Minutenprotokoll zum Washington-Gipfel Trump will mit Vorbereitungen für Putin-Selenskyj-Treffen begonnen haben
Der US-Präsident ruft während des Supergipfels den Kremlchef an. Die Liveanalyse zum Nachlesen.
Mit
Anna-Lena Abbott,
Alexander Chernyshev,
Malte Göbel,
Niklas Hausser,
Björn Hengst,
Oliver Imhof,
Britta Kollenbroich,
Marina Kormbaki,
Paul-Anton Krüger,
Julia Lange,
Fedir Petrov,
Jan Petter,
Marc Pitzke,
Mathieu von Rohr,
Alexander Sarovic,
Alexander Schmitt,
Benjamin Schulz,
Elisa Schwarze und
Anika Zeller
Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
Wichtige Updates
Sortierung
Die Blitzanalyse: Fünf Erkenntnisse des Supergipfels
Das eilig einberufene transatlantische Gipfeltreffen zum Ukrainekrieg ist am Montagabend nach mehr als fünf Stunden geendet. Immerhin: Bei diesem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Oval Office kam es nicht zum Eklat. Selenskyj dankte und schmeichelte dem US-Präsidenten. Donald Trump wiederum gefiel sich erkennbar darin, Gastgeber dieses Gipfels mit sieben europäischen Spitzenpolitikern zu sein. So viel hochrangiger Besuch ist selbst im Weißen Haus selten.
Aber: Der ausgebliebene Eklat macht noch keinen erfolgreichen Gipfel. Auch nach dieser Verhandlungsrunde in Washington, die mitunter improvisiert und für die Kameras inszeniert zu sein schien, ist ein baldiges Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht in Sicht. Ob und wann es zu dem von Trump in Aussicht gestellten Treffen zwischen Selenskyj und Kremlherrscher Wladimir Putin kommt, steht nicht fest; Russland griff während des Washingtoner Treffens die Ukraine an. Zudem können sich die Europäer nach wie vor nicht sicher sein, ob der US-Präsident auf ihrer Seite ist oder ob Trump die Sicherheitsinteressen Europas am Ende doch den Ambitionen von Machthaber Putin opfert.
Hier sind fünf Erkenntnisse des Ukrainegipfels in der Schnellanalyse:
1. Trump hält Show für Diplomatie
Der US-Präsident trat mit Selenskyj und später dann mit den Europäern vor die Presse, noch bevor er mit ihnen hinter verschlossenen Türen verhandelt hatte. Als er nach entscheidenden Wegmarken auf dem Weg zu einem Frieden in der Ukraine gefragt wurde, verwies er auf ein Treffen zwischen Selenskyj und Putin, wo all das geklärt werden könne. Es soll schon bald stattfinden. Trump stellt das nächste Spektakel in Aussicht. Hauptsache, seine Show geht weiter.
Trump will den großen Auftritt, Details sind ihm offenbar egal. Waffenstillstand, Sicherheitsgarantien, Gebietsabtretungen – Konkretes dazu wollte Trump nicht mitteilen. Vielleicht deshalb, weil es ihn nicht sehr interessiert. Oder aber, weil es noch kaum Konkretes gibt. Trumps Außenminister Marco Rubio soll nun mit den nationalen Sicherheitsberatern der angereisten Staats- und Regierungschefs Sicherheitsgarantien ausarbeiten und einen, wie es aus deutschen Regierungskreisen hieß, geordneten Verhandlungsprozess aufsetzen. Diplomatische Kärrnerarbeit, die eigentlich großen Gipfeln vorausgeht. Trump wählt den umgekehrten Weg.
2. Sicherheitsgarantien: Trump sieht Europa in der Pflicht
Um einer Friedensvereinbarung zustimmen zu können, muss sich die Ukraine sicher sein, dass sie im Falle einer neuen russischen Aggression auf westliche Hilfe zählen kann. In einem Telefonat mit Trump hatten die Europäer am Wochenende noch Hoffnung geschöpft, dass der Amerikaner bereit sein könnte, sich zu solchen Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu bekennen. Als Trump am Montag gefragt wurde, ob er bereit sei, US-Truppen in das osteuropäische Land zu schicken, verwies er allerdings auf die Europäer: Die stünden schließlich »in der ersten Verteidigungslinie«. Die USA würden sich einbringen. Wie genau? Ließ Trump offen, nur so viel: »Wir werden ihnen sehr guten Schutz bieten, sehr gute Sicherheit.« Die Amerikaner würden dann die von »verschiedenen europäischen Staaten« bereitgestellten Garantien »koordinieren«. Amerika zieht sich zurück in die zweite Reihe.
