Die talentiertesten Eichhörnchen der Welt - DER SPIEGEL
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Tag des Eichhörnchens Tommy & Friends - Model, Crossdresser, Flexitarier

Ein Eichhörnchen aus Washington in Frauenkleidern erlangte in den Vierzigerjahren Starruhm. Zu ihrem Feiertag zeigt einestages Nager, die sich in aller Welt einen Namen machten.
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Maskottchen in Frauenkleidern: Während des Zweiten Weltkriegs wurde Tommy Tucker, ein männliches Grauhörnchen aus Washington D.C., zum Star in den USA. Er hatte Garderobe für jeden Anlass - aber ausschließlich Frauenkleider. So wurde Tommy zum Crossdresser.

Foto: Bettmann Archive/ Getty Images
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Auf Tournee: Pflegemutter Zaidee Bullis nähte mehr als 100 Outfits für Tommy, die er auf seinen Reisen durch die USA immer in einem Köfferchen dabei hatte.

Foto: National Museum of American History
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Hochnäsig: Tommys kurze Beine passten nicht in Hosen, deswegen trug er ausschließlich Frauenkleider - hier ein Modell aus Seidenplissee für feine Anlässe.

Foto: National Museum of American History
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Patriotisch: Wenn Tommy nicht modelte oder Kinder in Krankenhäusern unterhielt, warb er für den Kauf von Kriegsanleihen. "Ich bin ein sehr glückliches Eichhörnchen", versichert Tommy im letzten Kapitel seiner Biografie.

Foto: National Museum of American History
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Stillgestanden! Tommys erstes Kleid war aus schlichter Baumwolle geschneidert. Diese Aufnahme ist Teil einer Fotoserie der erfahrenen Tierfotografin Nina Leen, die das Eichhörnchen im Januar 1944 für das US-Magazin "Life" porträtierte.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Ausgehfein: Haube und Mantel zog Zahnarztgattin Zaidee Bullis ihrem Schützling über, wenn sie mit ihm Ausflüge ins Freie machte.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Stolz auf seinen Schwanz: "Ich habe einen wunderschönen buschigen Schwanz", lässt der unbekannte Autor Tommy in seiner Biografie erzählen. "Ich mag es nicht, wenn irgendwer außer meinem Frauchen ihn anfasst."

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Supermodel: Als das "meistfotografierte Eichhörnchen der Welt" wird Sugar Bush auf seiner Website gerühmt. Mehr als 6000 Mal stand es schon vor der Kamera - unter anderem als Fidel Castro, Papst und Britney Spears. Country-Sängerin Kelly Foxton aus Florida nahm es 2001 als "Pflegekind" auf und schneiderte ihm die Kostüme. Das ehemalige Pin-up-Militärmodel inszenierte ihren Liebling mitunter martialisch mit Maschinengewehr, im Panzer und als Undercover-Soldat auf der Suche nach Bin Laden.

Foto: action press
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Sportskanone: Seit 1979 macht Twiggy als Wasserski fahrendes Eichhörnchen Karriere - mit eigener Homepage, Twitter-Account und Pressesprecher. 2004 spielte sie in den Komödien "Anchorman" sowie "Voll auf die Nüsse" mit, 2012 war sie Gast bei "America's Got Talent", der US-Version von "Das Supertalent". Hier ist sie 2016 bei den X-Games in Austin, Texas, zu sehen. 2019 startet Twiggy zu ihrer 40. Jubiläumstour. Moment, so alt werden Eichhörnchen? Natürlich nicht. Twiggy, die Erste, hatte mehrere Nachfolger.

Foto: Gary Miller / Getty Images
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Filmschauspieler: Das Eichhörnchen Rupert stahl in der Familienkomödie "Der Weihnachtswunsch" von 1950 dem berühmten Schauspieler, Musiker und Komiker Jimmy Durante die Show. Der verantwortliche Tiertrainer des Films, Jimmy Conlin, bekam bei den Dreharbeiten Unterstützung aus der Trickfilmkiste. Eine Stop-Motion-Szene, in der Rupert im Kilt auf dem Tisch tanzt, gelang so gut, dass Produzent George Pal Anfragen erhielt, wo solch gut dressierten Nager angeworben werden können.

