Präsidentschaftswahlen in den USA Wer will was?
Der Job als Staatsoberhaupt der USA bringt weltweiten Einfluss mit sich – und in der Heimat besondere Befugnisse: Der Präsident oder die Präsidentin darf die Mitglieder des Kabinetts benennen, kann bei der Wahl von Richterinnen und Richtern mitentscheiden und Gesetze einbringen oder verhindern: Jedes Gesetz muss mit der Unterschrift des Staatsoberhaupts abgesegnet werden. Außerdem kann der Präsident fast allein bestimmen, in welche Länder Soldaten und Soldatinnen geschickt werden. Weil der Job so bedeutsam ist, geht es im Wahlkampf heiß her. Die Anhänger der beiden großen Parteien, Demokraten und Republikaner, haben in fast allen Fragen gegensätzliche Ansichten darüber, was für ihr Land wichtig und richtig ist. Und auch die beiden Kandidaten für das Präsidentenamt, Kamala Harris und Donald Trump, sind sehr unterschiedlich.
Thema Einwanderung
Kamala Harris will, dass Menschen, die in die USA kommen, besser behandelt werden. Sie setzt sich dafür ein, dass Familien zusammenbleiben und dass Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen, Schutz bekommen. Sie möchte auch, dass Menschen, die schon lange in den USA leben, eine Chance bekommen, eingebürgert zu werden.
Donald Trump hat in seiner ersten Präsidentschaft strengere Regeln für Einwanderung eingeführt. Er wollte, dass weniger Menschen in die USA kommen, besonders aus bestimmten Ländern. Er fürchtet, dass illegal zuwandernde Menschen Kriminalität ins Land bringen und den US-Bürgerinnen und -Bürgern Jobs wegnehmen. Er hat auch die Idee gehabt, die gesamte Grenze zwischen den USA und Mexiko mit einer Mauer zu versehen, um die Einwanderung zu kontrollieren.
Thema Nato
Kamala Harris findet die Nato gut, das Bündnis von Ländern, die sich gegenseitig bei Problemen helfen. Sie glaubt, dass die USA enge Beziehungen zu ihren Partnerländern pflegen sollten, um Frieden und Sicherheit zu gewährleisten.
Donald Trump hat die Nato schon oft kritisiert und gesagt, dass die USA zu viel dafür bezahlen. Er will, dass die anderen Länder mehr für ihre eigene Verteidigung tun und mehr zur Nato beitragen.
Thema Schwangerschaftsabbrüche
Kamala Harris glaubt, dass Frauen das Recht haben sollten, selbst zu entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft beenden möchten oder nicht. Sie unterstützt das Recht auf Abtreibung und will, dass dieses Recht geschützt wird.
Donald Trump ist dafür, dass Abtreibungen nur in sehr wenigen Ausnahmefällen erlaubt sein sollten. Zuletzt behauptete er aber, dass seine Politik »großartig« für Frauen und ihre Rechte wäre. Seine Gegner werfen ihm vor, dass das bloß Kalkül sei, um im Wahlkampf die Wählerinnen mit seiner harten Haltung zum Thema Abtreibung nicht zu vergraulen.
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Thema Bildungspolitik
Kamala Harris möchte, dass alle Kinder eine gute Bildung bekommen, unabhängig davon, wie viel Geld ihre Eltern haben. Sie setzt sich dafür ein, dass das College kostenlos wird und dass Lehrer besser bezahlt werden.
Donald Trump setzt sich für weniger Einfluss des Staats auf die Bildung ein. Trump findet Privatschulen gut, die Eltern selbst bezahlen müssen. Die sind aber teuer. Daher unterstützt Trump zum Beispiel die Idee, dass Eltern Gutscheine bekommen, um die Privatschulen zu bezahlen. Trumps Gegner sagen, dass dadurch aber das Geld, das eigentlich für öffentliche Schulen gedacht war, weniger wird und diese somit schlechter werden.
Thema LGBTQ-Rechte
Kamala Harris setzt sich für die Rechte von LGBTQ-Personen ein, also für Menschen, die schwul, lesbisch, bisexuell, transgender oder queer sind. Sie will, dass diese Menschen vor Diskriminierung geschützt werden und dieselben Rechte haben wie alle anderen.
Donald Trump wird oft dafür kritisiert, dass er nicht genug für die Rechte dieser Menschen tut. Während seiner Amtszeit hat er Maßnahmen unterstützt, die es für LGBTQ-Personen schwerer gemacht haben, etwa im Militär zu dienen.
Thema Drogen-Kriminalität
Kamala Harris hatte früher, als sie für die Justiz im Bundesstaat Kalifornien arbeitete, strenge Ansichten zu Marihuana und war zum Beispiel dagegen, dass der Konsum dieser Droge erlaubt ist. Inzwischen hat sie ihre Haltung geändert und scherzte sogar, dass sie selbst mal Marihuana geraucht habe. Sie denkt, dass man nicht nur gegen Drogendealer vorgehen sollte, sondern auch den Menschen helfen muss, die Drogen nehmen. Harris will Programme unterstützen, die Abhängigen helfen, von den Drogen loszukommen. Sie möchte auch, dass manche Drogen-Vergehen, vor allem wenn es um kleine Mengen geht, nicht so streng bestraft werden, weil viele Menschen sich dadurch ihre Zukunft verbauen.
Donald Trump findet, dass man Drogen-Kriminalität am besten bekämpft, indem man die Menschen, die Drogen verkaufen, streng bestraft. Trump hat gesagt, dass er es gut finden würde, wenn Drogenhändler sehr lange ins Gefängnis müssen oder sogar die Todesstrafe bekommen könnten. Außerdem will er, dass die Grenzen des Landes stärker kontrolliert werden, damit keine Drogen ins Land geschmuggelt werden.
Dieser Artikel erschien in »Dein SPIEGEL« 11/2024.
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