Halloween: Warum wir Gespenster lieben - DER SPIEGEL
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Gruseln rund um die Welt Warum wir Gespenster lieben

Der Glaube an Geister und Übersinnliches ist in vielen Kulturen verbreitet. Wieso ist das so, warum feiern wir eigentlich Halloween, und welche gruseligen Bräuche und Legenden gibt es noch?
Von Claudia Beckschebe • • aus DEIN SPIEGEL 11/2025

Wenn am 31. Oktober die Dunkelheit hereinbricht, ziehen Kinder als Hexen, Vampire oder Gespenster verkleidet durch die Straßen und rufen: »Süßes oder Saures!« – es ist Halloween. Passend zum Gruselfest sind die Wurzeln von Halloween ziemlich mystisch. Wo genau es seinen Ursprung hat, ist nicht sicher. Oft wird die Verbindung zu den Kelten gezogen, die vor langer Zeit im heutigen Irland lebten. Vor über 2000 Jahren feierten die Kelten dort das Fest »Samhain«. Es markierte das Ende des Sommers und den Beginn des Winters.

Man nimmt an, dass die Kelten glaubten, in dieser Zeit sei die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten besonders dünn. Vermutlich dachten sie, Geister könnten in dieser Nacht zurückkehren. Um sich davor zu schützen, machten sie Feuer, damit die bösen Geister erschreckt oder vertrieben werden. Allerdings haben die Kelten selbst fast nichts über ihre Bräuche und ihren Glauben auf­geschrieben.

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Als sich in Europa mehr und mehr das Christentum als Religion etablierte, wurden die einstigen keltischen Samhain-Traditionen mit den christlichen Feiertagen Allerheiligen am 1. November und Allerseelen am 2. November verbunden, an denen Christen der Seelen von Heiligen und anderen Verstorbenen gedenken. Der Abend vor Allerheiligen hieß auf Englisch »All Hallows’ Eve«, woraus später das Wort Halloween entstand.

Übrigens: Dass wir Halloween heutzutage vor allem als Brauch aus den USA und nicht unbedingt aus Irland kennen, hat damit zu tun, dass irische Einwanderer im 19. Jahrhundert die Tradition nach Amerika brachten. Dort wurde es zu dem großen Volksfest, das es heute ist.

Gruselige Bräuche und Aberglaube weltweit

Aber nicht nur in Irland und den USA gibt es gruselige Feste. Überall auf der Welt glauben Menschen an das Übersinnliche – und haben ihre eigenen Bräuche, um Geister, Dämonen oder das Unbekannte zu erklären und zu besänftigen.

Warum glauben Menschen überall an das Übersinnliche?

Der Glaube an Geister, Hexen oder das Jenseits ist ein weltweites Phänomen. Schon immer haben Menschen versucht, unerklärliche Dinge mit Geschichten und Bräuchen zu erklären. Das hilft, mit Angst umzugehen und das Unbekannte weniger bedrohlich erscheinen zu lassen. In fast allen Kulturen gibt es ähnliche Legenden – das zeigt, wie sehr das Übersinnliche zu uns Menschen gehört.

Warum macht Gruseln so viel Spaß?

Wir lieben es, uns zu gruseln. Forschende nennen das Angstlust, »thrill« auf Englisch. Wenn wir uns erschrecken – zum Beispiel bei einer Geis­tergeschichte oder einem Gruselkostüm – schüttet unser Körper Hormone wie Adrenalin aus. Das Herz schlägt schneller, wir sind hellwach. Doch weil wir wissen, dass uns nichts passieren kann, empfinden wir nach dem Schreck ein Glücksgefühl. Es ist wie eine Achterbahnfahrt: Erst kommt die Angst, dann die Erleichterung – und das macht Spaß!

Außerdem macht es Freude, sich ge­genseitig zu erschrecken oder selbst in die Rolle eines Monsters zu schlüpfen. An Halloween wissen alle, dass hinter der schaurigen Maske nur der beste Freund oder die Schwester steckt – das nimmt dem Grusel die Angst und macht ihn unterhaltsam.

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