USS Benfold: US-Zerstörer war vier Tage ohne Strom im Pazifik - DER SPIEGEL
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Technischer Defekt US-Zerstörer war vier Tage ohne Strom im Pazifik

Erst kürzlich sorgten Klagen über Missstände auf einem US-Flugzeugträger für Aufsehen. Nun wurde ein weiterer Fall bekannt: Auf dem Zerstörer USS »Benfold« fiel tagelang der Strom aus – auch Küche und Toiletten waren betroffen.
USS »Benfold« in der Philippinensee (im Juni 2022)
USS »Benfold« in der Philippinensee (im Juni 2022)

USS »Benfold« in der Philippinensee (im Juni 2022)

Foto: Petty Officer 2nd Class Arthur R / U.S. Navy / AP

Die Besatzung des US-Zerstörers USS »Benfold« stand im vergangenen Monat vor einer ungeahnten Herausforderung. Wie erst jetzt bekannt wurde, war das Schiff mit rund 300 Seeleuten an Bord im Juli vier Tage ohne Strom im Pazifik unterwegs. Verantwortlich dafür war ein Generatorausfall.

Am 24. Juli hatte die USS »Benfold« einen schweren technischen Defekt an ihren Generatoren gemeldet. Der Ausfall legte die Stromversorgung des Schiffs lahm – mit weitreichenden Folgen.

Mehrere Tage lang habe es an Bord weder Trinkwasser noch warme Mahlzeiten gegeben. Auch die Toiletten und die Klimaanlage seien ausgefallen, sagte Marine-Sprecher Matthew Comer. Verletzte habe es nicht gegeben. Die Besatzung habe angesichts der schwierigen Situation »Widerstandsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Professionalität und unerschütterliche Ruhe« bewiesen.

Die havarierte »Benfold« musste Unterstützung anfordern. Der Kreuzer USS »Robert Smalls« brachte dem Zerstörer Mahlzeiten. Schließlich wurde das Schiff zur Reparatur in die philippinische Subic Bay geschleppt, wo es am 28. Juli eintraf. Die Besatzung wurde währenddessen außerhalb des Schiffs untergebracht und mit Essen versorgt.

US-Regierung wegen Zuständen auf Kriegsschiffen unter Druck

Am 8. August verließ die »Benfold« den Hafen wieder. Nach Angaben der Marine funktionierten zu diesem Zeitpunkt die technischen Anlagen, die Kampfsysteme und die Unterstützungssysteme für die Besatzung wieder normal. Der Vorfall wurde erst vergangenen Freitag öffentlich, nachdem das Fachportal USNI News darüber berichtet hatte. Er fällt in eine Zeit, in der das Pentagon zunehmend mit Fragen zur Versorgung und zu den Lebensbedingungen auf US-Kriegsschiffen konfrontiert ist.

Erst vor Kurzem hatten Klagen über Missstände auf dem Flugzeugträger USS »Abraham Lincoln« für Aufsehen gesorgt. Das Kriegsschiff hatte San Diego am 21. November 2025 mit Ziel Pazifik verlassen. Es wurde jedoch noch vor den am 28. Februar begonnenen US-israelischen Angriffen auf Iran in die Krisenregion umgeleitet. Seitdem ist die USS »Abraham Lincoln« im Arabischen Meer unterwegs, um die US-Seeblockade gegen Schiffe durchzusetzen, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen. Die Besatzung harrt seit mehr als acht Monaten ohne Unterbrechung auf See aus.

Berichten zufolge fehlte es zeitweise an Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Zudem litten Besatzungsmitglieder unter Stress und psychischen Problemen. Mehrere Abgeordnete der US-Demokraten fordern Untersuchungen zu den Zuständen an Bord des Flugzeugträgers USS »Abraham Lincoln«. Zuletzt hieß es, der Flugzeugträger soll abgelöst werden. Mit der USS »George Washington« ist Ersatz wohl bereits auf dem Weg.

Lesen Sie hier mehr: Seit mehr als acht Monaten harren 5000 Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugträgers USS »Abraham Lincoln« aus. Die Versorgungslage ist prekär, die psychische Belastung enorm. Lassen die USA die Besatzung des Flugzeugträgers »Abraham Lincoln« im Stich? 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde der Name des zur Ablösung der USS »Abraham Lincoln« entsandten US-Flugzeugträgers falsch wiedergegeben. Wir haben dies korrigiert.

asc/AP