Uno: Diese Entscheidung macht die Weltkarte fairer – die guten News der Woche - DER SPIEGEL
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Die Erde, fotografiert aus dem All, 2015

Die Erde, fotografiert aus dem All, 2015

Foto: AP/dpa
Elisa Schwarze

Alles Gute vom SPIEGEL Diese Entscheidung macht die Weltkarte fairer

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Ich möchte mit Ihnen gern etwas ausprobieren. Nehmen Sie Ihr Handy, öffnen Sie die Karten-App und schauen Sie sich die Erde an. Da ist Grönland, das fast so groß wirkt wie Afrika. Kanada und Russland spannen sich über gut zwei Drittel der Kartenbreite. Die äquatornahe südliche Hemisphäre kann da nicht mithalten.

Was Sie sehen, hat unser Bild von der Welt über Jahrhunderte geprägt. Doch es entspricht nicht der Realität. Kartendienste wie Google Maps nutzen die sogenannte Mercatorprojektion. Sie zieht das Erdrund oben und unten in die Breite – und vergrößert die Länder dort.

»Equal Earth«-Projektion: USA und Russland schrumpfen, Afrika, Brasilien, Indien und China wachsen

»Equal Earth«-Projektion: USA und Russland schrumpfen, Afrika, Brasilien, Indien und China wachsen

Foto: AFP

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat nun dafür gestimmt, diese Fehldarstellung zu beenden. Angestoßen hat das der westafrikanische Staat Togo. Er gehört zu den Ländern, die bislang im Verhältnis zu klein abgebildet werden. Die Uno-Resolution »Correct the Map« empfiehlt eine fairere Kartenversion, die die Größenverhältnisse der Staaten realistischer darstellt. Das ist ein historischer Schritt weg von einem europa- und amerikazentrierten Weltbild.

»Wir haben diese kartografische Schmeichelei sehr gern angenommen und das ›Schrumpfen‹ der Länder des Südens nicht infrage gestellt«, sagt mein Kollege Frank Patalong, der die Hintergründe aufgeschrieben hat. »Wir sahen in der Mercatorprojektion größer und wichtiger aus, die Länder des Südens kleiner. Jetzt dreht die Realität den Spieß um, womit außer den USA auch niemand ein Problem hat.« Die USA sind das einzige Land, das gegen den Antrag stimmte.

»Es ist super, dass dieses verzerrte Bild der Erde jetzt zu einem Ende kommt«, sagt Frank. Hier können Sie seinen Text lesen .

Was diese Woche noch gut war – für die Welt:

Einsatz für den GIB
Auf der indischen Halbinsel Kachchh kämpfen Naturschützer um das Überleben eines ungewöhnlichen Vogels, des Great Indian Bustard, kurz GIB. Von den Tieren gibt es nur noch rund 150 frei lebende Exemplare. Um sie zu schützen, engagieren sich teils bis zu 50 Männer. Sie feiern die kleinen Erfolge: »Ein neues Küken ist geschlüpft«, sagte ein Naturschützer meinem Kollegen Serafin Reiber nach dessen Besuch. Lesen Sie hier, warum der Vogel das Land bewegt .

Der Great Indian Bustard aka GIB

Der Great Indian Bustard aka GIB

Foto: RealityImages / Zoonar / picture alliance

Erneuerbare auf dem Vormarsch
Deutschland hat im ersten Halbjahr anteilig mehr grüne Energie erzeugt als je zuvor. Wichtigster Energieträger bleibt die Windkraft. Lesen Sie hier mehr.

Chanel ist zurück
Weil ihre Katze bei einem Zwischenstopp in den Urlaub entlaufen war, verbrachte eine französische Familie anderthalb Wochen an einer Raststätte. Nun ist das Haustier namens Chanel wieder da. »Sie schnurrt viel, reibt sich an uns und scheint sich sehr zu freuen, uns zu sehen«, sagte Vater Stéphane.

Katze auf der Motorhaube (Symbolbild)

Katze auf der Motorhaube (Symbolbild)

Foto: Sebastian Willnow / dpa-Zentralbild / dpa

Ausweisen per Handy
Durch eine EU-weite Regelung soll es auch in Deutschland mit der Digitalisierung vorangehen: Ab 2027 sollen Bürgerinnen und Bürger ihren Personalausweis auf dem Smartphone abrufen können. Welche Karte folgen soll, lesen Sie hier.

