Leserbriefe - DER SPIEGEL
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Artikel 66 / 67

Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Leserbriefe

Tödliche KI, Kindesmissbrauch an Erfurter Schule, Cotti Coffee, Embryonenschutzgesetz, das Böse im Menschen – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
• aus DER SPIEGEL 11/2026

Sie drängt sich in mein Leben

Nr. 10/2026 Titel: Tödliche Intelligenz 

  • Mit einem recht aktuellen Titel wie beispielsweise »Vier Jahre Ukrainekrieg« oder »Merz bei Xi« hatte ich gerechnet. Stattdessen werden wir mit Science-Fiction-Unfug konfrontiert.
    Klaus Müller, Essen

  • Angesichts des vierten Jahrestages von Putins Vernichtungskrieg gegen die Ukraine wäre es durchaus angebracht gewesen, den Krieg, seinen aktuellen Stand, realistische (Friedens-)Perspektiven und gern dessen unmittelbare, noch nicht erzählte Vorgeschichte in den Tagen vor dem 24.2.2022 im Kreml und in anderen globalen »Entscheidungszentren« investigativ und facettenreich zu beleuchten: So wie manche US-Leitmedien dies auch getan haben. Sorry, aber das Thema »KI unterjocht uns alle« hätte auch eine Woche später erscheinen können.
    Anton Leo, Hamburg

  • Wenn so manches Gemüt in der aktuellen Weltlage noch Ruhe bewahrt hat, dann ist es mit diesem Titelbild nun auch vorbei. Es macht Angst, und es beunruhigt. Der SPIEGEL liegt bei uns zu Hause immer offen rum. Wer darin lesen mag, bitte schön. Diesen SPIEGEL lege ich verdeckt hin. Ich möchte nicht, dass meine Kinder dieses Titelbild sehen. So viele Dinge habe ich meinen Kindern (11 und 13) schon erklärt, bei denen Angst mit im Spiel war. Corona, Ukrainekrieg, eine gegebenenfalls atomare Bedrohung durch Putin? Trump und seine schreckliche Ausdrucksweise. Nun Ihr Titelbild mit der tödlichen KI. Das meinen Kindern jetzt auch noch zu erklären, dazu fehlt mir aktuell die Kraft.
    Susanne Holthausen, Starnberg (Bayern)

  • KI drängt sich in mein Leben. Aufdringlich, schamlos, klebrig, widerwärtig. Ich suche per Google-Bildersuche nach der Quelle eines einfachen geometrischen Matherätsels und erhalte sofort und ungefragt eine KI-»Lösung«, jeder Satz inhaltlich und logisch falsch.
    Prof. Dr. Timm Grams, Fulda

  • Eine Tierart, die sich unglaublich viel auf die eigene Intelligenz einbildet, ist denkfaul und blöde genug, lieber auf künstliche Intelligenz zu setzen, welche potenziell fehlerhaft ist, und zusätzlich noch ohne die geringste Moral und Empathie. Die Kriege der Zukunft werden das Grauen aller bislang jemals geführten Kriege übertreffen, und selbst im Frieden kann die zunehmende Ungleichheit und Ungerechtigkeit nur zu faschistoiden Zuständen führen. Es wird Zeit, unsere natürliche Intelligenz endlich einmal für Verständigung, Frieden, ausgleichende Gerechtigkeit und zur gemeinsamen Lösung unserer selbst verschuldeten Probleme zu nutzen. Ansonsten war’s das wohl.
    Heidemarie Wegener, Osterode (Nieders.)

  • Ich frage mich gerade, ob damals Gott, nachdem er diesem Erdklumpen die Seele einhauchte, vor dem gleichen Dilemma stand wie heute die Menschheit mit der KI. Neue Verhaltensforschungen lassen ja den Schluss zu, dass in jedem Menschen das Böse steckt. Es kommt nur darauf an, inwieweit er danach handelt. Die KI-Entwickler sind ja gerade dabei, als Orientierungshilfe der KI eine Art Bibel zu schreiben – nun denn, lassen wir uns überraschen.
    Eric Breuer, Hagen im Bremischen (Nieders.)

