Säuglinge: Stiko empfiehlt Meningokokken-B-Impfung - DER SPIEGEL
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Schutz von Säuglingen Stiko empfiehlt Meningokokken-B-Impfung

Die Erkrankung ist in Deutschland sehr selten, aber besonders für Säuglinge gefährlich. Die Ständige Impfkommission rät daher, Neugeborene künftig vor Meningokokken B zu schützen.
Im Alter von 2,4 und 12 Monaten sollten Babys gegen Meningokokken B geimpft werden
Im Alter von 2,4 und 12 Monaten sollten Babys gegen Meningokokken B geimpft werden

Im Alter von 2,4 und 12 Monaten sollten Babys gegen Meningokokken B geimpft werden

Foto: Karl Tapales / Moment / Getty Images

Für Säuglinge ab einem Alter von zwei Monaten empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) ab sofort eine Impfung gegen Meningokokken B (MenB). »Insgesamt treten invasive MenB-Erkrankungen zwar sehr selten auf, allerdings ist der Krankheitsverlauf sehr schwerwiegend«, teilte das Gremium am Donnerstag zur Begründung mit. Das Erkrankungsrisiko sei im ersten Lebensjahr am höchsten. Deshalb sei eine frühzeitige Impfung wichtig.

Säuglinge sollten drei Impfdosen im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten erhalten. Für Kleinkinder sieht die vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Empfehlung bis zum fünften Geburtstag eine Nachholimpfung vor. Die Stiko rät zudem Kindern unter zwei Jahren, zeitgleich oder kurz nach der Impfung vorsorglich Paracetamol zu geben, um Fieber oder Schmerzen vorzubeugen, die infolge der Injektion auftreten können.

Meningokokken sind Bakterien und werden durch Tröpfchen, etwa beim Husten oder Niesen, auf andere Menschen übertragen. Dabei unterscheidet man zwischen sogenannten Serogruppen. Laut RKI werden in Deutschland die meisten Erkrankungen durch die Serotypen B, C, W und Y ausgelöst. Für die Serogruppe C empfiehlt die Stiko bereits seit 2006 eine Impfung für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr. Eine Impfempfehlung gegen Typ B galt bislang nur für bestimmte Risikogruppen, beruflich gefährdete Personen sowie Menschen, die in ein Hochendemiegebiet reisen.

Bei einer Meningokokken-Infektion kommt es dem RKI zufolge häufig zu Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Schwindel mit »schwerstem Krankheitsgefühl«. Zu Säuglingen und Kindern heißt es: »Es können Fieber, Erbrechen, Reizbarkeit oder auch Schläfrigkeit, Krämpfe, Aufschreien sowie eine vorgewölbte oder harte Fontanelle auftreten.«

Insgesamt sind invasive Meningokokken-B-Erkrankungen in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. In den fünf Jahren vor der Coronapandemie erkrankten laut RKI jährlich etwa 3,5 von 100.000 Säuglingen. Die allgemeine Sterblichkeit bei einer MenB-Erkrankung liegt den Experten zufolge in Deutschland bei etwa acht Prozent. Von 2015 bis 2019 seien in Deutschland insgesamt 59 Todesfälle berichtet worden, die meisten bei Säuglingen und Kleinkindern.

wbr/dpa