Gesunkenes Schiff Mindestens sieben Tote bei Fährunglück vor Zypern
Gerettete Passagiere in Nordzypern: Ursache des Unglücks ist noch unklar
Foto:REUTERS
Vor der Küste Zyperns ist eine Fähre mit 259 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern gesunken. Mindestens sieben Menschen seien gestorben, sagte der nordzyprische Präsident Tufan Erhürman dem Sender CNN Türk. Die Einsatzkräfte suchten noch nach 23 Vermissten.
Die Fähre – offenbar ein Katamaran – hatte den nordzyprischen Hafen Kyrenia um 12.30 Uhr Ortszeit verlassen und war auf dem Weg zum türkischen Hafen Tasucu im östlichen Mittelmeer. Das Schiff kenterte kurz nach dem Auslaufen. Die Ursache ist noch unklar.
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Berichten zyprischer Medien zufolge drangen große Mengen Wasser über das Heck in das Schiff ein. Der Kapitän leitete demnach ein Notmanöver ein, um das Schiff zu wenden. Der Besatzung sei es jedoch nicht gelungen, den Wassereinbruch zu stoppen, woraufhin das Schiff an Stabilität verlor.
Der Notruf wurde türkischen Behörden zufolge vier Seemeilen vor der Küste abgesetzt. Ein Augenzeuge berichtete türkischen Medien, dass Passagiere die Crew zunächst vergeblich gewarnt hätten, dass Wasser ins Schiff laufe. Erst spät sei der Besatzung demnach der Ernst der Lage bewusst geworden.
Die Passagiere seien dann ins Meer gesprungen, »wer eine Schwimmweste fand, sprang damit hinein; wer keine fand, sprang einfach ohne ins Wasser«. Er glaube, dass einige Menschen im Inneren der Fähre sich nicht hätten befreien können. »Ältere Frauen und andere Personen waren unter den Sitzen eingeklemmt und kamen nicht mehr heraus.«
Auch Präsident Erhürman sagte, die Behörden gingen davon aus, dass nicht alle sich aus der Fähre hätten retten können. Hubschrauber und Schiffe der Küstenwache suchten das Gebiet ab, um festzustellen, ob es weitere Überlebende gebe. »Leider ist das gekenterte Schiff inzwischen vollständig gesunken und an der Wasseroberfläche nicht mehr zu sehen. Daher wurde der Such- und Rettungseinsatz auf die umliegenden Gewässer ausgeweitet«, so Erhürman.
Hubschrauber kreisen über Menschen in Rettungswesten
Fünf Schiffe und zwei Helikopter der türkischen Küstenwache wurden dem türkischen Innenministerium zufolge in das Gebiet geschickt, zudem seien sechs Marineschiffe zur Unterstützung der laufenden Einsätze in dem Gebiet abgestellt.
Auf Bildern des Senders CNN Türk war zu sehen, wie Menschen in Rettungswesten darauf warteten, in Sicherheit gebracht zu werden. Ein Hubschrauber kreiste über ihren Köpfen. Die Geretteten wurden offenbar in den Hafen von Kyrenia gebracht, um von dort in Krankenhäuser verlegt zu werden.
Blick von Zypern auf die Unglücksstelle
Foto: Yiannis Kourtoglou / REUTERSZypern ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 de facto geteilt. Im Jahr 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) proklamiert, die weltweit nur von der Türkei anerkannt wird. 2004 nahm die EU die Insel Zypern als Ganzes in die EU auf. Aufgrund der faktischen Teilung der Insel findet das EU-Recht jedoch nur im Süden Anwendung. Uno-Blauhelme überwachen die rund 180 Kilometer lange Pufferzone zwischen den beiden Seiten. Nikosia ist die einzige geteilte Hauptstadt der Welt.