Autogramm Suzuki SX4 S-Cross: Nicht so zimperlich
Autogramm Suzuki SX4 S-Cross Härte zeigen
Der erste Eindruck: Vorsicht, bissig! Der neue Kühlergrill des SX-4 sieht aus wie ein verchromter Maulkorb.
Das sagt der Hersteller: Die sanften Zeiten sind vorbei, sagt Suzuki-Sprecher Jörg Machalitzky. Mit der Überarbeitung des SX4 habe Suzuki den Wünschen der Kunden Rechnung getragen und das Auto wieder näher an die kernigen Geländewagen von einst gerückt. Deshalb sehen nicht nur der Kühlergrill und die graue Schürze darunter so wuchtig aus, sondern das ganze Auto wurde auch um einen Zentimeter höher gelegt. Natürlich sind das nur Kleinigkeiten, doch auch diese Retuschen drücken einen Stilwechsel aus. Auch technisch gibt es Neuigkeiten zu vermelden. "Zwei von drei Motorisierungen sind neu in der Baureihe", sagt Machalitzky.
Das ist uns aufgefallen: Der SX4 wird zwar in Ungarn gebaut, aber er ist ein durch und durch japanisches Auto - zumindest so, wie sie früher einmal waren. Während die koreanischen Hersteller im Ringen um Anerkennung mittlerweile wie ihre Vorbilder aus Deutschland ihre Modelle mit Softlack überziehen und schon Kleinwagen aufmöbeln wie Luxuslimousinen, fertigt Suzuki Autos vom Typ "ehrliche Haut" und stattet sie mit Hartplastik aus. Das wirkt eher grobschlächtig, ist aber andererseits robust und praktisch.
Das passt zum rustikalen Anspruch, den Suzuki neuerdings an den SX4 stellt. Zwei Ausnahmen allerdings stechen im weitgehend kargen Innenraum um so mehr ins Auge: Die Chromrahmen um die Lüftungsdüsen und das Touchscreen-Navigationssystem. Letzteres wirkt in seiner Klavierlack-Konsole, als wären ein paar grellbunte Zeichentrickszenen in einen alten Schwarz-Weiß-Film montiert worden.
Genau wie mit dem Ambiente verhält es sich auch mit dem Antrieb. Der neue 1,4-Liter-Benziner klingt etwas kratziger als vergleichbare Motoren der Konkurrenz; die Maschine wirkt insgesamt etwas ungehobelt, und auch das Schaltgetriebe flutscht nicht ganz so geschmeidig wie bei anderen Herstellern. Doch so, wie den Entwicklern im nüchternen Innenraum und mehr noch im schlicht ausgeschlagenen Gepäckabteil Platz wichtiger war als Protz, so macht auch der Motor im Grunde einen soliden Eindruck.
Er ist quirlig und mit 140 PS Leistung und 220 Nm Drehmoment ausreichend flott dabei. Der Wagen beschleunigt in 10,2 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht mit etwas Geduld eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Angemessener ist es jedoch, es in diesem Wagen gelassen anzugehen. Dann bekommt man vom Antrieb nicht viel mit. Dazu tragen auch ein ausgewogenes Fahrwerk und ein Allradsystem bei, das sich nur bei Bedarf zuschaltet - fertig ist ein Allround-Auto ohne Allüren. Im Prinzip vergleichbar mit Fahrzeugen wie dem Opel Mokka oder dem Mitsubishi ASX - und trotzdem kein Vergleich.
Das muss man wissen: Die ersten Exemplare des SX4 schippern gerade die Donau herauf und sollen ab Ende September in den Handel kommen. Nachdem Suzuki den Preis seit der Markteinführung vor drei Jahren nicht verändert hat, werden nun ein paar Hundert Euro aufgeschlagen. Das Basismodell kostet damit fortan 19.790 Euro. Dafür gibt es den 4,30 Meter langen Wagen mit einem in dieser Baureihe neuen Dreizylindermotor, der aus mageren 1,0 Liter Hubraum 111 PS Leistung schöpft und ausschließlich mit Frontantrieb angeboten wird. Daneben montiert Suzuki den hier vorgestellten und ebenfalls neuen 1,4-Liter-Benziner, der für 1700 Euro Aufpreis mit Allradantrieb zu haben ist. Einziger Diesel im Angebot ist ein 1,6-Liter-Selbstzünder mit 120 PS, der immer mit Allradantrieb kombiniert wird und mit bis zu 31.490 Euro die Preisliste nach oben abschließt.
Das werden wir nicht vergessen: Viele Assistenzsysteme hat Suzuki für den SX4 nicht zu bieten. Auf die vorhandene automatische Notbremse sind die Ingenieure deshalb offenbar so stolz, dass sie schon Alarm schlägt, wenn man im Stop-and-Go-Verkehr langsam auf den Vorausfahrenden zurollt. Diese Nervosität ist so kontraproduktiv, dass man das System nach zwei Rotphasen im Ampelstau gleich wieder ausschaltet - und damit womöglich buchstäblich ein tiefgreifendes Facelift riskiert.
| Hersteller: | Suzuki |
|---|---|
| Typ: | SC4 S-Cross 1.4 Boosterjet Allgrip |
| Karosserie: | SUV |
| Motor: | Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer-Turbo |
| Getriebe: | Sechsgang-Schaltgetriebe |
| Antrieb: | Allrad |
| Hubraum: | 1.373 ccm |
| Leistung PS: | 140 PS |
| Leistung kW: | 103 kW |
| Drehmoment: | 220 Nm |
| Von 0 auf 100: | 10,2 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 200 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 5,6 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 127 g/km |
| Kofferraum: | 440 Liter |
| umgebaut: | 1.269 Liter |
| Gewicht: | 1.290 kg |
| Maße: | 4300 / 1785 / 1580 |
| Preis: | 25.390 € |