Zum Tod von William Orbit Der Produzent, der Madonna neu erfand
Musikproduzent Orbit
Foto: Nicky J Sims / Getty ImagesEs gab eine Zeit in seinem Leben, da bestand sein täglicher Speiseplan, wie er in Interviews verriet, »aus einem Mars-Riegel und einem LSD-Trip«. William Orbit, gebürtig William Mark Wainwright, schmiss mit 16 Jahren die Schule, wohnte in einer heruntergekommenen Gegend von London und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Als ein Mitbewohner Aufnahmegeräte und Studioequipment anschaffte, fand er seine Bestimmung. Er lernte, Synthesizer zu spielen, nahm den Künstlernamen Orbit an und wurde Anfang der Achtzigerjahre Teil der damals erblühenden Electronicszene Londons. Mit verschiedenen Bands und als Solokünstler veröffentlichte er etliche Alben und Clubremixe. Weltberühmt wurde er durch eine Zusammenarbeit mit Madonna. Ende der Neunziger war sie im Begriff, als Star zu verglühen, und heuerte für ihr Album »Ray of Light« Orbit als Produzenten an. Mit seinen sphärischen Klängen und elektronischen Kompositionen, in der die Einflüsse von Electronica, Ambient, Trip-Hop und Pop verschmolzen, sollte er sie als Künstlerin neu erfinden. »Ray of Light« eroberte die Charts, brachte Orbit zwei Grammys ein und öffnete ihm die Tür für Kollaborationen mit Bands und Musikern wie Blur, All Saints, U2, Britney Spears, Robbie Williams, Melanie C. Orbit zog nach Los Angeles, konnte aber nicht Fuß fassen. Er wurde depressiv und drogenabhängig. 2017 kehrte er nach London zurück, nach einem stationären Klinikaufenthalt schaffte er es, clean zu werden. Er konzentrierte sich wieder auf seine Musik und veröffentlichte 2022 sein letztes Album »The Painter«. William Orbit starb im Alter von 69 Jahren.