Museumsdiebstahl Picasso-Bilder wegen Lösegeld gestohlen?
Pfäffikon/Hannover - Nach dem spektakulären Diebstahl zweier Picasso-Gemälde ist Ulrich Krempel, Leiter des Sprengel-Museums in Hannover, das die Bilder verliehen hatte, "vollkommen entsetzt" über die Tat. Unbekannte Diebe hatten am Mittwoch die Bilder "Tête de cheval" (1962) und "Verre et pichet" (1944) gestohlen.
Es sei das erste Mal in der Geschichte des 1979 gegründeten Museums, dass Werke aus dem Besitz des Museums gestohlen worden seien. Die Mitarbeiter seines Hauses seien "traurig, wütend und zornig" ob des Diebstahls, so Krempel.
Krempel vermutet hinter dem Diebstahl die organisierte Kriminalität. An das Klischee eines kunstbesessenen Millionärs, der einen Auftragsdiebstahl ausführen lasse, "glaube ich nicht", sagte der Museumsdirektor. Vielmehr erwarte er in nächster Zeit eine Lösegeldforderung für die Herausgabe beider Gemälde. Den exakten Wert der Picasso-Bilder wollte er nicht nennen. Die Kantonspolizei Schwyz hatte den Wert mit mehreren Millionen Schweizer Franken angegeben. "Das ist selbst bei kleinformatigen Werken wie diesen eine sehr realistische Schätzung", so Krempel.
Dem Seedamm Kulturzentrum in Pfäffikon macht er keine Vorwürfe: "Es gibt keinen Anlass daran zu zweifeln, dass die Bilder dort sehr professionell abgesichert worden sind." Die Sicherheitsstandards des Kulturzentrums entsprächen internationalen Richtlinien. Trotzdem hat das Sprengel-Museum gestern einen Mitarbeiter in die Schweiz geschickt.
In der Schweiz sind schon mehrfach Picassos entwendet worden. Der spektakulärste Fall ereignete sich 1994, als vier Täter sieben wertvolle Picasso-Bilder entwendeten. Deren Wert wurde damals auf 44 Millionen Dollar veranschlagt. Die meisten der Bilder tauchten im Jahr 2000 wieder auf.
lw/ddp/dpa