Kamala Harris, Präsidentschaftskandidatin:
»Also, Pittsburgh, es ist so weit! Morgen ist Wahltag. Und das Momentum ist auf unserer Seite.«
Donald Trump, Präsidentschaftskandidat:
»Nur noch ein Tag. Wie klingt das? Gut. Nur noch ein Tag. Darauf haben wir vier Jahre lang gewartet. Vier Jahre, oder?«
Marc Pitzke, DER SPIEGEL:
»Lügen, Desinformation und Verschwörungserzählungen gehören zum amerikanischen Wahlkampf, aber so schlimm wie dieses Jahr ist es noch nie gewesen. In vielen Bundesstaaten wurde ja schon gewählt seit zwei Wochen und die Republikaner und Trump sagen konstant, dass die Demokraten dabei jetzt schon geschummelt hätten. Dass sie doppelte Wahlzettel ausfüllen, dass sie illegale Einwanderer wählen lassen. Alles natürlich nicht richtig und alles auch widerlegt. Aber das alles dient dazu, die Basis darauf vorzubereiten, dass eine mögliche Niederlage von Trump nicht akzeptabel ist und nur auf Betrug fußen kann.«
Donald Trump, Präsidentschaftskandidat:
»Sie kämpfen so hart dafür, dieses verdammte Ding zu stehlen. Es ist eine verdammte Schande, und ich bin der Einzige, der darüber spricht, weil alle Angst haben, da verdammt noch mal drüber zu sprechen. Und dann werfen sie einem vor, ein Verschwörungstheoretiker zu sein.«
Marc Pitzke, DER SPIEGEL:
»Das heißt, es wird von vornherein ein Nährboden geschaffen für eine neue Big Lie, eine neue Wahllüge, dass Trump auf keinen Fall diese Wahl verlieren kann. Es wird eine spannende Woche werden, wo man am Ende nicht weiß, was da rauskommt. Man weiß nur, dass Donald Trump eine Niederlage nicht akzeptieren wird und dass seine Basis mobilisiert genug ist, um sich dagegen zu wehren – vor Gericht, aber möglicherweise auch, indem sie auf die Straße gehen oder sogar zu Waffen greifen.«
Birgit Großekathöfer, DER SPIEGEL:
»Wir stehen hier in Harlem, in einem New Yorker Stadtteil, in dem überwiegend Afroamerikaner wohnen. In dem Wahlbüro hinter mir können die Menschen schon seit Tagen wählen. Und wir wollen wissen, ob sie sich vor Ausschreitungen fürchten, sollte die Wahl knapp ausgehen und ob sie sich überhaupt von den beiden Kandidaten Kamala Harris und Donald Trump gesehen fühlen.«
Wählerinnen und Wähler:
»Ich weiß, dass Trump – sollte er verlieren – daraus eine große Sache machen wird. So wie er es immer tut.«
»Donald Trump wird Verwirrung auslösen. Es könnte zu Gewalt kommen, vielleicht nicht wie beim letzten Mal am 6. Januar, aber in irgendeiner Form.«
»Er ist einfach nicht schlau. Er zerstört das Land völlig grundlos. Ich würde gerne wissen, warum.«
»Es ist komisch, weil er selbst für Manipulation und Betrug steht. Deshalb finde ich es ziemlich lustig, dass er das Gefühl hat, über solche Dinge sprechen zu müssen – während er selbst für den größten internen Angriff auf die USA seit dem Bürgerkrieg gesorgt hat.«
»New York City ist ziemlich demokratisch. Und selbst hier habe ich Angst davor, was passieren wird. Das alles hat das Land wirklich gespalten. Deshalb bin ich sicher, dass es eine gewisse Gegenreaktion geben wird – egal, wer gewinnt.«
Birgit Großekathöfer, DER SPIEGEL:
»Fühlen Sie sich als Person of Colour von den Politikern gesehen?«
Wählerinnen und Wähler:
»Das ist schwierig. Denn jedes Mal, wenn eine Wahl ansteht, kommen sie an, weil sie die Stimmen brauchen.«
»Als durchschnittliche Amerikanerin glaube ich, dass Kamala am ehesten das Interesse der durchschnittlichen Amerikanerinnen und Amerikaner im Sinn hat. In dieser Hinsicht fühle ich mich also schon gesehen.«
Birgit Großekathöfer, DER SPIEGEL:
»Sie sind mit keinem der Kandidaten glücklich, richtig?«
Wählerinnen und Wähler:
»Nein, das bin ich tatsächlich nicht. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich Harris einen kleinen Vorsprung geben. Nur einen kleinen.«
»Wenn Donald Trump gewinnt, ist es das Ende der Demokratie. Ich weiß, dass dieser Satz oft gesagt wurde – aber er stimmt.«
»Ich glaube, dass Donald Trump hoch verlieren wird, und das macht mich sehr glücklich.«
Birgit Großekathöfer, DER SPIEGEL:
»Warum?«
Wähler:
»Ich habe Töchter. Deshalb.«