Ukraine-Krieg; Wolodymyr Selenskyj kündigt Dreiertreffen mit den USA und Russland an - DER SPIEGEL
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Ukrainekrieg Selenskyj kündigt Dreiertreffen zwischen der Ukraine, den USA und Russland an

Erstmals wollen Kyjiw, Washington und Moskau offenbar gemeinsam über ein Ende des Ukrainekriegs reden. Ein solches Treffen hat der ukrainische Präsident Selenskyj in Davos angekündigt.
Wolodymyr Selenskyj in Davos
Wolodymyr Selenskyj in Davos

Wolodymyr Selenskyj in Davos

Foto: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE / picture alliance

Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands wollen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über Bedingungen für ein Ende des Ukrainekriegs reden. Die Gespräche sollen an diesem Freitag und Samstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden, wie Selenskyj auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte.

Zuvor war Selenskyj in dem Schweizer Alpenort mit US-Präsident Donald Trump zusammengekommen. Die Zusammenkunft bezeichnete Selenskyj als produktiv. Er habe mit Trump über Fortschritte bei den Friedensgesprächen und Lieferungen für die Flugabwehr gesprochen, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Die Unterhändler beider Seiten stünden fast täglich in Kontakt, die verhandelten Dokumente seien nun »noch besser ‌vorbereitet«. Selenskyj äußert die Hoffnung, dass der Schutz des ukrainischen Luftraums weiter gestärkt werde.

Auch Trump sprach von einem sehr guten Treffen. Man müsse sehen, wie das Gespräch seines Unterhändlers Steve Witkoff mit Kremlchef Wladimir Putin heute Abend in Moskau verlaufe. Dabei sei die Botschaft an Putin: »Der Krieg muss aufhören.« Zugleich sagte Trump, man habe »noch einen Weg vor sich«.

Die erste Begegnung zwischen dem US-Präsidenten und Selenskyj in diesem Jahr dauerte nach Angaben beider Seiten etwa eine Stunde. Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner werden abends in Moskau erwartet zu einem Gespräch mit Putin. Anschließend will Witkoff nach eigenen Angaben weiter nach Abu Dhabi reisen, wo Militärs und Wirtschaftsleute weiter verhandeln sollen.

Kritik an Europa und der Nato

In seiner Pressekonferenz kritisierte Selenskyj zudem seine europäischen Verbündeten und die Nato und warf ihnen mangelnde Unterstützung für sein Land vor. »Europa diskutiert gern über die Zukunft, scheut sich aber davor, heute zu handeln – Handlungen, die darüber entscheiden, welche Art von Zukunft wir haben«, sagte er.

Das transatlantische Verteidigungsbündnis existiere lediglich dank des Glaubens, dass die USA im Falle eines Angriffs nicht tatenlos zusehen, sondern helfen würden, fügte Selenskyj hinzu. »Doch niemand hat das Bündnis bisher in Aktion erlebt«, sagte Selenskyj. Er forderte eine Aufstockung der Streitkräfte.

sol/dpa/Reuters