Wie Wladimir Putin sich Macht und Kontrolle über ganz Russland sicherte - Podcast - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Podcast Cover

Podcast-Serie »Putins Aufstieg« – Folge 2 Wie Wladimir Putin sich Macht und Kontrolle über ganz Russland sicherte

Wladimir Putin ist erneut zum Präsidenten Russlands gewählt worden. Seine erste Amtszeit vom Jahr 2000 an bildet die Blaupause dafür, wie er auch heute noch Politik macht. Und Krieg führt.
Ein Podcast von Olaf Heuser und Christian Neef

Wahl gewinnen, Wirtschaft kontrollieren, weiter Krieg führen. Das sind die Prämissen für Wladimir Putins erste Amtszeit als russischer Präsident.

Wahl gewinnen, weil er zunächst nur kommissarisch im Amt ist. Denn Boris Jelzin hat vor den Wahlen abgedankt und seinem Nachfolger an Silvester 1999 die Staatsmacht übergeben. Wirtschaft kontrollieren, weil Jelzin den Oligarchen die Zügel der russischen Staatsbetriebe überlassen hat und sich diese ›Geschäftsleute‹ inzwischen viel zu selbstsicher in die Politik einmischen. Und weiter Krieg führen, weil er insbesondere den Tschetschenien-Feldzug siegreich abschließen will, damit Russland nicht weiter an Land und Einfluss im postsowjetischen Raum verliert.

Klingt vertraut? Ist es auch. Denn was damals vom Jahr 2000 an passiert, ist die Blaupause dafür, wie Wladimir Putin auch heute noch Politik macht. Wirtschaft betreibt. Und Krieg führt.

11. März 2000: Wladimir Putin empfängt Großbritanniens Premierminister Tony Blair in Sankt Petersburg – Putins erstes Treffen mit einem westlichen Staatsoberhaupt. Zu diesem Zeitpunkt ist Putin noch nicht offiziell gewählt, also nur kommissarischer Präsident.

11. März 2000: Wladimir Putin empfängt Großbritanniens Premierminister Tony Blair in Sankt Petersburg – Putins erstes Treffen mit einem westlichen Staatsoberhaupt. Zu diesem Zeitpunkt ist Putin noch nicht offiziell gewählt, also nur kommissarischer Präsident.

Foto: Laski Diffusion / Getty Images

»Russland führt auch deswegen heute den Krieg gegen die Ukraine, um seine Häfen am Schwarzen und am Kaspischen Meer zu sichern. Um diese beiden Meere als strategisches Vorland zu behalten. Das spielte damals schon eine große Rolle«, erklärt Russland-Experte Christian Neef im Podcast. »Dieser Kampf gegen Tschetschenien damals und der Kampf heute gegen die Ukraine, das geht nicht um Entnazifizierung. Es geht um solche geostrategischen Probleme, wenn man die nicht löst. Aus russischer Sicht kann man sonst nicht zu der alten Rolle der Großmacht zurückfinden.«

Putins erste Amtszeit ab dem Jahr 2000 war auch die Zeit, in der sich der Westen ein falsches Bild von Russland malte. Weil die unsicheren Neunzigerjahre überwunden schienen. Weil sich die russische Wirtschaft erholte. Und sich Russland als sicherer Lieferant begehrter Brennstoffe etablierte. Auch weil es der neue Präsident zunächst verstand, westliche Staatsleute zu beeindrucken – nicht nur den damaligen deutschen Kanzler Gerhard Schröder (und das gesamte Parlament gleich mit) bei seiner Rede im Bundestag.

Großbritanniens Premierminister Tony Blair ist der erste westlich Staatschef, den Putin empfängt. In seinen Memoiren schreibt Blair später ehrfürchtig über die ungewohnte Ehrerbietung beim Empfang in Putins Heimatstadt Sankt Petersburg: »Putin ist in Russland wie ein Zar.« Und der neu gewählte US-Präsident George W. Bush sagt nach dem ersten Treffen mit dem russischen Präsidenten: »Ich konnte seine Seele spüren: Das ist ein Mann, der sich seinem Land tief verpflichtet fühlt.«

Die Charmeoffensive ist echt. Aber nur eine Facette davon, was Putin mit Russland und der Welt vorhat.

»Er will damals als einer jener in die Geschichte eingehen, die es schaffen, den Durchbruch Russlands nach Westen zu bewirken. Das ist ihm schon wichtig«, sagt Christian Neef. »Es hat aber nichts damit zu tun, dass er seine Großmachtpläne aufgeben will. Also wir verstehen das von Anfang an offenbar falsch, aber die Signale, die er, die er sendet, sind alle so Signale, die uns gefallen.«

Wie gelang es Wladimir Putin die Medien, die russische Parteienlandschaft und die Oligarchen zu kontrollieren? Welche Rolle spielte die legendäre ›Schaschlik-Party‹ dabei? Warum war die Nato-Osterweiterung kein Problem für Putin und weshalb hat der Westen dennoch Anteil an dessen Traum von der neuen Großmacht Russland? Das erzählt Christian Neef in der zweiten Folge der Sonderserie des SPIEGEL-Auslandspodcasts Acht Milliarden.

Die zweite Folge der Podcastserie »Putins Aufstieg« können Sie gleich hier hören:

Dieses Audio ist derzeit nicht verfügbar.
Podcast Cover

Der Auslandspodcast Acht Milliarden erscheint immer freitags auf SPIEGEL.de und überall, wo es Podcasts gibt. Sie haben Anregungen, Kritik, Themenvorschläge oder sogar Lob zu dieser Sendung? Dann schreiben Sie uns doch eine Mail an die Adresse acht.milliarden@spiegel.de  .

Podcast »Acht Milliarden« abonnieren

Sie können »Acht Milliarden« in allen Podcast-Apps kostenlos hören und abonnieren. Klicken Sie dafür einfach auf den Link zu Ihrer Lieblings-App:

Und abonnieren Sie dann den Podcast, um keine Folge zu verpassen. Wenn Sie lieber eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie dort einfach nach »Acht Milliarden«. Den Link zum RSS-Feed finden Sie hier .

Extern anhören

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.