Szene des Tages
Donald Trump, Präsidentschaftskandidat:
»Ich glaube, das Mikrofon stinkt. Ich glaube, das Mikrofon ist kaputt. Verrückt. Hallo! Hallo? Ich weiß nicht – Hallo? Ist es jetzt besser? Das ist schrecklich.
Menge:
»Repariert das Mikrofon!«
Donald Trump, Präsidentschaftskandidat:
»Repariert das Mikrofon. Ihr macht wohl Witze. Wollt ihr sehen, wie ich die Leute dafür hinter der Bühne verprügle? Also: Wenn ich gewinne, seid ihr nur noch vier Tage entfernt von den besten Arbeitsplätzen, den höchsten Gehältern und der besten wirtschaftlichen Zukunft, die die Welt je gesehen hat.«
Thema des Tages
Roland Nelles, DER SPIEGEL:
»Der berühmte Satz »It's the economy, stupid« von dem damaligen Wahlkampfberater von Bill Clinton, James Carville, der stimmt immer noch. Natürlich spielt die Wirtschaft in US-Wahlkämpfen eine enorm wichtige Rolle. Und das ist auch diesmal so. Ich weiß nicht, ob es die Wahl entscheiden wird. Aber es ist sicherlich das wichtigste Thema. In allen Umfragen sagen die Leute, das ist für sie das wichtigste Thema. Das heißt, die Leute sind unzufrieden mit den hohen Kosten für den Kauf von Häusern, mit den hohen Kosten für Mieten. Sie haben das Gefühl, dass die Preise zu hoch sind. Seit Joe Biden an der Regierung ist. Und es gibt etliche Bereiche, wo die Leute unzufrieden sind.«
Donald Trump, Präsidentschaftskandidat:
»Die Wirtschaft stinkt. Was für ein Timing, was für ein Timing. Vier Tage vor der Wahl haben sie mit die schlechtesten Zahlen in der Geschichte. Niemand hat je gehört... Sie haben 12.000 Arbeitsplätze geschaffen. Normalerweise sind es 250.000, 300.000, 400.000, sie haben 12.000. Stellen Sie sich das vor: 12.000 Arbeitsplätze. Und es sind Hunderttausende von Arbeitsplätzen weniger, als es sein sollte, weil sie erbärmlich sind, sie wissen nichts.«
Roland Nelles, DER SPIEGEL:
»Das Verrückte ist, dass die Daten auf dem Papier das alles gar nicht hergeben. Die Stimmung hier ist eigentlich schlechter als die tatsächliche Lage. Die US-Wirtschaft läuft gut, die Konjunktur ist völlig okay, sie wächst. Es gibt eine niedrige Arbeitslosigkeit und auch die Löhne steigen. Insofern bin ich gespannt, ob das Thema dann tatsächlich am Ende bei der Wahl wirklich die entscheidende Bedeutung haben wird oder ob es nicht dann doch noch andere Themen gibt, die für die Leute wichtiger sind: Demokratie, die Abtreibung, der Charakter des Präsidenten. All diese Fragen werden in diesem Wahlkampf und bei der Wahl sicherlich auch eine wichtige Rolle spielen.«
Stimmen des Tages
Fabian Pieper, DER SPIEGEL:
»Ich stehe mitten in San Francisco, wo viele Probleme, die die USA im ganzen Land haben, auf engstem Raum zusammenkommen. Der Wohnraum ist unbezahlbar geworden, es gibt ein Riesenproblem mit Drogenkriminalität, und Tausende Menschen leben hier auf der Straße. Meine Kollegin und ich haben mit Obdachlosen darüber gesprochen, was sie sich von der Wahl erhoffen und ob sie überhaupt noch an die Politik glauben.«
Vanessa, Obdachlose:
»Ja, ich habe Trump gewählt. Ich weiß nicht so recht. Ich höre von Leuten, die Trump gewählt haben, und denke: ich bin eine von denen. Vielleicht bin ich nicht so gut informiert. Ich weiß nicht, ich mag ihn einfach.«
Birgit Großekathöfer, DER SPIEGEL:
»Und wie finden Sie Kamala Harris?«
David, Obdachloser:
»Für mich ist sie einfach nur eine dieser Politiker.«
Kevin, Obdachloser:
»Jeder sollte Trump wählen. Nur er hat die Fähigkeit, die Dinge wieder zurechtzubiegen. Und ob man den Mann nun mag oder nicht, ob man mag, was er bei sich zu Hause tut, das spielt keine Rolle. Der Mann hat einen guten Geschäftssinn, und den brauchen wir, um unser Land wieder auf Kurs zu bringen.«
Michael, Obdachloser:
»Es sind einfach zu viele Probleme. Ein einziger Mensch kann sie gar nicht lösen.«
Timan, Obdachloser:
»Ich zahle Steuern, aber ich kann nicht wählen, weil ich keinen Personalausweis habe. Man braucht sowas, einen Führerschein, all das brauchst du, um wählen zu können. Ohne diese Sachen bist du nichts als ein Ding.«