Erstaunlich konkret wurde dann Kanzler Friedrich Merz in seinem Abschlussstatement. Als er gefragt wurde, ob Deutschland bereit sei, Friedenstruppen in die Ukraine zu entsenden, sagte Merz, dass er darüber mit den europäischen Partnern und der von ihm geführten schwarz-roten Koalition reden wolle. Auch sei die Frage zu klären, ob der Bundestag über ein solches Bundeswehrmandat entscheiden müsse. Es klang wie ein Ja zu einem Bundeswehreinsatz in der Ukraine – nach einer vereinbarten Waffenruhe. Der Kanzler will offenbar ein Zeichen der Stärke in Richtung Moskau senden. Und geht dafür innenpolitisch ins Risiko.
3. Waffenstillstand: Die Europäer dringen nicht durch
Es war das Hauptanliegen, mit dem Präsident Selenskyj, Kanzler Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die anderen fünf Europäer ins Weiße Haus gekommen waren: Trump dazu zu bringen, dass er Putin zu einem Waffenstillstand drängt, als Bedingung für ernsthafte Friedensgespräche. Merz wurde auch hier deutlich: »Um ehrlich zu sein: Wir alle möchten einen Waffenstillstand sehen, spätestens ab dem nächsten Treffen«, sagte er. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nächste Treffen ohne Waffenstillstand stattfindet.« Doch Merz blitzte bei Trump ab. Bei all den Friedensschlüssen, die er zuletzt vermittelt habe, sei es nie um Waffenstillstand gegangen, sagte der Amerikaner, solch ein Schritt sei auf dem Weg zum Frieden nicht nötig. Die russische Führung sieht das übrigens genauso.
4. Die Europäer zeigen sich einig
Europäer und Ukrainer hatten in den vergangenen Tagen einige Bedingungen für mögliche Friedensverhandlungen formuliert: ein Waffenstillstand, keine Abtretung von ukrainischen Gebieten an Russland, die russische Truppen nicht besetzen, keine rechtliche Anerkennung besetzter Gebiete, Sicherheitsgarantien für Kyjiw, Druck auf Moskau. Sieht man einmal von seiner zurückhaltenden Bereitschaft für Sicherheitsgarantien ab, hat sich Trump zu nichts von all dem klar bekannt, jedenfalls nicht öffentlich. Die Europäer dringen bei ihm nicht durch.
Trotzdem war es richtig, dass Merz, Macron, Nato-Chef Mark Rutte, EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, der britische Premier Keir Starmer, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Finnlands Präsident Alexander Stubb spontan nach Washington gereist sind. Klar, ihr Besuch hat Trumps Ego geschmeichelt, er hat aber auch deutlich gemacht, dass die Europäer in der Ukrainefrage ziemlich geschlossen sind und die Ukraine weiterhin unterstützen wollen.
Nach seinem Treffen mit Putin in Alaska schien Trump die Argumente des Russen zu übernehmen, Selenskyj und die Europäer konfrontierten ihn nun mit ihrer Gegenerzählung. Das ist offenbar nötig.
5. Merz gewinnt an Statur
Der deutsche Kanzler möchte Europa anführen. Merz kommt seinem Anspruch zuletzt in großen Schritten nahe. Am Wochenende, unter dem Eindruck der verstörenden Bilder von Trump und Putin aus Alaska, trommelte er die Europäer zusammen. Merz hatte einigen Anteil daran, dass die Reisegruppe aus Europa mitunter ihren Sommerurlaub unterbrach und nach Washington aufbrach, um Trump ins Gewissen zu reden.
Am Tisch mit Trump, während die Kameras liefen, widersprach Merz dem US-Präsidenten. Freundlich, aber bestimmt pochte er auf eine Waffenruhe in der Ukraine und wies darauf hin, dass der komplizierte Teil der Verhandlungen erst noch bevorstehe. »Ich glaube nicht, dass es da etwas gibt, das über die Maßen komplex ist«, konterte Trump in Richtung seines »Freundes« Merz.
