Zum Tod von Country Joe McDonald Von Woodstock in die Welt
Musiker Country Joe McDonald
Foto:United Archives / kpa / Getty Images
Keine drei Minuten brauchte der Mann mit dem Schnauzbart und dem Stirnband, um sich 1969 mit der sarkastischen Heiterkeit seines Songs »I-Feel-Like-I’m-Fixin’-to-Die Rag« in die Herzen einer kriegsmüden Generation zu spielen: »What are we fighting for? / Don’t ask me, I don’t give a damn / Next stop is Vietnam«.
Heute würde sich die Zeile auch auf »Iran« reimen, so zeitlos war sein folkiger Blues – und so zeitlos das Anliegen einer Gegenkultur, die in Country Joe McDonald einen ihrer überzeugtesten Vertreter haben sollte. Nachgeborenen begegnete sein Name vermutlich erstmals auf dem Cover des legendären LP-Sets »Woodstock« – zusammen mit Joan Baez, Joe Cocker, The Who. Das Politische war ihm bereits in die Wiege gelegt. Geboren 1942 in Washington, D.C., und aufgewachsen bei Los Angeles, hatten seine Eltern ihn nach Josef »Joe« Stalin benannt – später zu »Country Joe« erweitert, weil Stalin im Zweiten Weltkrieg unter diesem Spitznamen bekannt gewesen sein soll.
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»Meine Familie, das waren die einzigen Kommunisten in der ganzen Gegend, und wir lebten ein sehr isoliertes Leben«, erzählte McDonald später. Mit 17 Jahren verpflichtete er sich für drei Jahre bei der US-Marine, sein Studium brach er ab und zog nach Berkeley, um Folkmusiker zu werden. Mit dem Album »Electric Music for the Mind and Body« gelang seiner Band, Country Joe and the Fish, 1967 der Durchbruch – 1970 hatte sie sich schon wieder aufgelöst.
McDonald machte solo weiter, ohne je die Flughöhe von Joan Baez oder Joe Cocker zu erreichen. 2017 erklärte er der »New York Times«, er habe »Punk gemacht, bevor Punk überhaupt existierte«. Country Joe McDonald starb im Alter von 84 Jahren in Kalifornien an den Folgen einer Parkinson-Erkrankung.