Hymnen-Dichter: Sergej Michalkow ist tot - DER SPIEGEL
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Hymnen-Dichter Sergej Michalkow ist tot

Seine Rhetorik war staatstragend, und das Jahrzehnte lang: Gleich dreimal textete Sergej Michalkow die russische Nationalhymne, je nach politischem Bedarf. Jetzt ist der Dichter 96-jährig gestorben.
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Moskau/Hamburg - Sergej Michalkow verfasste den russischen Hymnentext im Auftrag des sowjetischen Diktators Josef Stalin zur weltbekannten Melodie des Komponisten Alexander Alexandrow, fertigte 1977 eine Version ohne stalinistische Lobreisrhetorik an. Zur Jahrtausendwende schrieb er, bereits 87, einen neuen Text für die vom damaligen Präsidenten Wladimir Putin wieder eingeführte Hymne.

Putin hatte die Melodie Alexandrows damals erneut zur offiziellen Hymne Russlands erklärt, nachdem seit 1991 das unpopuläre "Patriotische Lied" von Michail Glinka bei offiziellen Anlässen und internationalen Sportwettkämpfen gespielt worden war - ohne Text.

Das alte Lied erklang erstmals seit dem Ende der Sowjetunion wieder in der Neujahrsnacht auf 2001. "Die Hymne ist mehr als ein Symbol. Ohne sie kann man nicht leben. Wir werden die Verstimmungen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart überwinden", hatte Putin im Dezember 2000 gesagt.

Ausgezeichnete Verdienste

Zu seinem 90. Geburtstag empfing Michalkow den heutigen Regierungschef Putin, der ihn wegen seiner kulturellen Verdienste mit einem hohen Orden auszeichnete.

Jetzt ist der Dichter im Alter von 96 Jahren gestorben, wie sein Sekretär Denis Baglaj am Donnerstag mitteilte. Präsident Dmitri Medwedew und Putin drückten dem Sohn des Dichters, dem bekannten Regisseur und Oscar-Preisträger Nikita Michalkow, sowie der gesamten Familie ihr Beileid aus, wie die Agentur Interfax meldete.

rox/dpa