Russlands Angriffskrieg Trump erlaubt der Ukraine offenbar Herstellung von Patriot-Abwehrraketen
Patriot-Flugabwehrraketensystem
Foto: Filip Singer / EPARussland greift die Ukraine mit immer mehr ballistischen Raketen an. Nun darf die Ukraine laut Präsident Wolodymyr Selenskyj die einzige wirksame Abwehrwaffe bald im eigenen Land herstellen. Washington gewährt Kyjiw nach Angaben von Selenskyj die Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen. »Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber betont, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat. Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten«, sagte Selenskyj laut der Nachrichtenagentur in einer Sprachnachricht an Journalisten.
Selenskyj und US-Präsident Donald Trump hatten sich am Dienstag am Rande der Uno-Generaldebatte in New York getroffen. Trump hatte Anfang Juli angekündigt, die USA würden der Ukraine »das Recht geben, Patriots herzustellen«. Später äußerte er sich jedoch deutlich zurückhaltender . Ende Juli sagte er mit Blick auf die Flugabwehrraketen, die USA müssten »sehr vorsichtig sein, wenn wir jemandem erlauben, sie zu bauen«.
Das Patriot-System spielt eine zentrale Rolle beim Schutz ukrainischer Städte und Infrastruktur, insbesondere vor ballistischen Raketen aus Russland. Der Ukraine mangelt es sowohl an Patriot-Systemen als auch an Abwehrraketen.
Selenskyj sagte Mitte August, die Ukraine benötige fünf Prozent der Patriot-Raketen der USA, um angesichts der zunehmenden russischen Angriffe durch den bevorstehenden Winter zu kommen. Um alle von Moskaus Truppen abgefeuerten ballistischen Raketen zu zerstören, seien zehn Prozent der US-Lagerbestände nötig.
Auch wenn Kyjiw nun die Lizenzen für die Herstellung der Abwehrraketen erhalten sollte, würde dies den unmittelbaren Bedarf der Ukraine nicht decken. Der Aufbau der Produktionskapazitäten in der Ukraine würde mehr als ein Jahr dauern. Parallel dazu arbeitet die Ukraine mit internationalen Partnern an einem eigenen Raketenabwehrsystem.
Toter Jugendlicher bei Angriff auf Kyjiw
Am Morgen ist bei erneuten russischen Angriffen nach ukrainischen Polizeiangaben ein Hochhaus in Kyjiw getroffen worden. Ein 14-jähriger Junge sei getötet worden. Mindestens sieben weitere Bewohner des Wohnblocks seien durch den Drohnenangriff verletzt worden, teilte die Polizei der ukrainischen Hauptstadt auf Telegram mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angaben.
Ihrerseits setzte die Ukraine Drohnenangriffe auf Öl- und Industrieanlagen in Russland fort. Nach inoffiziellen Berichten auf Telegram wurden eine Raffinerie in Perm am Ural, 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt, und eine Raffinerie in Nowoschachtinsk im Süden Russlands getroffen. Weitere Ziele waren demnach eine Elektronikfabrik in Uljanowsk an der Wolga und ein Chemiewerk in Woronesch.
Russland versucht, mit seinem Angriffskrieg seit mehr als viereinhalb Jahren die Ukraine zu unterwerfen. Die Ukraine wehrt sich mithilfe westlicher Unterstützung.
Ein Dreiertreffen zu Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs könnte nach Kremlangaben bald stattfinden. Es gebe dazu jedoch noch keine Einzelheiten, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erklärt, dass ein solches Treffen auf technischer Ebene in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden könnte.