Claus Hecking, DER SPIEGEL
»Kamala Harris und Donald Trump liegen in den Umfragen wirklich Kopf an Kopf.. Aber was jetzt schon klar ist, ist, dass Harris wird bei den Frauen sehr deutlich vorne liegen und im Umkehrschluss Trump bei den Männern. Das sind gewaltige Abstände. Man sagt, vielleicht 15 Prozentpunkte könnten das werden.«
Die Szene des Tages
Jennifer Lopez, Schauspielerin
»Ich bin eine Mutter. Ich bin eine Schwester. Ich bin Schauspielerin und Entertainerin. Und ich mag Hollywood-Enden: Ich mag es, wenn der gute Kerl oder – in diesem Fall – das gute Mädchen gewinnt. Und mit dem Verständnis für unsere Vergangenheit und dem Glauben an unsere Zukunft werde ich voller Stolz meine Stimme für Kamala Harris abgeben, die Präsidentin der Vereinigten Staaten werden soll.«
Kamala Harris, Präsidentschaftskandidatin
»Ich sehe die Zukunft Amerikas!«
Das Thema des Tages
Claus Hecking, DER SPIEGEL
»Woran liegt das, dass die Frauen und die Männer so unterschiedlich votieren? Das liegt zum einen mit Sicherheit an den Personen. Harris macht zwar keinen Frauenwahlkampf, aber sie ist eindeutig eine schwarze Frau. Und Donald Trump? Dem wird immer nachgesagt, er hat eine Hypermaskulinität, die er ausstrahlt. Er zieht beispielsweise bei den Latinos, also bei den Menschen lateinamerikanischer Herkunft, viele Sympathisanten auf sich, gerade bei jungen Männern. Die sehen in ihm eine Art Role model. Weil er sich aber auch erlauben kann, einfach zu sagen, was er will. Und das finden halt viele cool. Und für manche dieser jungen Männer verkörpert er sogar den American Dream.«
Kamala Harris, Präsidentschaftskandidatin
»Habt ihr gehört, was er gestern von sich gab? Das er tun wird, was er will – und ich zitiere: »ob die Frauen es mögen oder nicht.«
Claus Hecking
»Ein ganz wichtiger Punkt ist aber auch das Thema Abtreibung. Harris setzt sehr stark im Wahlkampf auf dieses Thema. Und natürlich ist das ein Thema, was den Frauen viel mehr am Herzen liegt als den Männern.«
Kamala Harris, Präsidentschaftskandidatin
»Er respektiert einfach nicht die Freiheit der Frauen oder die Intelligenz der Frauen, zu wissen, was in ihrem eigenen Interesse ist und dementsprechend Entscheidungen zu treffen. Aber wir vertrauen den Frauen! Wir vertrauen den Frauen!«
Stimmen des Tages
Birgit Großekathöfer, DER SPIEGEL:
»Ich stehe hier in Berkeley, Kalifornien, vor dem Haus, in dem Kamala Harris mit ihrer alleinerziehenden Mutter und ihrer Schwester aufgewachsen ist. Und wir wollen hier in der ehemaligen Nachbarschaft mal wissen, ob sich die Menschen noch an Kamala Harris erinnern können und welche Hoffnungen sie in sie stecken.«
Birgit Großekathöfer:
»Wir sind direkt vor dem Haus, in dem sie aufgewachsen ist. Macht Sie das stolz?«
Jack Wunderlich, Anwohner:
»Stolz? Ja, irgendwie schon. Ich hoffe, dass wir nach der Wahl dort eine große Party feiern werden.«
Sarah Zimmermann, Anwohnerin
»Wir haben eine Tanzparty hier vor dem Haus veranstaltet, Das möchten wir gerne wiederholen!«
Sandra Amador, Anwohnerin
»Es ist schon toll zu wissen, dass es auch ihre Nachbarschaft war, eine Nachbarschaft der Arbeiterklasse. Dass sie von hier kommt, also nicht aus reichen Verhältnissen. Trump ist ein Bully, er ist wahnsinnig – also: Kamala.«
Sarah Rubios, Anwohnerin
»Ich werde die Person wählen, die kein verurteilter Vergewaltiger ist, noch nie Konkurs angemeldet hat und nicht in einem Video damit prahlt, wie sie Frauen begrapschen und überfallen würde.«
Tom Slacumb, Anwohner
»Ich finde es gut, dass sie der neuen Generation angehört. Ich habe meine Generation etwas satt.«
Abby Runti, Anwohnerin
»Es ist schon sehr aufregend. Es ist spannend, besonders wenn ich an junge Mädchen und Frauen denke – und an die Ermächtigung, die ihre Präsidentschaft für unsere Gemeinschaft bringen könnte.«
Judy Robinson, Anwohnerin
»Ich war hier, als sie hier aufgewachsen ist. Sie ist ein wunderbarer Mensch. Sie war damals ein wunderbarer Mensch und ist es immer noch. Und ich bin so froh, dass sie für die Menschen arbeitet – und ich kann den Tag kaum erwarten, an dem ich sie »Madame President« nennen darf.«