Der Kanzler muss künftig mit Gegenwind aus Washington rechnen. Er scheint darauf gefasst zu sein.

Foto: Andrew Caballero-Reynolds / AFP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Liebe Leserinnen, liebe Leser, an dieser Stelle beenden wir unsere Liveanalyse. Auf SPIEGEL.de halten wir Sie aber natürlich weiterhin über alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden. Kommen Sie gut in den Tag!
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Das Risiko war hoch. Am Ende sind die Europäer einfach erleichtert
Nervös seien die Europäer zum Ukrainegipfel nach Washington gereist, schreiben unsere Korrespondenten Britta Kollenbroich und Paul-Anton Krüger aus Washington. »Doch ihr Auftritt bei US-Präsident Trump hat Wirkung: Am Ende steht kein Diktatfrieden, sondern die Hoffnung auf den Beginn eines Friedensprozesses.« Hier können Sie jetzt die ganze Analyse lesen.

Foto: Andrew Caballero-Reynolds / AFP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Ukraine und Russland melden gegenseitige Angriffe
Parallel zu Gesprächen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in den USA hat das russische Militär Ziele in der Zentral- und Südukraine mit Drohnen und Raketen angegriffen. Schwerpunkt waren nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe und von Militärbeobachtern das zentralukrainische Gebiet Poltawa und dabei insbesondere die Industriestadt Krementschuk. Mehrere Dutzend Drohnen und mindestens zwei ballistische Raketen seien auf die Region abgefeuert worden. Zudem ging den Angaben nach eine ballistische Rakete auf ein Ziel im südukrainischen Gebiet Odessa nieder. Über Schäden und Opfer ist bisher nichts bekannt.
Im russischen Wolgagebiet wurden wiederum ukrainische Drohnenangriffe registriert. Unter Berufung auf den Gouverneur des Gebietes Wolgograd, Andrej Botscharow, berichteten russische Medien über Brände aufgrund herabgestürzter Drohnentrümmer auf dem Gelände einer Erdölraffinerie. Zudem sei ein Krankenhaus beschädigt worden. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Im russischen Wolgagebiet wurden wiederum ukrainische Drohnenangriffe registriert. Unter Berufung auf den Gouverneur des Gebietes Wolgograd, Andrej Botscharow, berichteten russische Medien über Brände aufgrund herabgestürzter Drohnentrümmer auf dem Gelände einer Erdölraffinerie. Zudem sei ein Krankenhaus beschädigt worden. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Einsatz für ukrainische Kinder – Von der Leyen dankt Trump
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bedankt sich bei US-Präsident Donald Trump für dessen Einsatz zugunsten aus der Ukraine entführter Kinder. Bei X schreibt sie: »Die menschlichen Kosten dieses Krieges müssen ein Ende haben. Und das bedeutet, dass jedes einzelne von Russland entführte ukrainische Kind zu seiner Familie zurückgebracht werden muss.« Trump hatte zuvor bei Truth Social geschrieben, er habe über das »massive weltweite Problem von vermissten Kindern« gesprochen. Das sei ein wichtiges Thema für ihn und First Lady Melania Trump, es stehe ganz oben auf der Liste.
Zu Beginn der Gespräche in Washington hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Brief seiner Frau Olena an Melania Trump übergeben. Er wolle sich bei Melania bedanken, die sich ihrerseits mit einem Brief an Kremlchef Wladimir Putin gewandt hatte (mehr dazu hier).
Zu Beginn der Gespräche in Washington hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Brief seiner Frau Olena an Melania Trump übergeben. Er wolle sich bei Melania bedanken, die sich ihrerseits mit einem Brief an Kremlchef Wladimir Putin gewandt hatte (mehr dazu hier).
