Das sind keine Schüsse ins Nichts, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht so aussieht. Diese Kugeln sollen russische Drohnen abfangen. Mit schwerem und etwas leichterem Gerät versuchen die Soldaten dieser ukrainischen Flugabwehreinheit, den Luftraum östlich der Großstadt Charkiw zu schützen. Die Nachrichtenagentur Reuters hat die Männer am Wochenende begleitet.
Soldat
»Es kamen vier Shahed-Drohnen. Wir haben zwei davon abgeschossen. Wir haben mit Maschinengewehren geschossen, mit unserer Flugabwehr und mit Browning-Kanonen.«
Mit Lasern und Smartphones spüren sie die russischen Drohnen auf. Am Sonntag haben sie hier zwei Shahed-Drohnen iranischer Bauart abgeschossen. Die Soldaten kämpfen aber auch gegen kleinere FPV-Drohnen. Russland greift die Ukraine in dieser Region fast täglich mit Flugkörpern an.
Soldat
»Wir haben manchmal Pausen, so für einen Tag. Ansonsten arbeiten wir fast jede Nacht.«
Laut der ukrainischen Luftwaffe hatte Russland am vergangenen Wochenende 472 Drohnen eingesetzt. Das ist die höchste Zahl seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine.
Unteroffizier
»Besser, wir zerstören die Drohnen hier, als dass sie unsere Häuser zerstören. Unsere Motivation ist, den Feind so hart wie möglich zu treffen, damit er sein Ziel, unsere Ukraine zu zerstören, nicht erreichen kann.«
Das suchte die Ukraine offenbar auch am Sonntag zu verhindern: In einer von langer Hand geplanten Aktion hatte der ukrainische Geheimdienst mit nach Russland geschmuggelten Drohnen mehrere Stützpunkte russischer Langstreckenbomber attackiert, Tausende Kilometer hinter der Frontlinie. Gut ein Drittel der Flugzeuge dürften bei diesem Angriff zerstört oder beschädigt worden sein.