Eure Buchtipps Geheimagenten und Unterwasserwelten
Am liebsten würde man sie alle lesen, die Bücher, die mit ihren frischen Seiten so gut riechen und bunte Stapel in den Buchhandlungen bilden. Im letzten Jahr sind in Deutschland rund 58.000 neue Titel erschienen. Wollte man sie komplett lesen, bräuchte man mindestens 35 Jahre – ohne Pause und ohne Schlaf. Doch selbst dann wäre die Liste nie vollständig, denn in der Zwischenzeit kämen unzählige weitere Werke dazu.
Besonders im Herbst gibt es viele Neuerscheinungen. Dann findet die Frankfurter Buchmesse statt, die größte der Welt und eine der wichtigsten Veranstaltungen der Branche. Hier präsentieren Verlage ihre Neuerscheinungen, Buchhändler informieren sich über Trends, und Literaturfans treffen ihre Lieblingsautorinnen und -autoren bei Lesungen. Doch in den vergangenen Jahren war dort immer wieder ein Thema wichtig: Es werden weniger Bücher veröffentlicht und auch weniger gekauft als früher. Verlage müssen sparen, und viele – vor allem kleine – Buchhandlungen kämpfen ums Überleben.
Unzählige Kinder und Jugendliche träumen davon, Fußballprofi zu werden – doch nur die allerwenigsten werden es schaffen. Maxi, 14, darf sich etwas größere Hoffnungen machen als andere. Wie er in der Nachwuchsakademie des FC Bayern für die Erfüllung seines Traums trainiert, steht in der neuen Ausgabe von DEIN SPIEGEL, dem Nachrichten-Magazin für Kinder. Außerdem im Heft: Wie entsteht eigentlich ein Gesetz? DEIN SPIEGEL gibt es am Kiosk, ausgewählte Artikel online. Erwachsene können das Heft auch hier kaufen:
Dieses Jahr gibt es gute Nachrichten: Die Ausgaben für Bücher sind gestiegen, und dazu haben vor allem junge Leserinnen und Leser beigetragen. Sie haben deutlich mehr für ihren Lesestoff ausgegeben, während Erwachsene weniger gekauft haben. Dank der jungen Menschen gab es ein Umsatzplus – das heißt, dass mehr Geld durch den Verkauf von Büchern eingenommen wurde. Besonders beliebt sind Fantasy-Reihen: Geschichten über Fabelwesen wie in »Woodwalkers«, magische Fähigkeiten wie bei »Keeper of the Lost Cities« oder Meermenschen wie in »Alea Aquarius«.
Auf Plattformen wie Instagram oder TikTok boomen Accounts, auf denen Bücher besprochen und vorgestellt werden. Was unter #booktok erfolgreich ist, wird oft sogar zur Vorlage für Filme oder Serien. Diese Accounts helfen, sich in der riesigen Menge an Neuerscheinungen zurechtzufinden. Denn auszuwählen, was man als Nächstes lesen möchte, ist gar nicht leicht: Manche Menschen entscheiden nach dem Einband, andere lesen alles, was ihre Lieblingsautorinnen und -autoren veröffentlichen. Viele holen sich Tipps von Freunden, Klassenkameradinnen oder Geschwistern – oder aus Zeitschriften wie DEIN SPIEGEL. Wir haben euch nach Buchempfehlungen gefragt, hier sind die Antworten.
Frauke Scheunemann: »Winston. Ein Kater in geheimer Mission«. Loewe; 8,95 Euro. Ab zehn Jahren.
Foto: Loewe»Ich habe in der Buchhandlung nach neuem Lesestoff gesucht. Das Cover von ›Winston. Ein Kater in geheimer Mission‹ fand ich lustig, habe deshalb den ersten Band gekauft und sofort angefangen zu lesen. Die Geschichte ist aus Sicht des Tieres geschrieben. Winston ist Geheimagent. Zusammen mit einem Mädchen, ihren Freunden und anderen Straßenkatzen löst er viele Kriminalfälle. Das Buch empfehle ich allen, die Spannung, Lustiges und Tiere mögen. Ich musste oft lachen. Am schönsten fand ich, dass Winston viele Eigenschaften hat, die ich auch bei meinen eigenen zwei Katern beobachte, sie heißen Filou und Flöckchen. Es sind Birma-Katzen. Manchmal stelle ich mir vor, dass sie auch als Geheimagenten unterwegs sind.«
Shannon Messenger. »Keeper of the Lost Cities – Der Aufbruch«. arsEdition; 20 Euro. Ab zwölf Jahren.