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Bilder vom Supergipfel in Washington
Nach mehr als fünf Stunden ist der Ukrainegipfel im Weißen Haus zu Ende. Eindrücke der Fotografen:
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Macron beharrt auf Waffenruhe, Sicherheitsgarantien und Friedenstruppen
Der französische Präsident Emmanuel Macron bekräftigte nach dem Gipfeltreffen, dass ein »solides und robustes Friedensabkommen« erforderlich sei. Dafür müsse in einem Waffenstillstand die Bombardierung der Ukraine beendet werden. Nach einem Abkommen seien Sicherheitsgarantien und Friedenssicherungseinsätze notwendig, um Russland von einer erneuten Invasion abzuhalten. Gebietsabtretung der Ukraine an Russland seien nicht Thema gewesen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Als Korrespondentin im Weißen Haus: Warten und Gerüchte
Das Programm für den Supergipfel im Weißen Haus war nur wenige Stunden vor Beginn veröffentlicht worden – mit ungewöhnlich wenig Gelegenheiten, Präsident Trump und seinen Gästen Fragen zu stellen. Der letzte Termin auf der Liste: die gemeinsamen Beratungen von Trump, Selenskyj und den Europäern. Wie es danach weitergehen würde? Offen. Würde es doch noch einen Eklat geben? Oder gar eine gemeinsame Pressekonferenz?
Über Stunden harrten Dutzende Medienvertreter vor dem West Wing und im kleinen blauen Presseraum des Weißen Hauses aus, darunter auch eine große Delegation ukrainischer Journalistinnen und Journalisten, versorgten einander mit Kaffee und den neuesten Gerüchten. Plötzlich hieß es, Trump habe den Gipfel unter- oder gar abgebrochen, telefoniere nun mit Russlands Machthaber Wladimir Putin. Unruhe im Raum, der mittlerweile wegen des Dauerregens deutlich voller war. Später als erwartet endete die Show im Weißen Haus – ohne einen finalen Auftritt Trumps. Mehr Gelegenheit für Fragen gab es im Anschluss bei den Pressestatements der Europäer.
Über Stunden harrten Dutzende Medienvertreter vor dem West Wing und im kleinen blauen Presseraum des Weißen Hauses aus, darunter auch eine große Delegation ukrainischer Journalistinnen und Journalisten, versorgten einander mit Kaffee und den neuesten Gerüchten. Plötzlich hieß es, Trump habe den Gipfel unter- oder gar abgebrochen, telefoniere nun mit Russlands Machthaber Wladimir Putin. Unruhe im Raum, der mittlerweile wegen des Dauerregens deutlich voller war. Später als erwartet endete die Show im Weißen Haus – ohne einen finalen Auftritt Trumps. Mehr Gelegenheit für Fragen gab es im Anschluss bei den Pressestatements der Europäer.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Nato-Generalsekretär Mark Rutte spricht gerade bei Fox News von einem »sehr erfolgreichen Tag in Washington«: Man habe dabei auch über Sicherheitsgarantien für die Ukraine diskutiert. Die Gespräche darüber sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Eine Entsendung von Bodentruppen wurde laut Rutte bei dem Gipfel nicht thematisiert.

Nato-Generalsekretär Rutte in Washington. Foto: Andrew Caballero-Reynolds / AFP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Finnlands Präsident lobt Trump
Finnlands Präsident Alexander Stubb hat sich positiv über den Gipfel im Weißen Haus geäußert. Es seien konstruktive Gespräche gewesen, sagte Stubb. Das Auftreten von US-Präsident Donald Trump nannte er ergebnisorientiert. Es sei die Idee des US-Präsidenten gewesen, Kremlchef Putin anzurufen und ein bilaterales Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorzuschlagen. Es werde sich nun zeigen, ob Putin den Mut habe, zu einem solchen Treffen zu kommen, sagte Stubb in Washington.

Foto: Oliver Contreras / AFP
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Wir hatten an dieser Stelle bereits unter Verweis auf die »Financial Times« berichtet, dass die Ukraine den USA einen Milliarden-Waffendeal für Sicherheitsgarantien vorschlägt. Das hat der ukrainische Präsident nun bestätigt: Kyjiw schlage vor, amerikanische Waffen im Wert von etwa 90 Milliarden Dollar zu kaufen, sagt Selenskyj nun. Die »Financial Times« hatte von 100 Milliarden Dollar berichtet. Der Waffenkauf sei Teil eines Abkommens, um nach einer Friedensvereinbarung mit Russland Sicherheitsgarantien von den USA zu erhalten.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Selenskyj zeigt sich bereit für Treffen mit Putin
US-Präsident Trump und Kanzler Merz haben es in Aussicht gestellt, jetzt spricht auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über ein mögliches bilaterales Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin. Die Ukraine sei zu einem solchen Treffen bereit, sagt er. »Ich denke, wir sollten uns mit Putin ohne jegliche Bedingungen treffen. Wenn wir anfangen, einen vorläufigen Waffenstillstand zu fordern, wird Russland anfangen, hundert andere Bedingungen zu stellen.«
Trump habe sich mit der russischen Seite in Verbindung gesetzt, sagt Selenskyj. Moskau habe dabei zunächst das bilaterale Treffen vorgeschlagen und dann ein trilaterales Treffen mit Beteiligung der USA. »Wir kennen keine Details über das bilaterale Treffen«, so Selenskyj. Alle Parteien müssten den Willen zeigen, den Krieg zu beenden. Sollte dies nicht der Fall sein, werde die Ukraine die USA bitten, entsprechend zu handeln.