  • »Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden« – diese Worte, die Friedrich Dürrenmatt seiner fiktiven Figur des Forschers Möbius so trefflich als Beschreibung der atomaren Möglichkeiten im Zeitalter des Kalten Kriegs zuschrieb, finden auf frappierende Weise auch im Zuge der KI-Entwicklung ihre hochaktuelle Entsprechung. Nun aber menschliche Vernunft und Ethik als Steuerungselemente dieser Technologie anzumahnen, mag zwar zur Vermeidung einer dystopischen Perspektive unserer Menschheitsgeschichte überlebensnotwendig sein. Jedoch gibt die Skrupellosigkeit der weltweit handelnden Despoten hinsichtlich der Zukunft unseres Planeten leider wenig Anlass zu Optimismus.
    Dr. Volker Brand, Bad Oeynhausen (NRW)

  • Die digitale Ethik der Philosophin Amanda Askell kann noch nicht ganz überzeugen. Schließlich bleiben große Sprachmodelle – auch wenn es richtig erscheint, zu versuchen, in deren Algorithmen gesellschaftliche Normen und Werte als technische Leitplanken mit einzubauen – trotz ihrer zum Teil sehr beeindruckenden Ergebnisse am Ende nicht mehr als »stochastische Papageien«. Im Gegensatz zu natürlichen Wesen fehlt ihnen ein echtes Bewusstsein. Deswegen beinhaltet die Verfassung für den Chatbot Claude doch ein erhebliches Risiko, dass dieser gerade von den regelmäßigen Nutzern anthropomorphisiert wird, ihm also menschliche Züge zugeschrieben werden. Deshalb bedarf es beim Hersteller Anthropic in jedem Fall einer wesentlich breiteren und transparenteren Debatte, die nicht nur intern stattfindet – darüber, wie man im realen Leben mit solchen Maschinen umgehen möchte.
    Rasmus Ph. Helt, Hamburg

An dieser Stelle sprechen wir jede Woche mit einem Leser oder einer Leserin über die Kritik an einem unserer Beiträge

»Was soll dieses Buchhandlungs-Bashing?«

Der Leser Sebastian Lehmann aus Ulm hat den Artikel »Meerhexe oder Seehexe« kritisiert. (hier die ganze Geschichte ) Laura Backes, eine der Autorinnen, hat mit ihm gesprochen.

SPIEGEL: Herr Lehmann, Ihnen hat unser Artikel über die Plagiatsvorwürfe in der Belletristiksparte Romantasy nicht gefallen. Warum?

Lehmann: Eigentlich ist das alles interessant und differenziert aufgeschrieben. Dann schelten Sie den Literaturkritiker Denis Scheck, er äußere sich herablassend über New-Adult-Romane. So weit, so fair. Aber Sie sitzen selbst auf einem hohen Ross, wenn Sie schreiben, den meisten Buchhandlungen sei es egal, ob die Kundschaft zu Rebecca Yarros oder der letzten Buchpreisträgerin Dorothee Elmiger greife. Was soll dieses Buchhandlungs-Bashing?

SPIEGEL: Wir wollten damit positiv hervorheben, dass viele Buchhandlungen einen weniger elitären Blick auf Literatur haben.

Lehmann: Das mag stimmen. Meine Frau und ich haben 2024 selbst eine Buchhandlung übernommen und ich versichere Ihnen, wir machen uns wirklich Gedanken über jedes einzelne Buch, das bei uns rumliegt.

