Ford Mondeo: Zum Erfolg verdammt - DER SPIEGEL
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Ford Mondeo Zum Erfolg verdammt

Lange Zeit haben die Kölner Autobauer tatenlos zugesehen, wie ihre Modelle vom Kunden verschmäht wurden. Jetzt geht Ford in die Offensive. Ab 30. November steht der neue Mondeo als Limousine, Fließheck und Kombi beim Händler.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Hersteller:Ford
Typ:Mondeo 2.0 DI
Karosserie:Limousine
Motor:Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum:1.998 ccm
Leistung PS:115 PS
Leistung kW:85 kW
Drehmoment:280 Nm
Von 0 auf 100:10,6 Sek.
Höchstgeschw.:195 km/h
Verbrauch (ECE):5,9 Liter
CO2-Ausstoß:156 g/km
Kraftstoff:Diesel
Kofferraum:500 Liter
Preis:21.755 €

Fords neues Flaggschiff ist zum Erfolg verdammt. Nicht nur soll es das bisherige Topmodell Scorpio ersetzen, das wegen mangelnder Nachfrage ersatzlos gestrichen wurde. "Der Mondeo wird mit seinen Qualitäten schon im nächsten Jahr wieder unter die Top Ten der deutschen Zulassungsstatistik fahren", sagt Vertriebsvorstand Bernhard Mattes selbstbewusst - wohl wissend, dass VW seinen Passat geliftet und - chrompoliert - schon drei Wochen früher auf den Markt bringt.Doch auch neben dem ewigen Wolfsburger Rivalen kann sich der neue Mondeo sehen lassen. Das "Pflaumen-Gesicht" mit den rundlich-verspielten Formen des Vorgängers ist verschwunden. Klare Linien, markanter Kühler und schnörkellose Karosserieflächen sowie 17 Zentimeter mehr in der Länge geben dem Mittelklassewagen jetzt eine geradezu stattliche Erscheinung. Der ebenfalls verlängerte Radstand kommt der Beinfreiheit der Mitreisenden zugute, und auch der Kofferraum glänzt mit 500 Liter Volumen (die Kombi-Variante Turnier bietet sogar 540 bis 1700 Liter Ladevolumen). Dass die betonten Radhäuser, der bogenförmige Dachabschluss, das sachlich und übersichtlich gestylte Cockpit mit den Aluminiumdetails im Innenraum irgendwie an den VW Passat erinnern, ist dabei nicht weiter verwunderlich. Schließlich war Chefdesigner J. Mays zuvor in Wolfsburger Diensten am New Beetle, am Audi A6 und TT beteiligt. Und warum nicht den Rivalen mit den eigenen Waffen schlagen?Auch in punkto Sicherheit ist der Mondeo jetzt auf der Höhe der Zeit - auch wenn die Tatsache, dass die Frontairbags zweistufig zünden, gleich etwas großspurig "Intelligent Protection System" genannt wird. Zur weiteren Serienausstattung gehören Seiten- und Kopf-Schulterairbags, aktive Kopfstützen, Isofix-Vorbereitung für Kindersitze sowie eine Sicherheitspedalerie. ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und ein Bremsassistent sind ebenfalls ab Werk eingebaut.Zu den wahren Höhepunkten des neuen Mondeo zählen allerdings Fahrwerk und Motoren. Selten ließ sich eine Familienkutsche so sportlich fahren. Die direkte, gefühlvolle Lenkung und die straffe, aber komfortable Federung vermitteln einen allseits sicheren Kontakt zur Fahrbahn und machen einfach Spaß. Neben den vier neuen Benzinern (110 bis 170 PS) stehen zwei neue 2-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzer mit 90 und 115 PS zur Wahl. Vor allem die stärkere Version steht dabei trotz herkömmlicher Verteilereinspritzpumpe mit seinen 280 Newtonmeter Drehmoment in Sachen Leistung und Durchzug weder Common-Rail- noch Pumpe-Düse-Selbstzündern nach. Das typische Nageln ist nur beim Kaltstart zu hören. Doch schon nach wenigen Kilometern ist davon nichts mehr zu spüren. Ohne lästiges Dröhnen und Vibrieren zieht das Triebwerk schon aus dem Drehzahlkeller heraus nach vorne. Kurzzeitig lässt sich der Schub durch beherztes Durchtreten des Gaspedals (Overboost-Funktion) noch mal auf 310 Newtonmeter anheben. Das I-Tüpfelchen setzt dazu das gut gestufte Getriebe.Ab 37.450 Mark (4-Türer mit 1,8-Benziner und 110 PS) gibt's den neuen Mondeo. Der günstigste Passat mit 1,6-Liter-Motor und 102 PS ist für 39.508 Mark, ein Opel Vectra mit gleichem Hubraum und 100 PS für 38.125 Mark zu haben. Spätestens beim Blick in die Preisliste werden nicht nur Passat-Fahrer ins Grübeln kommen.

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