Restaurantkritik: Im Voukakrato in Thessaloniki treffen traditionelle Meze auf Moderne - DER SPIEGEL
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Voukakrato in Thessaloniki Rauchige Tiefe

Der Name stammt aus byzantinischer Zeit, die Küche ist brandaktuell: In diesem Restaurant verschmelzen griechische Tradition und moderne Interpretation zu einem stimmigen Ganzen.
Eine Restaurantkritik von Sebastian Bordthäuser

Im Herzen von Thessalonikis Altstadt empfängt das Voukakrato seine Gäste. Der Name stammt aus der byzantinischen Küche: »buka« (Brot) und »akrato« (unvergorener Wein) – eine dicke Scheibe köstliches Sauerteigbrot, eingetunkt in ein Schlückchen Rotwein, bildet den Auftakt zu jedem Mahl.

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Als »New Age Mezedopoleio« beschreibt das Haus seine Cuisine, und tatsächlich kommen die klassischen griechischen Meze hier in zeitgemäßem Gewand daher. Die eingelegten Anchovis mit Zucchini, Trauben und Hibiskus sind frisch und kühl, mit knackiger Säure vom Verjus und dezenter Süße. In der offenen Küche lodert das Feuer, Fisch und Fleisch garen über Holzkohle, der Holzofen spuckt knusprige Pitas und Gemüse mit rauchiger Tiefe aus. Die Pita aus Zucchini und Feta unterstreicht die Kernkompetenzen des Hauses, das gegrillte Gemüse mit Rote-Bete-Creme, Erbsen, Spargel und Pilzen oszilliert zwischen einer dezent rauchigen Note und der cremigen Süße der Bete. Die Stimmung ist unprätentiös und doch stilsicher: warmes Licht, Holz, entspannte Musik, dazu ein aufmerksamer, routinierter Service.

Die Teller, die Küchenchef Nikos Tsobanidis mit seinen Sidekicks Apostolos Tsaktsiras und Christina Mau anrichtet, sind klar, zugänglich, ohne Schnörkel, dafür mit kräftigen Aromen und einem sicheren Gespür für einfache, hochwertige Zutaten, die kreativ verarbeitet werden. Die gegrillten Squids kommen auf einer schwarzen Taramas-Creme, fermentierter Spitzkohl sorgt für den nötigen Säurekick. Die anschließenden Shrimps auf Kichererbsen mit Meerfenchel und etwas rauchigem Paprika verbinden eine dezente Würze mit dem süßen Umami der Krustentiere. Neben wechselnden Tagesangeboten umfasst die Speisekarte auch einen festen Teil mit einem Schwerpunkt auf Fisch und Seafood.


Fazit: 3 Punkte. Griechische Gastfreundschaft, kulinarische Souveränität und ein Hauch von Ursprünglichkeit verbinden sich zu einem harmonischen Ganzen.

Info

Voukakrato
Kalapothaki 6
Thessaloniki 54624, Griechenland

Chefkoch: Nikos Tsobanidis
instagram.com/voukakrato 

Wertung: 1 Punkt: weniger empfehlenswert; 2 Punkte: geht so; 3 Punkte: gut, mit Luft nach oben; 4 Punkte: unbedingt empfehlenswert; 5 Punkte: göttlich

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