Panzer-Biathlon Volles Rohr durchs Gelände
Militärparaden auf breiten Prachtboulevards? Mit Kriegsgeräte-Präsentationen der Marke 08/15 will sich der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu offenbar nicht zufriedengeben - und richtet deshalb einen Panzer-Biathlon aus.
Die Regeln sind einfach: Eine Panzercrew muss in ihrem Gefährt einen etwa 20 Kilometern langen Hindernisparcours so schnell wie möglich hinter sich bringen und gleichzeitig Treffsicherheit beweisen. Als Zielscheiben dienen dabei Attrappen von Hubschraubern oder anderen Panzern, was im Ernstfall ebenso weggeblasen werden muss.
"Ich hoffe, dass sich das Panzer-Biathlon als eine neue Sportart durchsetzt", sagte Schoigu der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti. Schließlich dient die Gaudi im Gelände nicht nur der Machtdemonstration, sondern auch der Ausbildung des kämpferischen Nachwuchses. Der Wetteifer, so hofft der Minister, soll seine Streitkräfte zu Höchstleitungen am Kanonenrohr motivieren.
"Richtige Männer in richtigen Panzern"
Armeegeneral Ivan Buvaltsev fand die Idee seines Vorgesetzten sofort bombig: "Die Zuschauer können hier nicht nur eine Show sehen, sondern einen Wettkampf zwischen richtigen Männern in richtigen Panzern." Seit Montag heißt es deshalb auf einem Übungsgelände in der Nähe von Moskau: Feuer frei und Vollgas!
In diesem Jahr treten neben den Russen nur Teams aus Armenien, Weißrussland und Kasachstan an. Aber Verteidigungsminister Schoigu plant schon eine Panzer-Biathlon-Weltmeisterschaft und hat für die nächste Veranstaltung unter anderem deutsche und italienische Panzerfahrer eingeladen. Einen Verbündeten hat er bereits gefunden: "US-Verteidigungsminister Hagel hat die Einladung angenommen."