Ukraine-Krieg: Nach Anschlag in Polen auch Brand an Starlink-Antennen in Bulgarien - DER SPIEGEL
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Nach Anschlag in Polen Brand an Starlink-Antennen in Bulgarien

Der Raumfahrtkonzern SpaceX spielt mit seinem Satelliteninternet eine zentrale Rolle im Ukrainekrieg. Nun wird erneut ein möglicher Anschlag auf die Infrastruktur des Unternehmens bekannt. Die Anlage in Bulgarien war bislang geheim.
Starlink-Antenne in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw
Starlink-Antenne in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw

Starlink-Antenne in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw

Foto: Andrew Kravchenko / Bloomberg / Getty Images

Nach einem Anschlag auf eine Starlink-Bodenstation in Polen ist in Bulgarien ein womöglich ähnlicher Vorfall bekannt geworden. Bereits im September hat es demnach in einer Anlage des Satelliteninternetdienstes gebrannt. Regierungschef Rumen Radew bestätigte in der Fragestunde des Parlaments in Sofia den Vorfall in der Nähe der Hauptstadt. Das Satellitennetz ist ein strategisch wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung im Krieg gegen Russland.

Anlage wurde bislang geheim gehalten

Der Brand war zuvor vom prowestlichen Oppositionsbündnis Demokratisches Bulgarien (DB) öffentlich gemacht worden. Wegen laufender Ermittlungen wollte Radew keine näheren Angaben zu dem Vorfall machen.

In einer geheim gehaltenen Anlage von Starlink in der Nähe der bulgarischen Hauptstadt Sofia sollen dem Oppositionsbündnis zufolge elf von 17 Antennen am 9. September vorsätzlich in Brand gesetzt worden sein. Diese Antennen dienten zur Hauptverbindung zu SpaceX und würden im Ukrainekrieg genutzt, so das Oppositionsbündnis. Prowestliche Oppositionsparteien vermuten, dass Russland hinter dem Vorfall stecken könnte.

Der Raumfahrtkonzern SpaceX spielt mit seinem Dienst Starlink eine wichtige Rolle in der Versorgung der Ukraine und westlicher Staaten mit Satelliteninternet. Starlink ist für die Steuerung von Drohnenangriffen der ukrainischen Armee von entscheidender Bedeutung.

Am 23. September war in einem Terminal von Starlink südlich von Warschau ebenfalls ein Brand ausgebrochen. Am Dienstag wurden in Nürtingen bei Stuttgart zwei mutmaßliche Saboteure festgenommen, die den Anschlag verübt haben sollen. Die Regierung in Warschau vermutet russische Geheimdienste hinter der Tat.

Erst in dieser Woche war bekannt geworden, dass SpaceX seinerseits womöglich ebenfalls die Arbeit der ukrainischen Streitkräfte behindert. Die Regierung in Kyjiw wirft dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk vor, die Geschwindigkeit des Starlink-Netzes gedrosselt zu haben. »Unsere Verteidigungsstreitkräfte haben keine Vorwarnung über diese Einschränkung erhalten, und dies hat zur Unterbrechung mehrerer Missionen geführt«, schrieb der Präsidentenberater Serhij Beskrestnow.

jpe/dpa