Rückkehr von Menschen nach Syrien wird nicht nur in Europa geführt. Sie beschäftigt vor allem auch die Syrerinnen und Syrer selbst. Meine Kollegin Şebnem Arsu hat in Aleppo mit Menschen gesprochen, die nun erstmals zurück in ihre Heimat konnten.
Der einheimische Syrer Qasim Al Qasim etwa sagte ihr: »Wir waren sehr überrascht. Verglichen mit dem, was sie in der Türkei hatten – Schulen, Geschäfte, Dienstleistungen –, gibt es hier nichts. Vielleicht nur fünf Prozent von Aleppo sind bewohnbar. Meine eigene Tochter ist in der türkischen Grenzstadt Kilis. Bevor ich sie nachhole, möchte ich erst einmal sehen, wie es in ein paar Monaten aussieht. Die Türkei lässt momentan niemanden nach Syrien pendeln. Wenn sie es täte, könnten die Menschen ihre Häuser überprüfen, sich vorbereiten, bevor sie endgültig zurückkehren. Dann würde sich die Zahl der Rückkehrer mindestens verdoppeln. Die Syrer lieben es, mit ihrer Familie zusammen zu sein. Sie vermissen ihr Land.«
Der einheimische Syrer Qasim Al Qasim etwa sagte ihr: »Wir waren sehr überrascht. Verglichen mit dem, was sie in der Türkei hatten – Schulen, Geschäfte, Dienstleistungen –, gibt es hier nichts. Vielleicht nur fünf Prozent von Aleppo sind bewohnbar. Meine eigene Tochter ist in der türkischen Grenzstadt Kilis. Bevor ich sie nachhole, möchte ich erst einmal sehen, wie es in ein paar Monaten aussieht. Die Türkei lässt momentan niemanden nach Syrien pendeln. Wenn sie es täte, könnten die Menschen ihre Häuser überprüfen, sich vorbereiten, bevor sie endgültig zurückkehren. Dann würde sich die Zahl der Rückkehrer mindestens verdoppeln. Die Syrer lieben es, mit ihrer Familie zusammen zu sein. Sie vermissen ihr Land.«
Qasim Al Qasim. Foto: Şebnem Arsu / DER SPIEGEL
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Syrische Geflüchtete arbeiten besonders häufig in systemrelevanten Berufen
Mit dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hat eine Debatte über eine Rückkehr syrischer Geflüchteter begonnen – hierzulande würden sie laut der Bundesarbeitsagentur (BA) dann hauptsächlich in Mangelberufen und systemrelevanten Berufen fehlen.
Einer Untersuchung der Behörde zufolge arbeiteten zuletzt 62 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Syrerinnen und Syrer hierzulande in systemrelevanten Berufen, etwa im Bereich Transport und Logistik, soziale Dienstleistungen oder im Gesundheitswesen. Bei den deutschen Beschäftigten waren es 48 Prozent.
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Uno meldet bislang wenige Rückkehrer nach Syrien
Der Umsturz in Syrien hat nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR noch keine größere Rückkehr von Geflüchteten ausgelöst. Seit dem Wochenende seien 3.000 Heimkehrer an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien gezählt worden, berichtete UNHCR-Vertreter Gonzalo Vargas Llosa aus Damaskus. Aus dem Libanon seien am Vortag 2.000 Menschen zurückgekommen.
Viele Geflüchtete warteten noch ab, sagte Vargas. Er verwies darauf, dass nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad Recht und Ordnung im Land noch nicht wiederhergestellt seien. Rückkehrer wünschen sich nicht nur einen friedlichen Machtübergang und Versöhnung nach Jahren des Bürgerkriegs, sondern auch internationale Hilfe, um in ihrer Heimat wieder wirtschaftlich Fuß fassen zu können.
Rund 4,8 Millionen Flüchtlinge aus Syrien leben nach Angaben des UNHCR in Nachbarländern und in nordafrikanischen Staaten. Alle Syrer sollten »die Möglichkeit haben, in ihrem eigenen Tempo und ohne Druck zu entscheiden, wann sie zurückkehren möchten«, sagte UNHCR-Sprecher William Spindler in Genf.
Syrer mit ihrem Gepäck in der Türkei an der Grenze zu Syrien. Foto: Kazim Kizil / EPA
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Alte Gesänge – und Forderungen nach der Hinrichtung Assads
Meine SPIEGEL-Kollegin Asia Haidar berichtet aus Aleppo: »Mit einer offenen Einladung an die Bevölkerung von Aleppo findet heute eine große Versammlung auf dem Saadallah-al-Dschabiri-Platz statt. Es ist ein Platz, der einst mit Assads Soldaten, Panzern und Waffen gefüllt war. Jetzt ist er voller feiernder Zivilisten. Einige Soldaten des HTS und der Übergangsregierung schützen die Menschen bei der Versammlung. Männer, Frauen und Kinder schwenken die Revolutionsfahne. Einige schenken sich Blumen. Alte Gesänge aus der Revolution vor 13 Jahren werden gespielt, und die Menschen singen gemeinsam. Die Leute singen auch, dass sie Baschar al-Assad hinrichten lassen wollen.«
Video: Asia Haidar/ DER SPIEGEL
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