Foto: ars Edition»Ich lese sehr viel, mag aber nicht jedes Buch. Oft brauche ich lange, um etwas zu finden, was mich wirklich fesselt. Fantasy gefällt mir, weil ich in Welten eintauchen kann, die ganz anders sind als das echte Leben. Meine Lieblingsreihe ist ›Keeper of the Lost Cities‹. Die Hauptfigur des ersten Bands ist Sophie. Sie ist schlau und kann Gedanken lesen. Im Laufe der Handlung entdeckt sie, dass sie in Wahrheit eine Elfe ist. Die Elfenwesen sehen aus wie hübsche Menschen, sind jedoch unsterblich und besitzen magische Fähigkeiten. Die Geschichte hat spannende und lustige Momente. Die Reihe besteht aus mehreren Bänden, und mit jedem werden die Handlung, die Figuren und die Welt, in der sie sich bewegen, erweitert.«
Trenton Lee Stewart: »Die geheime Benedict-Gesellschaft«. Adrian & Wimmelbuchverlag; 13,95 Euro. Ab neun Jahren.
Foto: Adrian & Wimmelbuchverlag»Die Geschichte beginnt mit einem Test, den der kluge und freundliche Wissenschaftler Mr. Benedict entwickelt hat. Er veröffentlicht eine Anzeige in einer Zeitung und sucht Kinder, die ›außergewöhnlich begabt‹ sind. Viele melden sich, doch nur vier Kinder bestehen die schwierigen Aufgaben. Gemeinsam sollen sie eine Mission erfüllen, um die Welt vor einem Bösewicht zu retten. Um ihn zu stoppen, schleusen sich die vier als Spione in ein Internat ein, das von dem fiesen Typen geleitet wird. Dort müssen sie viele Rätsel lösen, Hinweise entschlüsseln und sich immer wieder aus Situationen retten. Ich mag ›Die geheime Benedict-Gesellschaft‹ besonders, weil die Geschichte clever erzählt ist, aber nicht unrealistisch oder übertrieben wirkt. Es geht nicht nur um Action, sondern auch um andere Themen wie Freundschaft und Vertrauen.«
Tanya Stewner: »Alea Aquarius: Der Ruf des Wassers«. Oetinger; 8 Euro. Ab zehn Jahren.
Foto: Oettinger»Bei uns in der Familie lesen alle gern. Wenn ich ein neues cooles Buch finde, kaufen es mir meine Eltern oder schenken es mir zum Geburtstag. Meine große Schwester mochte ›Alea Aquarius‹ und hat sogar eine Ausgabe mit der Unterschrift der Autorin. Ich habe es dann auch gelesen. Es geht um ein Mädchen, das sehr früh von seinen Eltern getrennt wurde und bei einer Pflegemutter aufgewachsen ist. Ihr wurde immer gesagt, dass sie sich von dem Wasser fernhalten müsse, weil sie eine Allergie habe. Dann lernt sie andere Kinder und Jugendliche kennen, die auf einem Boot leben. Sie reist mit ihnen um die Welt. Bei einem Sturm fällt Alea ins Wasser. Dann passiert etwas, das ihr ganzes Leben ändert. Mehr verrate ich nicht. Ich finde es toll, dass die Geschichte mit dem Ozean zu tun hat und teilweise unter Wasser spielt.«
Markus Orths: »Crazy Family – Die Hackebarts räumen ab«. Loewe; 13,95 Euro. Ab zehn Jahren.
Foto: Loewe»In meinem Lieblingsbuch geht es um eine verrückte Familie. Eigentlich hat es mein Bruder geschenkt bekommen, aber ich habe es mir irgendwann geschnappt und selbst gelesen. Die Geschichte dreht sich um die Hackebarts, bestehend aus den Eltern, dem Opa und vier Kindern: dem 13-jährigen Brooklyn, dem 11-jährigen Zosch, dem 8-jährigen Mönkenmeier und der 6-jährigen Lulu. Jedes Familienmitglied hat ganz eigene Interessen: Brooklyn kümmert sich gern um den Haushalt, Zosch zockt Videospiele, Mönkenmeier träumt davon, Künstler zu werden, und Lulu ist so schlau, dass sie mit ihrem fotografischen Gedächtnis und den vielen Lexika, die sie gelesen hat, schon studieren könnte. Eines Tages sehen die Hackebarts eine Folge von ›Wer wird Millionär?‹ und beschließen, sich zu bewerben. Sie brauchen dringend Geld. Im Laufe der Handlung passiert ständig etwas Neues. Es ist eine der lustigsten Geschichten, die ich je gelesen habe.«
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