HSBC: Banker stellten auf Büroausflug IS-Hinrichtung nach - DER SPIEGEL
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HSBC-Skandal Britische Banker stellen IS-Hinrichtung nach

Enthauptung beim Büroausflug: Sechs Mitarbeiter der britischen Großbank HSBC haben ein Video im Stil des "Islamischen Staates" gedreht. Es sollte ein Scherz sein, doch nun sind sie ihre Jobs los.
HSBC-Skandal: Britische Banker stellen IS-Hinrichtung nach
HSBC-Skandal: Britische Banker stellen IS-Hinrichtung nach

HSBC-Skandal: Britische Banker stellen IS-Hinrichtung nach

Foto: © Kieran Doherty / Reuters/ REUTERS
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Bei einem Team-Ausflug haben sechs HSBC-Mitarbeiter eine Hinrichtung nach dem Vorbild der Dschihadistenmiliz IS nachgestellt. Sie trugen Overalls und Sturmhauben, vor ihnen kniete ein Kollege im orangefarbenen Overall, den sie mit einem Kleiderbügel bedrohten.

Danach veröffentlichten die Männer ein kurzes Video von dem geschmacklosen Schabernack auf der Internet-Plattform Instagram. Es zeigt die Männer, wie sie "Allahu akbar" rufen.

Die Aufnahme sei "abscheulich", sagte ein HSBC-Sprecher am Dienstag. Die Mitarbeiter seien entlassen worden, die Bank bitte um Entschuldigung, fügte er hinzu.

Nach Angaben der britischen Boulevardzeitung "The Sun" hatten die Bankangestellten das Video während eines Ausflugs auf eine Kart-Bahn in Birmingham aufgezeichnet und im Portal Instagram veröffentlicht, bevor sie es wieder löschten. Das Blatt stellte die acht Sekunden lange Aufnahme allerdings auf seiner Website ein.

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres große Gebiete im Nordirak und in Syrien überrannt. Immer wieder enthaupten sie dort auch Menschen. In beiden Ländern werden die Dschihadisten am Boden von einheimischen Einheiten und aus der Luft von einer internationalen Militärallianz unter Führung der USA bekämpft.

Banker benehmen sich daneben

Gerade britische Banker fallen immer wieder durch Verhalten auf, über das sich die Öffentlichkeit empört. Erst vor wenigen Wochen machte ein Barclays-Mitarbeiter Schlagzeilen, der sich über die Arbeitswut und die knochenharten Umgangsformen im Investmentbanking lustig machte. Dazu hatte er zehn Gebote für Branchenneulinge formuliert, die viele auch als geschmacklos empfanden.

Zwar ist das Spiel mit dem Schrecken, den die Miliz "Islamischer Staat" mit ihren Hinrichtungsvideos verbreitet, wohl noch drastischer. Aber auch die Scherze über die Arbeitsbelastung der Finanzhäuser haben ihre makabere Seite. So soll der deutsche Praktikant Moritz Erhardt drei Nächte lang in der Londoner Niederlassung der Bank of America Merrill Lynch durchgearbeitet haben, bis er tot in der Dusche umfiel. Vor einigen Wochen stürzte ein 29-jähriger Banker des Investmenthauses Moelis & Company unter ungeklärten Umständen in New York in den Tod. Kurz zuvor soll ein 22-jähriger Goldman-Sachs-Mitarbeiter an Überarbeitung gestorben sein.

AFP/mamk