Bei Pattaya Crew der USS »Abraham Lincoln« geht nach Marathonfahrt in Thailand von Bord
USS »Abraham Lincoln« im Arabischen Meer
Foto: U.S. Navy / ZUMA Press / picture allianceDer US-Flugzeugträger USS »Abraham Lincoln« machte in den vergangenen Monaten wegen schlechter Bedingungen an Bord Schlagzeilen. Nach rund zehn Monaten auf See kann die Crew nun zeitnah in Thailand vorübergehend an Land gehen. Der massive Träger werde am Mittwoch in der Nähe der Touristenstadt Pattaya im Süden des Landes anlegen, berichtet die »New York Times« . Pattaya ist wegen des »Sextourismus« berüchtigt.
Die Stadt sei vorbereitet, um die 5000 Matrosen und Marinesoldaten in Empfang zu nehmen, teilte Gouverneur Narit Niramaiwong mit. Rund 600 Beamte sorgten für Sicherheit und weitere Unterstützung. Busse stehen bereit, um sie in die Stadt zu bringen. Am Sonntag soll der Flugzeugträger wieder ablegen.
Die Menschen seien rund 280 Tage auf See gewesen und kämen, um sich zu erholen, schrieb Pattayas Bürgermeister Poramet Ngampichet im Onlinedienst Facebook. »Unsere Vorbereitungen konzentrieren sich auf Sicherheit und faire Preise.« Niemand wolle den Aufenthalt ausnutzen. Weiter äußerte er dennoch die Hoffnung, dass die Soldaten während ihres Aufenthalts bis zu 100 Millionen Baht (rund 2,6 Millionen Euro) ausgeben könnten. Dies würde ein großer Gewinn für die Stadt in der Nebensaison darstellen.
Parasailing und Marihuanakonsum untersagt
Nach einem Treffen mit amerikanischen Vertretern am Montag teilte Poramet mit, dass den Soldaten bestimmte Freizeitaktivitäten wie Parasailing und der Konsum von Marihuana untersagt sein werden. Medizinisches Cannabis wurde in Thailand 2022 legalisiert, und entsprechende Verkaufsstellen sind in thailändischen Städten inzwischen weitverbreitet. Poramet sagte, der Besuch sei besonders willkommen, da der internationale Tourismus weltweit zurückgegangen sei. Grund dafür seien die stark gestiegenen Benzinpreise infolge des Irankriegs.
Die Behörden warnten die örtlichen Geschäfte davor, amerikanischen Matrosen überhöhte Preise zu berechnen. Außerdem werde es in den beliebten Bereichen entlang des Strandes von Pattaya und in der Walking Street der Stadt eine verstärkte Polizeipräsenz geben, sagte Poramet. Die Sicherheitsbehörden seien angewiesen worden, ihre Maßnahmen zu verstärken, um unerwünschte Vorfälle zu verhindern, sagte der Polizeichef der Stadt, Anek Srathongyoo. Sollten amerikanische Soldaten gegen thailändisches Recht verstoßen, würden sie entsprechend strafrechtlich verfolgt, fügte der Polizist hinzu.
Einst ein verschlafenes Fischerdorf, hat sich Pattaya durch die Nutzung als Urlaubsort für die US-Soldaten im Vietnamkrieg in den Sechzigerjahren zu einem Ziel für ausländische Touristen entwickelt. Besonders beliebt sind die Strände und das Nachtleben.
Der Flugzeugträger USS »Abraham Lincoln« war im November 2025 vom kalifornischen San Diego ausgelaufen, um im Südchinesischen Meer Dienst zu leisten. Er wurde jedoch noch vor den Ende Februar begonnenen US-israelischen Angriffen auf Iran in die Krisenregion umgeleitet. Berichte über prekäre Bedingungen und eine große psychische Belastung für die Besatzung bis zu Suizidversuchen hatten für heftige Kritik in den USA gesorgt. US-Präsident Donald Trump spielte die Kritik später herunter und sagte, der Einsatz sei »bei Weitem nicht lang genug« gewesen.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war die Umrechnung von Baht zu Euro falsch. 100 Millionen Baht sind rund 2,6 Millionen, nicht 26.000 Euro. Wir haben die Stelle korrigiert.