Er glaubte dem Lehrer

Nr. 9/2026 In Erfurt vergingen sich zwei Lehrer jahrelang an Schülerinnen – eine Rekonstruktion 

  • Karla und allen von sexualisierter Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen, die sich dafür entscheiden, Täter anzuzeigen, gebührt allergrößter Respekt. Am Ende des Artikels habe ich diese drei mutigen Frauen und alle nicht genannten, die sich für eine Anzeige entschieden haben, dafür gefeiert. Kinder und Jugendliche können in diesen Zusammenhängen nichts, aber Täter, Mitwisser und Weggucker alles falsch machen. Ungerechtfertigt sind Selbstvorwürfe der Betroffenen, dass sie nicht früher aussagen konnten. Gerechtfertigt sind Vorwürfe an alle, die »etwas geahnt« haben – sie als Erwachsene hätten mit ihren Entscheidungen weitere Taten verhindern können.
    Antje Heyroth, Göttingen

  • Mit großer Bestürzung und Anteilnahme habe ich über diese tragischen Vorfälle gelesen. Es sind Pädagogen, Lehrer, die ohne Skrupel agiert haben, ohne sich im Klaren darüber zu sein, was das für das weitere Leben dieser Schülerinnen bedeutet. Und obendrein wird noch die Verlogenheit und die angebliche Empathie von der Schulleitung beschrieben. Ich plädiere für eine längere Haftstrafe für die Herren, und, falls es Beamte sind, dafür, ihnen jegliche Pensionsansprüche zu entziehen.
    Manuel Retzmann, Berlin

  • Ihr Artikel hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Neben dem Schrecklichen ist viel Ermutigendes enthalten. Mir gefiel auch, dass thematisiert wurde, wie das Bagatellisieren und Verdecken der furchtbaren Verbrechen diese ermöglichen. Wie fehlende Transparenz die Täter schützt. Gestört habe ich mich an der Formulierung in den Zeilen unter dem Titel: »Vergingen sich an Schülerinnen«. Diese Formulierung kennen beinahe alle Menschen und können sie entschlüsseln. Aber ist es nicht erneut wie ein Drumherumreden, wie ein Code? Wer wird geschützt, wenn nicht klar benannt wird, worum es hier geht: unter Drohungen erzwungene sexuelle Handlungen, sexualisierte psychische und körperliche Gewalt? Wer wird geschont mit dieser Formulierung? Für mich klingt es wie eine Verharmlosung der schrecklichen Taten. Ich würde mir mehr Klarheit wünschen in der Wortwahl, um Betroffene zu ermutigen, Täter anzuzeigen. Und um Tätern einen Spiegel vorzuhalten.
    Gret Kirchgässner, Bad Rappenau (Bad.-Württ.)

  • Solange es an Schulen auf der Seite des Systems so etwas wie einen Korpsgeist, genannt Kollegialität, gibt, der den Ruf der Schule und damit aller Lehrkräfte schützt, so lange bleibt ein nicht überwindbares Machtgefälle zwischen Lehrkräften auf der einen und Schülerinnen und Schülern auf der anderen Seite. Es ist immer noch so, dass auch aus Prestigedenken von Lehrkräften nicht erkannt wird, dass nicht das Fach, nicht das Ergebnis einer Klasse bei Versetzung oder Abschluss, nicht der 1,0-Schnitt einer einzelnen Schülerin oder eines einzelnen Schülers und schon gar nicht das persönliche Interesse oder schlimmer noch, die persönlichen Gefühle einer Lehrkraft, sondern jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler als Mensch im Mittelpunkt des Unterrichtes stehen muss.
    Martin Wilms, Garding (Schl.-Holst.)

