Haben es in die dauerhafte Rotation geschafft: Pizzabohnen
Foto: Sebastian Maas / Der SpiegelKochen ohne Kohle Entspannung aus der Auflaufform: Pizzabohnen – für 1,50 Euro
Nach vielen Jahren als Kochkolumnist hier beim SPIEGEL kommt es selten vor, dass ich ein Rezept aus dem Internet ausprobiere und direkt so begeistert bin, dass es in meine dauerhafte Rotation kommt. Soll heißen: Bei jedem größeren Wocheneinkauf werde ich ab sofort daran denken, die Zutaten dafür in den Einkaufswagen zu legen.
Pizzabohnen sind solch ein Gericht. Sie vereinen die wohlig-gemütlichen Geschmäcker von Pizza und Nudelauflauf mit den guten Nährwerten von Bohnen. Einfach, weil kleine weiße Cannellini-Bohnen in einer herzhaften Tomatensoße backen, mit allem, was man sonst auf einer Pizza essen würde. Und für all jene, die nicht viel Zeit haben: Es gibt eine Variante, die nur fünf Minuten Arbeit erfordert, um eine komplette Familie zu bekochen. Den Rest übernimmt dann der Ofen.
Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:
Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.
Teure Spezialgeräte sind tabu.
Das US-Rezept mit dem eingängigen Namen verwendet natürlich Anleihen aus anderen Küchen, etwa griechischer Gigantes Plaki oder türkischer Fasulye. Auch in Italien findet man teilweise Fagioli all'uccelletto auf dem Tisch. All diese Gerichte vereinen Bohnen mit leckeren Tomatensoßen als Eintopf, Beilage oder Vorspeise. Was machen »Pizza Beans« anders? Nun: Sie werden im Ofen noch mit Käse überbacken.
Und sie können mit wirklich jeder Zutat verfeinert werden, die man sonst auf eine Pizza werfen würde. Oliven? Sardellen? Salami? Klar! Angebratenes (Veggie-)Hack und Jalapeños? Immer!
Irgendjemand von Ihnen da draußen wird es sicher auch mit Schinken und Ananas probieren – bitte verlinken Sie mich, wenn Sie das Ergebnis teilen.
Wer etwas auf die eigene Kochkunst hält, kann die Tomatensoße selbst machen, mit einer Mirepoix oder einem Soffritto als Basis, angebratenem Knoblauch, frischem Oregano, einem Schuss Weißwein und schönen, reifen Tomaten, die langsam eingekocht werden.
Wer dafür keine Zeit oder keine Lust hat, kauft sich eine fertige Pizzasoße. Hier wird niemand verurteilt*.
Das benötigt man für zwei Portionen Pizzabohnen
Weitere mögliche Zutaten: Alles, was auf Pizza passt
Foto: Sebastian Maas / Der Spiegel400–500 g abgetropfte, weiße Bohnen aus Dose oder Glas (etwa Cannellini)
400 ml Tomatensoße für Pasta oder Pizza
1 große Tomate
80 g Streukäse
etwas grünes Pesto oder Basilikum
optional: italienische Streukräuter wie Oregano; andere Pizzatoppings wie Oliven, Feta oder Schinken; Olivenöl
Was kostet das? Es geht bei 1,50 pro Portion los und wird mehr, wenn man die Bohnen unter anderen Toppings begraben will
Wie lange dauert das? Fünf Minuten Arbeit plus etwa 25 Minuten Backzeit
Gar es ohne Bares!
Sebastian MaasPreisabfragezeitpunkt
17.10.2026 06.33 Uhr
Keine Gewähr
So einfach macht man Pizzabohnen
Den Ofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) einstellen.
Die Bohnen abgießen und unter fließendem, kaltem Wasser abspülen, bis dieses nicht mehr schäumt. Die Bohnen in eine Backform, Auflaufform oder ofenfeste Pfanne geben.
Mit der Tomatensoße (gekauft oder selbst gemacht) übergießen. Die Tomate in Scheiben schneiden und zusammen mit anderen optionalen Pizza-Lieblingszutaten obendrauf legen.
Mit Käse bestreuen und ein paar Kleckse des grünen Pestos darauf geben. Wer frisches Basilikum nutzt, wartet damit bis zum Servieren, sonst verbrennt es nur. Vorsicht mit Heißluftofen oder Airfryern, hier kann der Käse schon verbrennen, bevor die Bohnen unten richtig warm geworden sind. Bei diesen Geräten sollte man den Käse erst nach der Hälfte der Backzeit drüberstreuen.
Alles so lange backen, bis der Käse goldbraun geworden ist.
Auf zwei Schüsseln aufteilen, optional mit Oregano und Olivenöl verfeinern und reinhauen.
*Übrigens: CNN berichtete Ende 2024, dass der wegen Mordes angeklagte Internetliebling Luigi Mangione im Gefängnis die Wahl zwischen einem überbackenen Hähnchenschnitzel und »einem Gericht namens Pizzabohnen« gehabt habe. Die Erfinderin des Gerichts sagte danach in einem Interview: »Ich hoffe, sie servieren es ihm mit Knoblauchbrot, so wie wir es zu Hause machen.«
Diese fantastische Idee wollte ich Ihnen nicht vorenthalten.
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