Zehn wichtige IAA-Neuheiten Auf der Messe, für die Masse
Golf Sportsvan: VW hat das pragmatischste Golf-Modell von Plus in Sportsvan umgetauft und will das Image des Rentnerautos abschütteln. Der Wagen soll im nächsten Frühjahr zu Preisen ab etwa 20.000 Euro auf den Markt kommen. Innen bleibt es bei der hohen Sitzposition mit dem bequemen Einstieg und dem guten Ausblick, der verschiebbaren Rückbank und dem üppigen Kofferraum von 498 bis 1512 Litern. Doch außen bügelt VW das Blech auf, streckt die Karosse, senkt das Dach ab und presst einen schnittigen Falz in die Flanke. Und damit die Fahrt durch den Jungbrunnen auch glaubwürdig ist, spendieren die Niedersachsen dem Fahrwerk ein paar elektronische Finessen wie die im ESP integrierte Quersperre. Fehlt nur noch, dass es den Sportsvan auch als GTI gibt. Vorerst erstreckt sich die Motorenpalette über vier Benziner und zwei Diesel mit 85 bis 150 PS.
Mercedes GLA: BMW hat den X1, Audi den Q3 und Mercedes im Boomsegment der kompakten Geländewagen bislang nichts zu melden. Das wollen die Schwaben jetzt endlich ändern und schicken den GLA in den Großstadtdschungel. Abgeleitet von der A-Klasse gibt es den Wagen wahlweise mit Front- oder gegen Aufpreis mit Allradantrieb, mit den bekannten Motoren vom 122 PS starken GLA 180 bis zum GLA 250 mit 170 PS. Wahrscheinlich wird auch ein AMG-Modell eingeführt. Bestellbar ist der GLA ab Ende November, um Ostern herum soll er ausgeliefert werden. Die Stuttgarter nennen aber bereits die Preise der beiden Modelle, die sie auf der IAA präsentieren: Der GLA 200 CDI mit Frontantrieb kostet mindestens 32.130 Euro, der GLA 250 4matic 37.497 Euro. Die Varianten mit geringerer Motorisierung werden entsprechend billiger - eine Mercedes-Sprecherin verweist auf die Preisliste des BMW X1, die aktuell bei 27.950 Euro beginnt. "Das ist eine ganz vernünftige Richtschnur."
Kia Soul: Neuer Wein in alten Schläuchen: Man muss schon zwei Mal hinschauen, um den Kia Soul als Messepremiere zu erkennen. Die Koreaner haben das Design des coolen Kastenwagen zwar nur ein wenig umgeschminkt, gleichzeitig aber den Innenraum komplett aufgemöbelt. Wenn der Wagen im Frühjahr in den Handel kommt, gibt es neben einem feineren Ambiente und mehr Ausstattung deshalb auch mehr Platz für Kind und Kegel. Außerdem wurde die Liste der Extras erweitert - nur unter der Haube bleibt alles beim Alten: Bei der Motorisierung können die Kunden zwischen den jüngsten Versionen des 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzers und des 1,6-Liter-Turbodiesels wählen. Beide Motoren wurden vom Vorgängermodell übernommen und liegen wohl wie bisher zwischen 120 und 150 PS. Aber dank viel Feinarbeit sollen sie nun effizienter arbeiten und weniger CO2 ausstoßen.
Peugeot 308: Peugeot enthüllt auf der IAA einen Golf-Gegner. Der Kompaktwagen, der noch während der Messe zu den Händlern ausgeliefert wird, sieht gut aus und überrascht mit einem intelligenten Innenraumkonzept. Obendrein fährt er sich ordentlich und wird billiger als der Vorgänger. Weil das Basismodell des 82 bis 156 PS starken Salonlöwen künftig mit einem Dreizylinder auskommen muss, haben die Franzosen den Einstiegspreis auf 16.450 Euro gesenkt.