  • 1984 an einem Gymnasium in der Pfalz: Schülerinnen der fünften Klasse bitten mich (damals zwölfte Klasse), den Direktor über sexuelle Übergriffe eines Sportlehrers zu informieren. Ich bin erleichtert und stolz auf die Mädchen. Sie haben den Mut, etwas öffentlich zu machen, was wir älteren Mädchen einfach hingenommen hatten. Der Lehrer belästigte Mädchen seit vielen Jahren. Alle wussten es. Ich erzähle es dem Direktor. Einige Tage später ruft er mich zu sich. Er habe den Sportlehrer gefragt. Der habe alles abgestritten. Ich solle nichts mehr behaupten, sonst drohe mir eine Verleumdungsklage und der Verweis von der Schule. Er glaubte dem Lehrer, nicht den 20 Mädchen. Der Lehrer blieb bis zu seiner Pensionierung am Gymnasium. Es ist erschütternd, wie wenig sich geändert hat.
    Carla Diehl, Kleinostheim (Bayern)

Halten Sie den israelisch-amerikanischen Militärschlag gegen Iran für gerechtfertigt?

Ja

»Was viele gern vergessen: Das Regime spricht Israel weiterhin jegliches Existenzrecht ab. Die große Mehrheit des eigenen Volkes wird systematisch unterdrückt, Folter und Hinrichtungen sind das tägliche Brot.«

Andreas Claes

Nein

»Rechtswidrige Aktionen werden nicht durch die dahinterstehende Absicht rechtmäßig. Oder: Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel.«

Andreas Krull

Sagen Sie auch Ihre Meinung!

Wareneinsatz unter zehn Cent

Nr. 9/2026 Kaffee zu Kampfpreisen 

  • Sie schreiben: »Auch Cotti Coffee wird seine Aktionspreise nicht dauerhaft halten können. Dafür ist der Rohkaffee zu teuer geworden.« Diese Aussage ist leider falsch. Zwar sind die Kaffeepreise um rund 60 Prozent gestiegen. Aber das spielt in der Kalkulation einer Tasse Kaffee kaum eine Rolle. Die Tasse Kaffee ist das Gastronomieprodukt mit dem allergeringsten sogenannten Wareneinsatz. Der Wareneinsatz bei einer Tasse Kaffee liegt teilweise unter zehn Cent. Selbst eine Verdopplung des Wareneinkaufspreises hat somit kalkulatorisch auf den Endpreis nur eine sehr geringe Wirkung. Sehr viel einflussreicher und maßgeblicher sind Faktoren wie Lohnkosten, Mieten, Maschineneinsatz et cetera. Die großen Kaffeeketten argumentieren zwar gern mit den gestiegenen Kaffeepreisen, aber das hat eher etwas mit PR zu tun. Denn ein so stark gestiegener Kaffeeeinkaufspreis scheint eine Preiserhöhung des Produkts Tasse Kaffee plausibel zu erklären. Nur, es stimmt eben nicht.
    Eddy Renard, Stuttgart

Kein »Recht« auf ein Kind

Nr. 9/2026 Warum das Embryonenschutzgesetz nicht mehr zeitgemäß ist 

  • Wie geht es den Frauen, die ihre Eizellen verkaufen? Als Antwort zitiert Redakteurin Kerstin Kullmann eine Firma, die damit satte Gewinne macht und daher Schönwetterstimmung verbreitet: Die Frauen erhielten hohe Entschädigungen. Ist das PR oder Journalismus? Wo bleibt die Recherche über das reale Schicksal der Frauen, die sich dem invasiven Eingriff einer Eizellspende unterziehen, weil sie finanziell in Not sind? Kaum eine Frau nimmt dies auf sich, wenn der finanzielle Anreiz entfällt. Die dafür notwendige Hormonbehandlung ist belastend und keineswegs mit einer Samenspende zu vergleichen. Bei allem Mitgefühl für die Tragödie von Menschen, die kein Kind bekommen können – daraus erwächst kein »Recht« auf ein Kind und schon gar nicht auf die Ausbeutung von Frauen, die mit dem Verkauf ihrer Eizellen ihre Gesundheit gefährden. Der weibliche Körper ist keine Kommerzware.
    Heinrich Meisner, Freiburg