Trump habe sich mit der russischen Seite in Verbindung gesetzt, sagt Selenskyj. Moskau habe dabei zunächst das bilaterale Treffen vorgeschlagen und dann ein trilaterales Treffen mit Beteiligung der USA. »Wir kennen keine Details über das bilaterale Treffen«, so Selenskyj. Alle Parteien müssten den Willen zeigen, den Krieg zu beenden. Sollte dies nicht der Fall sein, werde die Ukraine die USA bitten, entsprechend zu handeln.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Wie geht es weiter?
Der Bundeskanzler gibt auch einen kurzen Überblick über den Plan für die kommenden Tage:
- Am Dienstag soll eine Videokonferenz der »Koalition der Willigen« stattfinden, an der 32 Staaten teilnehmen werden, die die Ukraine unterstützen.
- Um 13 Uhr deutscher Zeit sei eine Sondersitzung des Europarats geplant, bei der die Teilnehmer am Gipfel mit Trump ihren Kollegen über den Verlauf des Treffens berichten.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Die vier Kernbotschaften von Bundeskanzler Merz
Kanzler Merz sieht vier Botschaften des Treffens mit US-Präsident Trump:
- Eine echte Verhandlung könne es nur auf einem Gipfel geben, an dem auch die Ukraine teilnimmt. Ein solcher Gipfel könne nur stattfinden, wenn die Waffen schweigen. Es sei auch kaum vorstellbar, dass Selenskyj an einem solchen Gipfel ohne Waffenruhe teilnehme.
- Ein solcher Gipfel müsse gründlich vorbereitet sein. »Ob der russische Präsident den Mut haben wird, zu einem solchen Gipfel zu kommen, das wissen wir nicht.« Daher brauche es Überzeugungsarbeit. Im Telefonat von Trump und Putin sei ein Zweiertreffen von Selenskyj und Putin verabredet worden, dem werde ein Dreiertreffen mit Trump folgen.
- Kyjiw dürfe nicht zu Gebietsabtretungen gezwungen werden. Der Plan, die Ukraine solle die noch freien Teile des Donbass aufgeben, sei mit dem Verzicht der USA auf Florida vergleichbar.
- Merz begrüßt die Bereitschaft von Trump zu Sicherheitsgarantien. Dazu seien die USA bereit, und es solle mit den europäischen Staaten koordiniert werden.
Merz lobt ausdrücklich die konstruktive Atmosphäre der Beratungen und die gute Zusammenarbeit unter den Europäern. Es sei gelungen, mit einer Stimme zu sprechen. »Das war mir, wie Sie alle wissen, besonders wichtig.«
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Merz: »Schicksalhafte Tage für die Ukraine und für Europa«
Bundeskanzler Merz lobt vor der Presse den offenen Gedankenaustausch mit US-Präsident Trump. Dies seien »schicksalhafte Tage für die Ukraine und für Europa«, sagt Merz. Ein Treffen von Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj soll es innerhalb der nächsten zwei Wochen geben. Es müsste aber aus Merz’ Sicht von einem Waffenstillstand begleitet werden, und es müsse sowieso abgewartet werden, ob Putin den Mut zu einem solchen Treffen habe. Merz begrüßt die Bereitschaft von US-Präsident Trump, Sicherheitsgarantien für die Ukraine auszusprechen.

Foto: Kay Nietfeld / dpa
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Putin-Berater spricht weiterhin von Delegationsgesprächen – also weiter ohne Staatschefs?
