Donald Trump, US-Präsident:
»Sagen Sie uns nicht, wie wir uns fühlen sollen. Wir versuchen, ein Problem zu lösen. Sagen Sie uns nicht, wie wir uns fühlen sollen.«
Wolodymyr Selenskyj, Ukrainischer Präsident:
»Ich sage euch nicht...«
Donald Trump, US-Präsident:
»Sie sind nicht in der Position, uns das vorzuschreiben. Das ist genau, was sie tun. Sie sind nicht in der Position, uns vorzuschreiben, wie wir uns fühlen sollen.«
Wolodymyr Selenskyj, Ukrainischer Präsident:
»Sie werden den Einfluss spüren.«
Donald Trump, US-Präsident:
»Sie werden sich sehr gut fühlen. Wir werden uns sehr gut und sehr stark fühlen. Ihr seid im Moment in keiner guten Position. Sie haben es zugelassen, dass ihr in einer sehr schlechten Position seid. Ihr seid in keiner guten Position. Sie haben keine guten Karten. Mit uns haben Sie gute Karten.«
Wolodymyr Selenskyj, Ukrainischer Präsident:
»Ich spiele keine Karten.«
Donald Trump, US-Präsident:
»Sie spielen Karten. Sie setzen das Leben von Millionen Menschen aufs Spiel. Sie riskieren einen Dritten Weltkrieg. Und Sie sind sehr respektlos unserem Land gegenüber. Dieses Land hat Sie weit mehr unterstützt, als viele Leute es für richtig hielten.«
Streit und Belehrungen im Weißen Haus – was war passiert?
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war nach Washington, D.C. gekommen, um einen Rohstoff-Deal mit den USA zu unterzeichnen. Es war die leise Hoffnung auf einen Frieden in der Ukraine unter Beteiligung der USA. Schon vorher war klar: Einfach würde das nicht. Vor laufenden Kameras dann der offene Bruch. Ein beispielloser Schlagabtausch auf diplomatischem Parkett: Donald Trump und sein Vice J.D. Vance auf der einen, Selenskyj auf der anderen Seite.
J.D. Vance, US-Vizepräsident:
»Haben Sie schon einmal danke gesagt?«
Wolodymyr Selenskyj, Ukrainischer Präsident:
»Sehr oft, sehr oft, auch heute.«
Donald Trump, US-Präsident:
»Wir haben Ihnen militärische Ausrüstung gegeben. Ihre Männer sind mutig, aber sie benutzen unsere militärische Ausrüstung. Hätten Sie unsere militärische Ausrüstung nicht, wäre dieser Krieg in zwei Wochen vorbei gewesen.«
Wolodymyr Selenskyj, Ukrainischer Präsident:
»In drei Tagen. Putin sagte, es wären drei Tage.«
Donald Trump, US-Präsident:
»Vielleicht weniger.«
Wolodymyr Selenskyj, Ukraines Präsident:
»Oder zwei Wochen.«
Donald Trump, US-Präsident:
»Entweder Sie machen einen Deal oder wir sind raus. Und wenn wir raus sind, werden Sie es ausfechten müssen. Ich glaube nicht, dass es schön wird. Also gut. Ich denke, wir haben genug gesehen, oder? Das ist großes Kino.«
Eine Pressekonferenz? Abgesagt. Das Abkommen? Erst mal vom Tisch. Selenskyj verließ das Weiße Haus am Freitag vorzeitig.
Bei seinen Parteifreunden kommt Trumps Auftritt gut an:
Lindsey Graham, US-Senator von South Carolina:
»Jemand hat mich gefragt, ob ich mich für Trump schäme. Ich war noch nie so stolz auf den Präsidenten. Ich war sehr stolz auf JD Vance, der sich für unser Land eingesetzt hat. Wir wollen hilfreich sein. Was ich im Oval Office gesehen habe, war respektlos, und ich weiß nicht, ob wir jemals wieder Geschäfte mit Selenskyj machen können.«
Ganz anders reagieren die Menschen in Kyjiw:
»Es ist nicht die Ukraine, die mit dem Dritten Weltkrieg spielt. Wir werden hier doch eher als Druckmittel benutzt. Aber wir werden es schaffen, daran besteht kein Zweifel. Mit oder ohne Hilfe, denn wir sind eine Nation mit einem starken Willen.«
»Trump hat endlich verstanden, dass Selenskyj ein Präsident ist, der nicht einfach aufgibt.«
»Ich glaube, Trump ist die Art von Mensch, die auf niemanden hört, außer auf sich selbst. Und er will auf niemanden hören.«
Und am Ende tritt der US-Präsident sogar noch einmal nach.
Donald Trump, US-Präsident:
»Sie haben gesehen, was ich heute gesehen habe. Das war kein Mann, der Frieden schließen wollte. Und ich bin nur interessiert, wenn er das Blutvergießen beenden will. Danke schön.«