Zum Tod von Werner Brombach Der Weißbier-Pionier
Die Bürger von Rio de Janeiro oder Singapur haben es ihm zu verdanken, dass sie zum Weißbier greifen können. Ende der Sechzigerjahre begann die Brauerei Erdinger Weißbräu als erste überhaupt, das obergärige Bier außerhalb Bayerns zu verkaufen und bald darauf in alle Welt. Die treibende Kraft dahinter war Werner Brombach, jüngster von drei Söhnen des Brauereibesitzers Franz Brombach. Werner, dem sein Expansionsdrang den Spitznamen »Weißbier-Pionier« einbrachte, studierte Brauwesen und BWL und stieg 1965 in die Brauerei ein. Von 1975 an führte er sie fast ein halbes Jahrhundert lang und machte sie zum Weißbier-Weltmarktführer. Der Ausstoß wurde von 40.000 auf mehr als 1,5 Millionen Hektoliter gesteigert. Sosehr er die Firma internationalisierte, so verwurzelt blieb er in Erding, wo das Weißbier bis heute gebraut wird. Brombach hatte keine Angst vor Veränderung und einen Riecher für Trends, die Einführung alkoholfreier Varianten des Traditionsgetränks kam früh. Als Markenbotschafter dienten prominente Sportler wie Franz Beckenbauer oder Magdalena Neuner. Sein persönliches Markenzeichen, die große Brille, designte ein Optiker auf sein Geheiß nach den Brillen des Reeders Aristoteles Onassis. Werner Brombach starb im Alter von 86 Jahren.