In einer einminütigen Audiobotschaft kommentierte Putins außenpolitischer Berater Jurij Uschakow die Ergebnisse des Telefonats zwischen Putin und Trump. Sowohl der Kreml als auch das Weiße Haus befürworteten dabei die Fortsetzung der direkten Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation. Der Kreml wolle »die Möglichkeit einer Erhöhung des Ranges der Vertreter prüfen lassen«. Putin betonte die Bedeutung der Bemühungen um eine langfristige Lösung in der Ukraine, räumte Uschakow ein.
Vor dem Hintergrund der letzten Äußerungen Trumps wirkt der Kommentar etwas seltsam, denn es entsteht eher der Eindruck, dass die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine weiterhin ohne Staatschefs stattfinden werden.
Vor dem Hintergrund der letzten Äußerungen Trumps wirkt der Kommentar etwas seltsam, denn es entsteht eher der Eindruck, dass die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine weiterhin ohne Staatschefs stattfinden werden.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Trump zu Macron: Putin »will einen Deal für mich machen«
Kurz vor dem Gespräch Trumps mit den europäischen Spitzenvertretern im East Room des Weißen Hauses kam es zu dieser Szene: Ein offenes Mikrofon fängt ein Gespräch zwischen dem US-Präsidenten und Emmanuel Macron auf, das offenbar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Trump sagt, offenbar über Russlands Machthaber Putin: »Ich glaube, er will einen Deal machen. Ich glaube, er will einen Deal für mich machen. Verstehst du das? So verrückt das auch klingen mag.«
[M] DER SPIEGEL / Alexander Schmitt; REUTERS
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Trump schreibt von »sehr gutem« Gipfel – und stellt Treffen von Putin und Selenskyj in Aussicht
Nach seinen Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten und europäischen Staats- und Regierungschefs meldet sich US-Präsident Donald Trump bei Truth Social zu Wort. Er habe ein »sehr gutes« Treffen mit »hochrangigen« Gästen gehabt, schreibt er. Man habe über Sicherheitsgarantien für die Ukraine diskutiert, »die von den verschiedenen europäischen Ländern in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten von Amerika gewährt werden sollen«.
Am Ende des Treffens habe er dann Wladimir Putin angerufen und damit begonnen, ein Treffen zwischen dem Kremlchef und Wolodymyr Selenskyj vorzubereiten, schreibt Trump weiter. Nach diesem Gespräch solle es dann einen trilateralen Gipfel geben, an dem er selbst teilnehmen werde.
Am Ende des Treffens habe er dann Wladimir Putin angerufen und damit begonnen, ein Treffen zwischen dem Kremlchef und Wolodymyr Selenskyj vorzubereiten, schreibt Trump weiter. Nach diesem Gespräch solle es dann einen trilateralen Gipfel geben, an dem er selbst teilnehmen werde.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Selenskyj und die anderen europäischen Spitzenpolitiker bleiben offenbar länger im Weißen Haus als geplant: Nach übereinstimmenden Angaben verschiedener Medien ist nun noch ein gemeinsames Dinner vorgesehen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Ukraine schlägt USA offenbar 100-Milliarden-Waffendeal für Sicherheitsgarantien vor
Die Ukraine will sich einem Bericht zufolge verpflichten, amerikanische Waffen im Wert von 100 Milliarden Dollar zu kaufen – als Teil eines Abkommens, um nach einer Friedensvereinbarung mit Russland Sicherheitsgarantien von den USA zu erhalten. Das berichtet die »Financial Times« (»FT«). Die Zeitung beruft sich dabei auf ein ihr vorliegendes Dokument. Demnach soll der Waffenkauf von Europa finanziert werden.
Das Dokument enthält laut »FT« keine Angaben dazu, welche Waffen die Ukraine kaufen möchte. Die Regierung in Kyjiw habe aber deutlich gemacht, dass sie an mindestens zehn in den USA hergestellten Patriot-Flugabwehrsystemen sowie an weiteren Raketen und Ausrüstung interessiert sei. Die Ukraine schlägt dem Bericht zufolge außerdem vor, mit den USA einen Vertrag über 50 Milliarden Dollar abzuschließen, um Drohnen mit ukrainischen Firmen zu produzieren.