Was gut ist – für Sie:

Raus aus der Meetinghölle
Meetings kosten viel und bringen oft wenig. Trotzdem nimmt man teil. Hier erfahren Sie mehr über die Denkfehler, die effiziente Treffen verhindern. Und bekommen Tipps, wie Sie es besser machen können .

Was tun gegen Langeweile?
Peter Unger-Wolff ist Museumsaufseher. Sein Job besteht unter anderem darin, Menschen bei seltenen Fragen zu helfen und immer wieder dieselbe Strecke abzugehen. Öde findet er ihn trotzdem nicht – anders als viele andere Arbeitnehmer in Deutschland. Was Wissenschaftler gegen Langeweile im Job raten, lesen Sie hier .

Unger-Wolff bei Rundgang durch Ausstellung: »Im Flow«

Unger-Wolff bei Rundgang durch Ausstellung: »Im Flow«

Foto: Karolin Klüppel / DER SPIEGEL

Vorbereiten auf Datenleaks
Nach dem Hackerangriff in Berlin fragen sich viele, wie sie ihre Daten schützen können. Der Leak-Checker des Hasso-Plattner-Instituts und die Website »Have I been pwned«  können helfen. Lesen Sie hier mehr .

Der Zeitpunkt für ein Balkonkraftwerk ist günstig
Eine kleine Solaranlage am Haus spart Stromkosten und Platz. Im Spätsommer und Herbst gibt es sie so günstig wie sonst selten. Hier erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf achten müssen und welches System für Sie das Richtige ist .

Blick vom Balkon: Die Kraft der Sonne nutzen

Blick vom Balkon: Die Kraft der Sonne nutzen

Foto:

Maskot / Getty Images

Brei oder kein Brei?
Das ist hier die Frage. Nicht für Sie, aber womöglich für Ihr Baby, sollten Sie denn eines haben. Ein beliebter Rat an Eltern lautet, das Kind solle so früh wie möglich eigenständig essen. Warum einige Fachleute das anders sehen und was sie Müttern und Vätern stattdessen empfehlen, lesen Sie hier .

Diese KI ist Ihr Geld wert
Zwischen 5 und 23 Euro kosten für Einsteiger gedachte Monatsabos für die KI-Chatbots von OpenAI, Anthropic und Google. Lesen Sie hier, was das Upgrade zur Bezahlversion bringt und welche Fallstricke und Spartipps es gibt .

Und sonst?

Möchte ich Ihnen ein Interview mit Uschi Obermaier empfehlen, einer Ikone der Hippie-Bewegung. Im umgebauten Wohnmobil reiste sie von Europa bis nach Nepal und später durch die USA. Meine Kollegin Bianca Lang-Bognár hat mit ihr darüber gesprochen.

»Ich habe davon geträumt, dort zu leben, wo Palmen und Zypressen wachsen«, sagt Obermaier. »Ich wollte das Fremde entdecken, das Exotische. […] Deutschland war so eng in den Fünfziger- und Sechzigerjahren, so freudlos und steif. Ich wollte raus aus dem Trott, frei sein, andere Länder kennenlernen.«

Uschi Obermaier: »Wir haben uns einfach leiten lassen«

Uschi Obermaier: »Wir haben uns einfach leiten lassen«

Foto: Uschi Obermaier

Auf ihrer ersten Tour hatten Obermaier und ihr damaliger Lebensgefährte Dieter Bockhorn nur eine einzige Landkarte dabei. »Wir brauchten sie aber gar nicht so häufig, wir haben immer Einheimische oder Reisende nach dem Weg gefragt und so auch die besten Plätze zum Übernachten gefunden«, sagt sie. »Nichts war programmiert auf diesen Reisen, alles offen, wir haben uns einfach leiten lassen. Es war fantastisch.«

Natürlich lief nicht alles rund auf Obermaiers Reisen. Aber das Interview macht neugierig und Lust, selbst auf- und auszubrechen. Hier können Sie es lesen .

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Ihre Elisa Schwarze, Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL