Bilder des Nizza-Anschlags Staatsanwaltschaft scheitert gegen "Paris Match"
Tausende Blumen als Zeichen der Trauer in Nizza (Archivbild)
Foto: VALERY HACHE/ AFPDie Pariser Staatsanwaltschaft ist mit einem Eilantrag gegen die aktuelle Ausgabe des Magazins "Paris Match" gescheitert. Die französische Zeitschrift hatte kurz vor dem ersten Jahrestag des Terroranschlags von Nizza Fotos der Tat veröffentlicht und damit für heftige Kritik gesorgt. Die Staatsanwaltschaft hatte beantragt, die Ausgabe wegen Verletzung der Menschenwürde aus dem Verkauf zu nehmen. Ein Gericht verbot aber "jede neue Veröffentlichung" der zwei fraglichen Fotos, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Urteil berichtete.
Das Magazin hatte Standbilder aus Aufnahmen von Videoüberwachungskameras veröffentlicht, die die Attacke auf der Strandpromenade von Nizza zeigen. Ein Mann war mit einem Lastwagen am 14. Juli 2016 durch eine Menschenmenge gerast und hatte 86 Menschen getötet, die Polizei erschoss den Fahrer. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte den Anschlag für sich reklamiert. Ermittler fanden aber keine Verbindungen zwischen dem Täter und der Organisation.
Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, hatte ebenfalls gefordert, das Magazin aus dem Verkauf zu nehmen. Diese Bilder seien unhaltbar und schändlich, sagte er.
"Paris Match" wehrte sich gegen Kritik: Die Standbilder seien aus der Ferne aufgenommen, ohne mögliche Identifizierung der Opfer oder Verletzung ihrer Würde. "Paris Match" werde mit aller Kraft das Recht der Bürger und zuallererst das der Opfer verteidigen, "zu wissen, was wirklich passiert ist".
Zum ersten Jahrestag sind unter anderem eine Militärparade und eine Gedenkzeremonie geplant, auch Präsident Emmanuel Macron reist dazu nach Nizza. Am Abend findet ein Konzert statt, 86 Lichtsäulen auf der Strandpromenade sollen an die Opfer erinnern.