  • Ihre differenzierte Darstellung der Thematik hat mich beeindruckt. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass bestimmte Aspekte, wie die genetischen und epigenetischen Auswirkungen und Risiken, ausführlicher behandelt worden wären. Die »Kopf- und Herzfrage« ist auch, welchen Einfluss Traumata auf die Familie und das spätere Kind haben können. Traumata können epigenetisch von der Mutter (und dem Spender-Vater) auf das ungeborene Kind übertragen werden. Auch die Erlebnisse der das Kind austragenden Frau während der Schwangerschaft haben großen Einfluss auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Nicht thematisiert wurden die Kinderwunschmessen, die es seit einigen Jahren in Deutschland gibt. Dort bieten zum Beispiel Vermittlungsagenturen und medizinische Zentren, vorwiegend mit Sitz im Ausland, ihre Dienste für heterosexuelle und homosexuelle Paare wie auch für alleinstehende Männer und Frauen an. Angeboten werden unter anderem Samen- und Eizellspenden und Leihmutterschaft. Ausgeblendet wird, dass auf diesen Messen über illegale Praktiken informiert wird, da sowohl die Eizellspende als auch die Leihmutterschaft in Deutschland verboten sind. Beide Praktiken sind nur im Ausland und mit unkalkulierbaren Risiken möglich. Es geht um ein Geschäftsmodell mit der Ware Mensch, das auf ungleichen Machtverhältnissen beruht, weil Eizellspenderinnen und Leihmütter meist aus prekären Verhältnissen kommen. Diese erhalten für ihre Dienste oft nur einen kleinen Anteil des gezahlten Betrages, tragen aber den größten Teil des Risikos, vor allem gesundheitlicher Art. Ihr Beitrag regt zum Nachdenken an und fördert die öffentliche Debatte – dafür danke ich Ihnen.
    Dr. med. Margot Kreuzer, Fachärztin für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie, Psychoanalyse und Traumapsychotherapie, Rosenheim (Bayern)

Fast etwas ärgerlich

Nr. 9/2026 SPIEGEL-Gespräch mit dem Psychologen Ingo Zettler über das Böse im Menschen 

  • Für die Erkenntnis, dass das Böse Teil jedes Menschen ist, benötige ich keine SPIEGEL-Lektüre. Da reicht die Bibel. Die Titelzeile »Männer sind etwas böser als Frauen« hat mich schockiert. Herr Zettler bleibt da jeden Beweis schuldig. Dass der SPIEGEL hier so ins Populistische abdriftet, ist verstörend.
    Andreas Willscher, Hamburg

  • Ich kann ja verstehen, dass Psychologinnen und Psychologen (ich bin selbst einer) in der Exaktheit ihrer Aussagen gern mit den Physikern und Mathematikern mithalten möchten. Aber ich wäre da doch etwas bescheidener. Natürlich wird auch in der Psychologie »gemessen«. Einen »D-Faktor« zu konstruieren und ihn mit Zahlen zu quantifizieren, ist methodisch sicherlich richtig und die Vorgehensweise von Herrn Zettler fachlich durchaus in Ordnung. Aber in der Darstellung in Ihrem Beitrag wird doch ein falscher Eindruck erweckt. Es ist im akademischen Konkurrenzkampf naheliegend, ein Persönlichkeitsmerkmal zu konstruieren, mit Fragebögen zu evaluieren und zu quantifizieren, aber man sollte sich in Erinnerung rufen, dass es sich hier um Beschreibungen beziehungsweise Konstrukte handelt. Fast etwas ärgerlich wird es, wenn man in der SPIEGEL-App dann die Frage liest: »Wie viel Böses steckt in Ihnen? Forscher können messen, wie egoistisch, gierig und gehässig Menschen sind. Beantworten Sie sechs Fragen, um sich selbst zu testen.« Das ist doch Illustriertenniveau.
    Hanspeter Klasser, Diplom-Psychologe, Karlsbad (Bad.-Württ.)

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