Debatte um Breker-Schau: Neumann warnt vor Dämonisierung - DER SPIEGEL
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Debatte um Breker-Schau Neumann warnt vor Dämonisierung

Die umstrittene Schweriner Werkschau des Bildhauers Arno Breker sorgt vor ihrer Eröffnung weiter für Aufregung. Nach Günter Grass plädierte nun auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann für eine kritische Auseinandersetzung mit der Ausstellung.
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Schwerin - Flankiert von Diskussionen und Protesten wird am Freitag die erste Werkschau des umstrittenen Bildhauers Arno Breker in Deutschland eröffnet. Bis zum 22. Oktober werden 70 Werke im so genannten Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin gezeigt. Breker war der Lieblingsbildhauer Adolf Hitlers und ist vor allem wegen seiner monumentalen Figuren bekannt.

Die Auseinandersetzung kreist seit dem Bekanntwerden des Ausstellungs-Vorhabens um die Frage, ob man Breker in Deutschland überhaupt ein so großes Forum bieten solle. Eröffnet wird die Schau, die von der rot-roten Landesregierung gefördert wird, vom parteilosen Bildungsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Hans-Robert Metelmann. Metelmann erwartet nach eigenen Worten, dass die Ausstellung zur Entzauberung Brekers beitragen kann. Die meisten Landespolitiker befürworten eine öffentliche Auseinandersetzung mit Breker und dessen Beziehung zum NS-Regime.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sprach sich jetzt ebenfalls für eine kritische und fundierte Aufarbeitung von Brekers Werk aus. Er erklärte, Breker habe "die Herrenmenschenfantasien der Nazis mit seinen Skulpturen inszeniert", das müsse klar bleiben. Als Künstler habe er im Nationalsozialismus "eine problematische Rolle" gespielt. Deswegen dürfe er aber nicht unterschlagen werden. Dies würde nur der "Dämonisierung und politischen Instrumentalisierung" Vorschub leisten und "das Werk mit einer Aura des Verbotenen aufladen". Fragen nach der politischen Korrumpierbarkeit von Künstlern, nach künstlerischer Freiheit und Verantwortung müssten in der Auseinandersetzung mit dem NS-Bildhauer ebenso ihren Platz haben, wie Diskussionen über Ästhetik und Ideologie. Offen bleibe, ob dies mit der Ausstellung in Schwerin gelinge, erklärte Neumann.

Zuvor hatte sich bereits der Literaturnobelpreisträger Günter Grass für die Ausstellung eingesetzt. Dagegen hatte der Grafiker und Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, aus Protest gegen die Breker-Ausstellung eine von ihm im Jahr 2007 geplante Ausstellung in Schwerin abgesagt. Zudem verlangten über 30 Künstler, Galeristen und Kunsthistoriker aus Mecklenburg-Vorpommern in einer gemeinsamen Erklärung die Absage der Schau. Die Direktorin des Staatlichen Museums von Schwerin, Kornelia von Berswordt-Wallrabe, bewertete die Genehmigung der Ausstellung als Fahrlässigkeit. Sie befürchtete, dass Breker so "salonfähig" gemacht werde.

hoc/AP