Hyundai i10: Die Neuauflage des Kleinwagens Hyundai i10 ist um acht Zentimeter länger als der Vorgänger und damit geräumiger. Im November kommt er zu Preisen ab 9950 Euro in den Handel, wahlweise mit einem 1,0-Liter-Dreizylinder mit 66 PS oder einem 1,2 Liter großen Vierzylinder, der es auf 87 PS bringt. Der Koreaner ist übrigens mehr Europäer als Asiate - der Konkurrent des VW Up und Fiat Panda wurde von einem deutschen Designer gezeichnet, im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim konstruiert und läuft in der Türkei vom Band.
Skoda Rapid Spaceback: Mit dem neuen Rapid Spaceback bietet Skoda zum ersten Mal eine echte Alternative zum VW Golf. Denn bei ganz ähnlicher Länge bietet der Kompakte mit dem kurzen Heck mehr Beinfreiheit im Fond und viel mehr Platz im Kofferraum - und bei einem Grundpreis von 14.990 Euro ist er auch noch rund 3000 Euro billiger als der vergleichbar motorisierte Golf aus dem Mutterkonzern. Da kann man auch mal mit der Technik der letzten VW-Generation, etwas weniger Ausstattung und schwächeren Motoren leben. Denn wo die Golf-Motorisierungen mittlerweile von 85 bis 300 PS gehen, ist für den Rapid bei 122 PS erst einmal Schluss.
Seat Leon ST: Er ist der ungekrönte Schönheitskönig an der Laderampe. Kaum ein kompakter Kombi sieht so gut aus wie der neue Seat Leon ST. Und das, obwohl die Spanier mit diesem Segment so gar keine Erfahrung haben. Doch mit 587 bis 1470 Liter Laderaum gehört der Hoffnungsträger der Krisenmarke, der mit acht Motoren von 86 bis 184 PS startet, zu den geräumigsten Vertreten seiner Klasse. Dafür muss man allerdings auch ein wenig in die Tasche greifen: Die Preise für den noch in diesem Herbst lieferbaren Kombi beginnen bei 16.640 Euro und liegen damit 1200 Euro über dem Fünftürer.
Audi A3 Cabrio: Audi lässt im Spätsommer noch mal die Hüllen fallen und zeigt in Frankfurt zum ersten Mal das neue A3 Cabrio. Der offene Bayer basiert jetzt nicht mehr auf dem Dreitürer, sondern auf der neuen Limousine und ist damit entsprechend länger. Deswegen sieht er eleganter aus und hat bisschen mehr Platz im Kofferraum. Serienmäßig mit einem elektrischen Stoffverdeck bestückt, das sich bis Tempo 50 auch während der Fahrt öffnen lässt, kommt der A3 als viertes Open-Air-Modell von Audi im Frühjahr zu Preisen ab 31.700 Euro in den Handel. Für den Fahrtwind sorgen dann zunächst drei Motoren von 140 bis 180 PS. Aber wer es gerne stürmisch mag, bekommt sicher bald auch einen S3 mit 300 PS. Für ein laueres Lüftchen ist außerdem ein 110-PS-Motor in Planung.
Mazda 3: Aller guten Dinge sind drei. Nach CX5 und dem Sechser stellt Mazda jetzt auch den Dreier auf die SkyActiv-Technologie um und lockt Kompaktklasse-Kunden mit radikalem Leichtbau, einem im Vergleich zum Vorgänger besseren Fahrwerken sowie Motoren, die sportlicher und gleichzeitig sparsamer sind. Das größte Pfund des Golf-Konkurrenten, der in ein paar Wochen zu Preisen ab 16.990 Euro in den Handel kommt, ist aber sein Design. Denn zum ersten Mal seit langer Zeit hat man einen Kompakten aus Japan nicht schon wieder vergessen, bevor man die Messehalle verlassen hat.
BMW i3: Nein, der i3 ist nicht irrtümlich in diese Liste geraten. Auch wenn der neue BMW so verdächtig nach Zukunft aussieht und deshalb eher zu den Studien und Showcars zählen sollte, ist er auf der IAA im Hier und Heute angekommen. Denn als erstes Elektroauto von BMW und weltweit erstes Karbonfahrzeug für die Großserie kann man den Stadtflitzer ab November kaufen - wenn man an den BMW-Händler seines Vertrauens vorher 34.950 Euro überweist.