Die Unruhen in Iran halten an, wie auf diesen Aufnahmen des Senders Rudaw aus Sardascht im Nordwesten des Landes zu sehen. Die Zahl der Todesopfer ist laut iranischer Staatsmedien auf 35 gestiegen, Aktivisten gehen von mindestens 50 Opfern aus. Nach Angaben von Amnesty International haben Sicherheitskräfte mit scharfer Munition auf unbewaffnete Demonstranten geschossen. Mehr als 700 Menschen wurden allein in der nordiranischen Provinz Gilan festgenommen. Im Ausland solidarisieren sich zahlreiche Menschen mit den Frauen in Iran. In Berlin protestierten am Freitag Hunderte gegen das brutale Vorgehen des iranischen Regimes.
Nadia, Demonstrantin: »Das iranische Regime schreibt den Frauen vor, was sie zu tragen haben und was nicht. Wir wollen die Freiheit besitzen, selbst zu entscheiden, was wir tun und was wir anziehen wollen. Einfach Freiheit.«
Daniela Sepheri, Demonstrantin: »Es geht darum, in Freiheit leben zu dürfen und in Freiheit rausgehen zu dürfen, an das glauben zu dürfen, was man möchte. Die politische Richtung festhalten zu dürfen, die man möchte. Die Menschen im Iran wollen keine islamische Republik mehr.«
Als Symbol des Protests schneiden sich die Frauen die Haare ab. Sich in der Öffentlichkeit ohne Kopftuch zu zeigen, verstößt in Iran gegen die offizielle Kleiderordnung. In Teheran hat das Regime Gegendemonstrationen organisiert. Die Regierungstreuen forderten die Todesstrafe für die Demonstrantinnen.
Auslöser der Proteste war der gewaltsame Tod der jungen Frau Mahsa Amini vor mehr als einer Woche. Amini war mutmaßlich von Polizisten zu Tode geprügelt worden, weil sie angeblich ihr Kopftuch nicht nach Vorschrift getragen hatte. Die genauen Umstände sind noch unklar. Die Regierung streitet jede Verantwortung ab.