Foto: Ed Clark/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Fotobomber: Dieses Eichhörnchen schummelte sich vor die Linse der Digitalkamera, als die Urlauber Melissa und Jackson Brandts per Selbstauslöser ein Foto am Lake Minnewanka im kanadischen Banff National Park machten. Nachdem das Magazin "National Geographic" den Schnappschuss am 13. August 2009 auf seiner Webseite veröffentlicht hatte, verbreitete sich das Bild vom sogenannten Crasher Squirrel viral im Internet.

Foto: Getty Images/ National Geographic
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Fernsehstar: Im Tausch gegen zwei Konzertkarten schenkte ein kleiner Junge der Opernsängerin Florence Hinton, rechts, die Eichhörnchenbabys Sousa und Squeegie (nicht im Bild). Die kalifornische Künstlerin nahm die beiden Tierkinder mit auf Tournee und dressierte sie zum Fähnchen schwenken. Hintons Fans waren begeistert von den gelehrigen Nagern, die es 1953 sogar in die "Universal News" schafften. Dieses Foto entstand ein Jahr später, als auch Paramount TV Interesse zeigte.

Foto: Corbis/ Getty Images
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Wachhörnchen: Adam Pearls Eichhörnchen Joey vertrieb 2017 einen Einbrecher aus seinem Zuhause in Meridian, Idaho. "Dieses verdammte Ding hörte nicht auf, mich zu attackieren, bis ich ging", erzählte der Täter später der Polizei. Pearl war sehr stolz auf sein Haustier: "Wer kann schon sagen, dass er ein Eichhörnchen hat, das das Haus bewacht?"

Foto: Adam Pearl/ AP
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Stark wie Pippi: Im August 2018 sorgte dieses Eichhörnchen aus Karlsruhe für eine ungewöhnliche Polizeimeldung, die sogar die BBC und die Tageszeitung "The Guardian" in England veröffentlichten. Das Kleine hatte sich so hartnäckig an die Fersen eines Mannes geheftet, bis dieser die Polizei alarmierte. Die Helfer brachten das schwache, dehydrierte Findelkind zu einer Tierärztin, deren Tochter es aufpäppelte. Sie taufte ihren Schützling Pippilotta, benannt nach Astrid Lindgrens Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf.

Foto: Latrissa Fritzenschaf/ picture alliance/dpa
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Medizinisches Wunder: Karamel machte im März 2018 als "erstes Eichhörnchen mit Armprothesen" Schlagzeilen. Der junge Nager war in der türkischen Stadt Batman in eine Wildfalle geraten und hatte beide Vorderbeine verloren. Ein Orthopäde der Universität in Istanbul konstruierte darauf einen fahrbaren Untersatz auf Rollen. Karamel nahm seine neue Gehhilfe gut an.

Foto: Anadolu Agency/ Getty Images
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Seltene Exemplare: Gedankenleser und Magier Christopher Doyle alias Dr. Mysterion nahm in seinem Gruselkabinett die ausgestopften Albino-Eichhörnchen Trinity und Bellwoods auf. Die zwei Nager sind nach einem gleichnamigen Park im kanadischen Toronto benannt, in dem es vor Eichhörnchen wimmelt. Weiße Eichhörnchen kriegen Spaziergänger dort allerdings selten zu Gesicht.

Foto: imago/ ZUMA Press
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Kinderstars: Katzenmutter Kitkat adoptierte die Eichhörnchenbabys Snap, Crackle und Pop, die 1997 bei einem Sturm in der Nähe von Kapstadt aus ihrem Nest gefallen waren. Kitkat säugte nebst zwei eigenen Katzenkindern die Kleinen und leckte sie sauber.

Foto: Associated Press
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Frecher Flitzer: Nachdem dieses Eichhörnchen am 19. April 2006 beim Champions-League-Spiel zwischen dem FC Arsenal und Villareal übers Feld gesprintet war, brodelte es in der Wettküche. Wird das Eichhörnchen das neue Maskottchen des FC Arsenal? Wird es am Wochenende beim Lokalderby gegen Tottenham Hotspur wieder auftauchen? Das flinke Hörnchen war zehn Minuten lang durch den Strafraum von Arsenal-Keeper Jens Lehmann geirrt (im Bild Villarreal-Spieler Diego Forlan) und sorgte für eine zehn Minuten lange Spielunterbrechung.

