Bericht der »Washington Post« Kennedy Center warnt offenbar vor unmittelbar bevorstehender Insolvenz
Schriftzüge an der Fassade des Kennedy Centers (am 19. Dezember): Die Posse um die Kulturinstitution hält an
Foto:Jim Watson / AFP
Die Posse um das Kennedy Center in Washington geht in die nächste Runde: Die »Washington Post« berichtet von einer eindringlichen Warnung aus der Führungsriege der berühmten Kulturinstitution in der US-Hauptstadt. Demnach steht das Zentrum unmittelbar vor der Insolvenz.
Die Anbringung des Namens des Präsidenten an der Fassade sei möglicherweise der einzige Weg, einen unmittelbar bevorstehenden und »sicheren finanziellen Zusammenbruch« zu vermeiden, zitiert die Zeitung aus einem internen Dokument. Eine solche öffentliche Würdigung Donald Trumps könnte dessen Hilfe sichern, genügend Geld aufzubringen, um die Einrichtung zu retten.
Die Führungskräfte – von denen die Warnung sowie der Lösungsvorschlag ausgehen – wurden von Trump eingesetzt. Der Republikaner kämpft seit Monaten darum, dass sein Name an der Fassade der berühmten Kulturinstitution zu sehen ist.
Exclusive: Leaders of the Kennedy Center say it's on the brink of bankruptcy and argue that putting President Trump's name on its facade may be the only way to avoid imminent and “certain fiscal collapse," documents show.https://t.co/2873T086Uo
— The Washington Post (@washingtonpost) September 14, 2026
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Das interne Dokument umfasst laut »Washington Post« 57 Seiten und wurde vor einer Sondersitzung am Dienstag an den Stiftungsrat des Zentrums verteilt. Bei dem Treffen wolle der von Trump geführte Stiftungsrat über zwei Beschlüsse beraten, die darauf abzielten, zwei Krisen abzuwehren: neben der finanziellen solle es auch um eine bauliche Krise gehen.
Dem Bericht zufolge empfehlen die Verantwortlichen des Zentrums dem Vorstand, das Hauptgebäude unverzüglich zu schließen. Sie warnen demnach, dass ein Weiterbetrieb Menschenleben gefährden würde. Die Zustimmung des Vorstands, die laut »Washington Post« als wahrscheinlich gilt, würde bedeuten, dass das Zentrum bereits am Dienstag geschlossen werden könnte.
Fassade des Kennedy Centers (am 6. September)
Foto:Jose Luis Magana / AP
Eigentlich wollte Trump das Kulturhaus bereits im Juli schließen lassen, damit Renovierungsarbeiten erfolgen können. Doch ein Richter hatte die Schließung vorläufig gestoppt, weil nach seiner Ansicht eine sorgfältige und ergebnisoffene Prüfung für die Entscheidung zur Schließung fehlte. Die Instandsetzungen dürfen aber fortgesetzt werden. Das Gericht hinderte die Entscheider auch nicht grundsätzlich daran, die Einrichtung vorübergehend zu schließen. Es bedürfe jedoch einer ordnungsgemäßen Prüfung.
Ende August hatte die Trump-Regierung dann mit dem Abriss des Kulturzentrums gedroht: Ohne die Hilfe des Präsidenten werde das Gebäude »weiter verfallen und sich in eine unsichere, heruntergekommene Struktur verwandeln, die abgerissen werden muss«, erklärte der Anwalt des US-Justizministeriums, Brantley Mayers (mehr dazu hier).
Im Kennedy Center am Potomac-Fluss werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Das Haus wurde nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy (1917 bis 1963) benannt.
Trump hatte der renommierten Einrichtung eine links-»woke« Haltung vorgeworfen und sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern gesetzt. Zudem ließ der US-Präsident seinen Namen an der Fassade des Zentrums anbringen. Das führte zu einem langwierigen Rechtsstreit und einem Einbruch der Besucherzahlen. Nachdem ein Bundesgericht verfügt hatte, Trumps Name müsse von der Fassade wieder verschwinden, beschloss der Verwaltungsrat Mitte August das Gegenteil (mehr dazu hier).
Mehr zum Personenkult um den Präsidenten: Dollarmünzen, Nationalparkpässe, überlebensgroße Banner – Donald Trump lässt sein Konterfei an allen möglichen Stellen verewigen. Dahinter steckt nicht nur Eitelkeit .