Filmreihe »Rambo«: Ein Mann sieht rot
Foto: Paul Bolotov / Alamy Stock Vector / mauritius imagesKriegsmärchen Wahre Rambos – wie Söldner sich als Helden inszenieren
Ein fiktives TV-Wochenende in den Neunzigerjahren, irgendwo in Deutschland. Der Kalte Krieg ist noch nicht lange vorbei. Wir zappen uns durchs grieselnde Antennenfernsehen.
Den Anfang macht das »A-Team« (1983 bis 1987) auf RTL, unterbrochen von Werbespots für Raider-Schokoriegel und Wrigley’s Spearmint. Colonel »Hannibal«, Chef der beliebten Söldnertruppe, saugt in Tarnklamotten gewandet grinsend an seiner Zigarre. Der muskelbepackte Mr. T. schwingt virtuos das M-60-Maschinengewehr, ohne sich je in seinen Patronengurten und Granatenbandelieren zu verheddern. Am Ende siegt selbstverständlich das Gute, alle sind froh, und trotz Einsatz von gefühlt zwölf Zentnern Sprengstoff und Munition gibt es keine Opfer – das Ganze ist schließlich Nachmittagsfernsehen für Pubertierende.
Um 17.45 Uhr geht es weiter: »Die Schattenkrieger« (1997 bis 1999), frisch synchronisiert auf Pro7. Diesmal haben die Söldner sogar eine Strandbar, tragen in ihrer Freizeit gern Hawaiihemden und spiegelnde Sonnenbrillen. In den Einsatz gehen sie in schwarzen Tanktops, und unter dem Lauf vom Sturmgewehr muss mindestens ein kleiner M-203-Granatwerfer angebracht sein – wir sind hier ja nicht beim Schützenfest.
Die Profis des Krieges
Das Söldnertum, heißt es, sei das zweitälteste Gewerbe der Welt. Wo wurzelt es historisch? Und erleben wir gerade eine Renaissance der Militärunternehmen?
In dieser Ausgabe erfahren Sie alles über Mietkrieger von der Antike bis heute, von Wallenstein bis zur Wagner-Gruppe.
Endlich, nach der »Tagesschau«, das Abendprogramm. Keine Lust auf Schimanski, lieber »Men of War« (1994) mit Dolph Lundgren: Mit Bandana, Bazooka und Ballistik rettet der Söldner Nick Gunar die indigene Bevölkerung einer Tropeninsel vor dem korrupten Minenkonglomerat. Und dann rundet »Der Legionär« (1998) mit Jean-Claude Van Damme den Tag ab, im Spätprogramm nach 22.15 Uhr. Die Fremdenlegion ist eben nichts für die Kleinen.