Foto: epa Gerry Penny/ picture-alliance/ dpa/dpaweb
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Pos(s)ierlich: Schon in den Vierzigerjahren posierte Tommy Tucker für die "Life"-Fotografin Nina Leen auch mit einer Bulldogge aus Porzellan. Offenbar hatte das Ehepaar Bullis Spaß daran, ihre Haustiere exotisch auszustaffieren. Denn nebst Eichhörnchen hielt es sich auch eine Bulldogge, die einen Fez auf dem Kopf trug und einen vergoldeten Zahn oder mehrere gehabt haben soll.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Tommy, die Braut: Sogar ein weißes Hochzeitskleid gehörte zu seiner Garderobe. Es wird gemunkelt, dass Tommy nach dem Zweiten Weltkrieg eine Eichhörnchen-Dame namens Buzzy heiratete. Urkundliche Belege existieren darüber nicht.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Red-Cross-Dressing: In diesem Kostüm besuchte Tommy Tucker Wohltätigkeitsveranstaltungen und Kinder in Krankenhäusern. Dass er auch für den Kauf von Kriegsanleihen warb, mehrte seinen nationalen Ruhm.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Star auf dem Schoß: Der Tommy Tucker Club hatte 1945 rund 30.000 Mitglieder - die meisten seiner Fans waren kleine Kinder.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Talentdarbietung: Tommy Tucker führte jungen Patienten seine "Tricks" vor - hier eine seiner Lieblingsbeschäftigungen: Nüsse knacken. "Ich brachte mich selbst ins Bett und steckte meine Nase in alles", erklärt Tommy in der Biografie (englisch: to tuck myself in bed and my nose in all). Das brachte Zaidee Bullis auf den Namen Tucker. Der Vorname ist vermutlich angelehnt an die Figur aus einem Kinderreim: Little Tommy Tucker.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Waschzeit: Wenn Tommy in der Kohlekiste im Schuppen getobt hatte, steckte seine Pflegemutter ihn in die Badeschüssel. Das Eichhörnchen, eigentlich von Natur aus ein wasserscheues Tier, ließ die Reinigung still über sich ergehen. Bei jeder Morgentoilette kämmte Zaidee Bullis das Fell ihres Adoptivkindes.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Wellnessbehandlung: Das Trockentupfen nach dem Bad scheint Tommy zu genießen. Er beklagte sich nie über sein Leben, schrieb das Magazin "Life". Gelegentlich habe er allerdings seine Pflegemutter Zaidee Bullis gebissen.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Nickerchen: "Life"-Fotografin Nina Leen besuchte Tommy im Januar, wenn Eichhörnchen ihre sogenannte Winterruhe halten. Sie stehen nur auf, wenn sie sich Nahrung beschaffen müssen. Eichhörnchen wie Tommy, die als Models arbeiten, müssen mit weniger Schlaf auskommen.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Flexitarier: Eichhörnchen, auch Tommy, ernähren sich hauptsächlich vegetarisch. Nur wenn die Nahrung im Winter knapp ist, essen sie auch mal kleine Tiere wie Mäuse und Jungvögel - oder wenn ein Fleischer ein Würstchen anbietet, wie hier bei einer Einkaufstour mit seiner Pflegemutter.

Foto: Nina Leen/ The LIFE Picture Collection/ Getty Images
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Trip ins Grüne, chauffiert von Mama: Tommy fuhr mit Zaidee Bullis gern bei offenen Fenster Auto, so dass sein Schwanz im Wind flatterte. Am liebsten mochte er Ausflüge in den nahe gelegenen Rock Creek Park, wo er freilebende Eichhörnchen beobachten konnte.

Foto: National Museum of American History
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Letztes Outfit: Und was wurde aus Tommy Tucker? Das Ehepaar Bullis ließ ihren Liebling nach seinem Tod ausstopfen. Die Arme sind nach vorn ausgestreckt, damit dem Tierpräparat neue Kleider angezogen werden könnten. Tommy steht in einem pinken Kleid mit Perlenkette in einer Anwaltskanzlei in Maryland (Foto von 2012).

Foto: John Kelly/ The Washington Post/ Getty Images
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Habseligkeiten: Das National Museum of American History des Smithsonian Instituts in Washington D.C. besitzt das Köfferchen mit Tommys Kleidung, seine Biografie, Fanbriefe und Zeitungsartikel über den tierischen Star der Vierzigerjahre.

Foto: The Washington Post/ Getty Images
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