Das Dokument enthält laut »FT« keine Angaben dazu, welche Waffen die Ukraine kaufen möchte. Die Regierung in Kyjiw habe aber deutlich gemacht, dass sie an mindestens zehn in den USA hergestellten Patriot-Flugabwehrsystemen sowie an weiteren Raketen und Ausrüstung interessiert sei. Die Ukraine schlägt dem Bericht zufolge außerdem vor, mit den USA einen Vertrag über 50 Milliarden Dollar abzuschließen, um Drohnen mit ukrainischen Firmen zu produzieren.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Das Weiße Haus teilt mit, dass das Treffen von Trump, Selenskyj und den europäischen Staats- und Regierungschefs im East Room beendet ist.
Die Gespräche werden offenbar im Oval Office fortgesetzt, allerdings allein von den Staats- und Regierungschefs, ohne EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Nato-Generalsekretär Rutte.
Die Gespräche werden offenbar im Oval Office fortgesetzt, allerdings allein von den Staats- und Regierungschefs, ohne EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Nato-Generalsekretär Rutte.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Das Wichtigste in Kürze
- US-Präsident Donald Trump trifft sich im Weißen Haus mit Wolodymyr Selenskyj und Vertretern zahlreicher europäischer Staaten sowie der EU und Nato.
- Dabei geht es um mögliche Lösungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
- Zunächst sprachen Trump und Selenskyj zu zweit miteinander. Anders als befürchtet kam es nicht erneut zu einem Eklat.
- Der US-Präsident behauptete, sechs Kriege in sechs Monaten beendet zu haben. Für eine mögliche Friedenstruppe versprach er Unterstützung, blieb aber betont vage.
- Die Europäer fordern weiterhin Sicherheitsgarantien für die Ukraine und spätestens vor weiteren Gesprächen mit Russland einen Waffenstillstand.
- Trump unterbrach die Gespräche für einen Anruf bei Putin.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Fedir Petrov
Kyjiw

Drohnen im ukrainischen Luftraum
Im Himmel über der Ukraine kursieren zu diesem Zeitpunkt 74 Drohnen, berichten ukrainische Beobachtungskanäle. In den Wochen vor dem Trump-Putin-Treffen in Alaska waren die Angriffe auf ukrainische Städte spürbar seltener und weniger massiv als zuvor – auch wenn es in Charkiw und Saporischschja erneut Tote nach Angriffen gab.
Nun aber werden Kommunikationen zwischen russischen Stützpunkten der strategischen Luftwaffe gemeldet, ebenso der Abflug strategischer Bomber von dem Flugplatz »Olenja« – es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Raketenangriffs. Und so gehen viele Ukrainer heute wieder mit Ungewissheit schlafen.
Nun aber werden Kommunikationen zwischen russischen Stützpunkten der strategischen Luftwaffe gemeldet, ebenso der Abflug strategischer Bomber von dem Flugplatz »Olenja« – es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Raketenangriffs. Und so gehen viele Ukrainer heute wieder mit Ungewissheit schlafen.

Screenshot des Lufttracking-Kanals »monitor«: 74 Drohnen in der Luft
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schreibt gerade bei X über das Treffen im Weißen Haus. »Wir sind hier als Verbündete und Freunde für den Frieden in der Ukraine und in Europa«, erklärt sie. Dies sei ein wichtiger Moment, »da wir weiterhin an starken Sicherheitsgarantien für die Ukraine und einem dauerhaften und nachhaltigen Frieden arbeiten«.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Zu einem der großen Themen, nämlich der Frage von Sicherheitsgarantien für die Ukraine (und ob die USA bereit wären, solche zu geben), hat sich Russland bereits zu Wort gemeldet. Kurz nach dem Start des Supergipfels hat sich die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, klar positioniert: »Wir bekräftigen unsere wiederholt geäußerte Position, dass wir jegliche Szenarien, die die Entsendung von Nato-Truppen in die Ukraine vorsehen, kategorisch ablehnen.«
Nach dem Gespräch mit Putin in Alaska hatte Trump offenbar Garantien der USA angedeutet, lesen Sie hier mehr darüber.
Nach dem Gespräch mit Putin in Alaska hatte Trump offenbar Garantien der USA angedeutet, lesen Sie hier mehr darüber.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Mit Material der Agenturen



