Box Office: Superpatriot schlägt Musterschüler - DER SPIEGEL
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Box Office Superpatriot schlägt Musterschüler

Tiefer Fall für "Harry Potter": Der achte Teil der Filmsaga bricht an den US-Kinokassen um über 70 Prozent ein. Stattdessen drängt sich die Marvel-Verfilmung "Captain America" auf Platz eins der Kinocharts vor. Deutschland lacht derweil über den "Zoowärter" und "Brautalarm".
"Captain America": Chris Evans als Superheld mit Retrocharme
"Captain America": Chris Evans als Superheld mit Retrocharme

"Captain America": Chris Evans als Superheld mit Retrocharme

Foto: MVLFFLLC/ Marvel Entertainment
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Hamburg/Los Angeles - "Captain America" ist nicht nur der Name des Motorrads, das Peter Fonda im Hippie-Roadmovie-Klassiker "Easy Rider" fährt. Die älteren Rechte am Kapitän haben Marvel Comics: "Amerikas erster Superheld" - mit diesem Slogan bewirbt Marvel seinen neuen Blockbuster. Chris Evans ("Fantastic Four") spielt darin den zunächst etwas schwächlichen Titelhelden, der von der US-Army abgelehnt wird, dann aber in einem geheimen Forschungsprojekt in den muskelpepackten obersten Verteidiger der Stars and Stripes verwandelt wird. So viel Patriotismus traf den Geschmack der US-Kinobesucher punktgenau: "Captain America: The First Avenger" erzielte zum Auftakt knapp den besten Start eines Marvel-Superhelden in diesem Jahr. In 3715 Kinos gestartet, legte die von der Kritik überwiegend positiv aufgenommene Comicverfilmung mit 65,8 Mio. Dollar los - zuvor waren in den letzten Monaten aus dem Marvel-Universum "Thor" fast identisch mit 65,7 Mio. Dollar und "X-Men: Erste Entscheidung" mit 55,1 Mio. Dollar gestartet.

So viel Vaterlandsliebe musste sich auch ein britischer Teenager geschlagen geben: Nach einer Woche an der Spitze der Kinocharts rutscht " Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2" auf den zweiten Platz ab. Der Film baute am zweiten Wochenende um gewaltige 72 Prozent ab und kam nur noch auf 48,1 Millionen Dollar. Das Gesamtergebnis nach nur zehn Tagen beträgt dennoch 274,2 Millionen Dollar, womit der Film schon jetzt der zweiterfolgreichste Titel des Jahres ist. Auf Platz drei folgt mit "Friends with Benefits" (Deutscher Titel: "Freunde mit gewissen Vorzügen") ein weiterer Neuling. Die Komödie mit Justin Timberlake und Mila Kunis spielte in 2916 Kinos solide 18,5 Millionen Dollar ein. Der bisherige Topfilm des Jahres, "Transformers 3", folgt mit 12 Millionen Dollar auf Platz vier. Insgesamt hat Michael Bays Effektspektakel nunmehr 325,8 Millionen Dollar umgesetzt. Die Top fünf beschließt die Erfolgskomödie "Kill the Boss", die sich nach 11,7 Millionen Dollar am Wochenende insgesamt bei 82,4 Millionen Dollar hält.

Deutsche Kinobesucher halten Harry die Treue

In Deutschland knackte "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 " erneut die Besucher-Million und baute damit im Vergleich deutlich weniger ab als in den USA. Das Gesamtergebnis nach dem zweiten Wochenende erhöht sich damit laut "Blickpunkt: Film" auf 3,8 Millionen Besucher. Spätestens nach dem nächsten Wochenende wird "Harry Potter 7.2" der erfolgreichste Film des Jahres in Deutschland sein.

Nicht zu verachten ist auch die Leistung von "Der Zoowärter", der am dritten Wochenende besser lag als am Startwochenende und abermals 300.000 Fan begeisterte. Die Komödie mit dem "King of Queens"-Star Kevin James hat nunmehr die Eine-Million-Besucher-Hürde genommen. Nach Besuchern gerechnet folgt der Neuling "Brautalarm" knapp vor "Transformers 3": Der US-Überraschungshit von Produzent Judd Apatow lockte in 413 Kinos 160.000 Zuschauer an, "Transformers 3" kam am vierten Wochenende auf weitere 155.000 Kinogänger. Die Top fünf beschließt die dritte Komödie auf der Liste: Für "Bad Teacher" wurden an seinem fünften Wochenende weitere 100.000 Tickets gelöst.

Auf Platz acht ging der US-Erfolgsschocker "Insidious" ins Rennen. Er wurde in 132 Kinos von 40.000 Besuchern gesehen. Als weiterem Neuling gelang der deutschen Tragikomödie "Arschkalt" der Sprung in die Top 20: 14.000 Zuschauer sahen den Film in 60 Kinos.

twi/hpi/dapd